Polizist bedroht Familie
Richard Kendal García hat von einem Polizisten der Nationalpolizei der Dominikanischen Republik Morddrohungen erhalten. Seine Familie und er wurden in einer Polizeiwache in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, willkürlich festgehalten. Die Behörden haben ihnen keinerlei Schutz angeboten.
Appell an
GENERALSTAATSANWALT
Sr. Radhamés Jiménez Peña
Procurador General de la República
Palacio de Justicia
Ave. Jiménez Moya esq. Juan Ventura Simón
Centro de los Heroes
Constanza, Maimón y Estero Hondo
Santo Domingo
DOMINIKANISCHE REPUBLIK
(korrekte Anrede: Estimado Señor Jiménez/Dear Sir)
Fax: (001) 809 533 4098
INNENMINISTER
Sr. Franklin Almeyda Rancier
Secretario de Estado del Interior y la Policía
Ave. México, Esq. Leopoldo Navarro
Edif. Oficinas Gubernamentales
Santo Domingo
DOMINIKANISCHE REPUBLIK
(korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Sir)
Fax: (001) 809 685 1194
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comisión Nacional de Derechos Humanos
Av. Ortega y Gasset 200
Cristo Rey
Santo Domingo,
DOMINIKANISCHE REPUBLIK
E-Mail: cndhrd@hotmail.com
BOTSCHAFT DER DOMINIKANISCHEN REPUBLIK
S.E. Herr Dr. Pedro Vergés
Dessauer Straße 28 – 29
10963 Berlin
Fax: 030-2575 7761
E-Mail: embajadomal@t-online.de oder
info@embajadadominicana.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. August 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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urging the authorities to act immediately to ensure the safety of Richard Kendal García and his family, in accordance with their wishes;
- calling on the authorities to order an immediate, thorough and independent investigation into the ill-treatment, arbitrary arrest, threats and harassment suffered by Richard Kendal García and his family, publish the results and bring those responsible to justice.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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bei den Behörden darauf dringen, in Absprache mit Richard Kendal García und seiner Familie umgehend deren Schutz zu gewährleisten;
- die Behörden auffordern, hinsichtlich der von Richard Kendal García und seiner Familie erfahrenen Misshandlungen, willkürlichen Festnahmen, Drohungen und Schikane unverzüglich eine umfassende und unparteiische Ermittlung einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Sachlage
Im März 2008 wurde der Bruder des Polizisten getötet, und der Polizist und seine Familie glauben, dass ein Freund von Richard Kendal García der Täter ist. Der Mann, den die Familie des Polizisten verdächtigt, ist nicht auffindbar. Der Polizeibeamte hat daraufhin Richard Kendal García unter Druck gesetzt, ihm seinen Aufenthaltsort zu verraten.
Am 24 Juni 2009 um 5 Uhr morgens drang der Polizist zusammen mit acht weiteren bewaffneten PolizistInnen ohne Haftbefehl bei der Familie von Richard Kendal ein. Sie brachten ihn, seinen Vater, seinen 17-jährigen Bruder und die 16-jährige Schwester zu einer Polizeiwache, offenbar um Richard Kendal zu zwingen, den Aufenthaltsort seines Freundes zu verraten. Sein Vater, der Bruder und die Schwester wurden nach zwei Stunden freigelassen. Richard Kendal wurde von Polizeibeamten geschlagen.
Am Tag darauf brachte man ihn vor den örtlichen Staatsanwalt, der keinen Beweis dafür fand, dass er mit dem Mord in Verbindung steht, und seine Freilassung anordnete. Der Polizist hatte Richard Kendal begleitet und sagte gegenüber dem Staatsanwalt: "Wie Sie meinen. Ich werde ihn jedenfalls umbringen". Auf diese Drohung hin behielt man Richard Kendal zu seinem Schutz zwei Tage lang im Büro des Staatsanwalts.
Am 25. Juni 2009 zeigte sein Vater den Fall bei der Nationalen Menschenrechtskommission, einer Nichtregierungsorganisation, an. Der Polizist wartete vor dem Gebäude der Menschenrechtskommission und sagte zu ihm, "Was Sie auch unternehmen, ich werde es trotzdem tun". Der Polizist befindet sich weiter im aktiven Dienst. Die Behörden haben weder etwas für den Schutz von Richard Kendal und seiner Familie getan, noch Ermittlungen zu den Drohungen, Misshandlungen und der willkürlichen Festnahme eingeleitet.
Im Jahr 2008, kurz nachdem der Bruder des Polizisten getötet worden war, drangen mehrere Angehörige des Getöteten gewaltsam in das Haus von Richard Kendal und seiner Familie ein. Die Familie floh und musste daraufhin umziehen.
Hintergrundinformation
Menschenrechtsverletzungen durch die dominikanische Polizei, darunter gesetzeswidrige Tötungen, geben Amnesty International seit langem Grund zur Sorge. Laut Angaben der dominikanischen Nichtregierungsorganisation Nationale Menschenrechtskommission (Comision Nacional de Derechos Humanos) wurden im Jahr 2008 in der Dominikanischen Republik 500 Personen von der Polizei mehrheitlich bei Schusswechseln getötet. Für die letzten 10 Jahre beläuft sich diese Zahl auf mehr als 3000 Personen. Amnesty International glaubt, dass ein Großteil dieser Waffeneinsätze möglicherweise widerrechtlich ist. Nur sehr selten werden Polizeibeamte für gesetzeswidrige Tötungen zur Verantwortung gezogen. Da es keine unabhängige Institution gibt, die Untersuchungen zu den Anschuldigungen der Verstöße durch Sicherheitskräfte anstellt, werden die Verantwortlichen fast nie vor Gericht gestellt.