"Verschwundener" in Freiheit

Ergebnis dieser Urgent Action

Maskhud Abdullaew konnte am 22. Juli 2009 Tschetschenien verlassen und nach Aserbaidschan reisen, um dort seine Familie zu treffen.

Maskhud Abdullaew konnte am 22. Juli 2009 Tschetschenien verlassen und nach Aserbaidschan reisen, um dort seine Familie zu treffen.

Sachlage

Am 20. Juli erhielt eine russische Menschrechtsaktivistin im Zusammenhang mit dem "Verschwindenlassen" von Maskhud Abdullaew einen Anruf von einem Beamten aus der Untersuchungsabteilung der Staatsanwaltschaft in Tschetschenien. Der Beamte teilte ihr mit, dass er ihre Beschwerde im Fall von Maskhud Abdullaew untersuche und dass er Maskhud Abdullaew bei der Staatsanwaltschaft vorgeladen hätte. Desweiteren sagte er der Menschenrechtsaktivistin, sie könne später zurückrufen und dann persönlich mit Maskhud Abdullaew sprechen.

In dem Gespräch mit der Menschenrechtsaktivistin konnte Maskhud Abdullaew nicht erklären, warum er seine Mutter oder andere Familienangehörige in Tschetschenien nicht schon früher kontaktiert hatte. Er wollte auch nicht die Adresse seines vermeintlichen Aufenthaltsortes in Grosny bekannt geben und sagte, dass er dies aus Sicherheitsgründen nicht täte. Auf die Frage, wo er als nächstes hinwolle, antwortete er, dass man ihm die Rückgabe seines Reisepasses am 23. Juli 2009 versprochen habe, und dass er Tschetschenien am nächsten Tag verlassen und nach Aserbaidschan reisen wolle. Schließlich konnte er das Land aber schon früher verlassen.

Maskhud Abdullaew ist der Sohn von Supyan Abdullaew (Supyan Abdullaev), dem Anführer einer bewaffneten tschetschenischen Gruppe. Die Familie von Maskhud Abdullaew hat Tschetschenien 1999 verlassen. Ihr wurde in Aserbaidschan der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Im Februar 2006 reiste Maskhud Abdullaew nach Ägypten, um an der islamischen Al-Azhar-Universität zu studieren. Am 27. Mai 2009 wurde er von Mitarbeitern des ägyptischen Geheimdienstes (State Security Investigations – SSI) festgenommen, weil er vermeintlich gegen seine Visa-Auflagen verstoßen hatte. Er wurde ohne Kontakt zur Außenwelt im Tora-Gefängnis in der Nähe Kairos festgehalten. Am 19. Juni 2009 schob man ihn nach Russland ab. Seine Aufenthaltsorte waren bis zum 29. Juni unklar, als ein Interview mit ