Menschenrechtler mit dem Tode bedroht
Am 7. Juni erhielt der Rechtsanwalt Julio Cesar Rosero eine E-Mail, in der er und andere Personen bedroht wurden. Julio Cesar Rosero vertritt Jenny Torres vor Gericht, deren Ehemann im Departamento Valle del Cauca im Südwesten des Landes Opfer einer außergerichtlichen Hinrichtung geworden ist. In der E-Mail wurde damit gedroht, Julio Cesar Rosero und weitere Personen umzubringen, falls Angehörige des Militärs wegen der Tötung verurteilt würden.
Appell an
PRÄSIDENT
Sr. Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño, Carrera 8, No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos/Excmo. Sr. Presidente/ Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Rodrigo Rivera Salazar
Ministerio de Defensa, Carrera 54, No. 26-29
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister Rivera / Sr. Ministro Rivera / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 57) 1 266 1003 (wenn jemand antwortet, sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE
K9 nº 4-53
Barrio San Antonio
Santiago de Cali
KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau
Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 21. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit von Julio Cesar Rosero, Jenny Torres und Martha Giraldo und fordere Sie daher auf, die Betroffenen gemäß ihren Wünschen zu schützen.
-
Ich appelliere dringend an Sie, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der ihnen zugegangenen Morddrohungen einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
-
Gehen Sie entschieden gegen außergerichtliche Hinrichtungen vor und sorgen Sie dafür, dass diejenigen, die sich für Gerechtigkeit in solchen Fällen einsetzen, geschützt werden, und zwar in Übereinstimmung mit den UN-Empfehlungen zum Schutz der Menschenrechte.
- Ich möchte Sie zudem an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern, derzufolge Menschenrechtsverteidiger_innen das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkung und Angst vor Repressalien auszuführen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Express concern for the security situation of Julio Cesar Rosero, Jenny Torres and Martha Giraldo, calling on the authorities to ensure protection measures for those threatened in agreement with them.
-
Urge the authorities to fully and impartially investigate the threats against them and prosecute those responsible.
-
Demand commitment from the authorities to take decisive action to end extrajudicial executions and guarantee the protection of those campaigning for justice in line with United Nations human rights recommendations.
- Remind the authorities to fulfil their obligations to ensure human rights defenders can carry out their work without fear, as laid out in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.
Sachlage
Julio Cesar Rosero ist der Rechtsanwalt von Jenny Torres, eines Mitglieds der Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado – MOVICE), die sich für die Belange der Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien einsetzt. Am 7. Juni erhielt Julio Cesar Rosero eine E-Mail mit folgenden Morddrohungen: "Diese Nachricht ist für den Anwalt Julio Cesar Rosero, für Martha Giraldo und ihre Organisation von Banditen, für Jenny Torres [...] Wenn die Soldaten verurteilt werden, werden der Anwalt und la Negra [Jenny Torres] sterben, letzte Warnung; das ist sehr, sehr ernst gemeint." ("este mensaje es para el abogado Julio Cesar Rosero, para Martha Giraldo y toda su organización de vandoleros [sic], para Jenny Torres … si condenan a los militares muere el abogado y la negra ultima advertencia [sic] es en serio muy enserio [sic]." )
Julio Cesar Rosero vertritt Jenny Torres in einem Gerichtsverfahren gegen acht Angehörige einer Spezialeinheit des Militärs. Am 14. Januar 2007 wurden der Ehemann von Jenny Torres, Edison Yimel Villanueva, und drei weitere Männer in der Ortschaft La Reforma in der ländlichen Gegend Cali im Departamento Valle del Cauca getötet. Später wurden sie fälschlicherweise als Guerillakämpfer dargestellt, die im Kampf getötet wurden. Gegenwärtig müssen sich ein Hauptmann, ein Oberleutnant, ein Feldwebel und fünf Soldaten der "Urbanen Sondereinsatzkräfte für den Kampf gegen den Terrorismus" (Agrupación de Fuerzas Especiales Antiterroristas Urbanas – AFEUR) und der Anti-Entführungseinheit der Sicherheitskräfte (Grupos de Acción Unificada por la Libertad Personal – GAULA) wegen der Tötungen vor Gericht verantworten.
Martha Giraldo, ein führendes Mitglied von MOVICE im Departamento Valle del Cauca, die sich für Gerechtigkeit in Fällen von außergerichtlichen Hinrichtungen einsetzt, hat bereits mehrfach Morddrohungen erhalten. Im März 2011 wurde ein Feldwebel des militärischen Nachrichtendienstes der extralegalen Hinrichtung ihres Vaters schuldig befunden.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit von Julio Cesar Rosero, Jenny Torres und Martha Giraldo und fordere Sie daher auf, die Betroffenen gemäß ihren Wünschen zu schützen.
-
Ich appelliere dringend an Sie, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der ihnen zugegangenen Morddrohungen einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
-
Gehen Sie entschieden gegen außergerichtliche Hinrichtungen vor und sorgen Sie dafür, dass diejenigen, die sich für Gerechtigkeit in solchen Fällen einsetzen, geschützt werden, und zwar in Übereinstimmung mit den UN-Empfehlungen zum Schutz der Menschenrechte.
- Ich möchte Sie zudem an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern, derzufolge Menschenrechtsverteidiger_innen das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkung und Angst vor Repressalien auszuführen.
[APPELLE AN]
PRÄSIDENT
Sr. Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño, Carrera 8, No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos/Excmo. Sr. Presidente/ Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Rodrigo Rivera Salazar
Ministerio de Defensa, Carrera 54, No. 26-29
Bogotá, KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister Rivera / Sr. Ministro Rivera / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 57) 1 266 1003 (wenn jemand antwortet, sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")
KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE
K9 nº 4-53
Barrio San Antonio
Santiago de Cali
KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau
Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 21. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Julio Cesar Rosero und Jenny Torres waren am 2. Juni bereits per SMS mit dem Tode bedroht worden: "Hurensohn, du hast die Helden des Vaterlands verraten und dafür wirst du sterben, Grüße an la Negra [Jenny Torres] Hurensohn Guerilleros" ("Hijo de puta te vas a morir por sapo at [sic] los héroes de la patria saludes a negra hp guerrilleros").
In dem seit 45 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt in Kolumbien kommt es regelmäßig zu außergerichtlichen Hinrichtungen durch die Sicherheitskräfte, die solche Maßnahmen systematisch zur Bekämpfung gegnerischer Gruppierungen einsetzen. Die Generalstaatsanwaltschaft untersucht derzeit über 2.000 Fälle solcher Tötungen, die Sicherheitskräfte begangen haben sollen. Menschenrechtler_innen, die sich in solchen Fällen für Gerechtigkeit einsetzen, werden routinemäßig mit dem Tode bedroht oder gar getötet. Für solche Taten sind hauptsächlich Paramilitärs verantwortlich, die entweder unabhängig oder in Absprache mit bzw. Duldung durch die Sicherheitskräfte operieren.
MOVICE ist ein Zusammenschluss von vielen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und setzt sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbiens anhaltendem bewaffneten Konflikt ein. Die Organisation hat bereits viele Fälle von Tötungen und Verschwindenlassen dokumentiert und aufgedeckt, für welche Angehörige der Sicherheitskräfte und paramiltärischer Gruppen verantwortlich waren.
Mitglieder von MOVICE im Departamento Sucre im Norden des Landes, die sich für die Rückgabe von Grundbesitz einsetzen, den sich paramilitärische Gruppen – häufig mit der Unterstützung der Sicherheitskräfte – angeeignet haben, werden immer wieder mit dem Tode bedroht. Am 2. Juni erhielten Ingrid Vergara und Adriana Porras, beide führende Mitglieder von MOVICE in Sucre, E-Mails mit Morddrohungen.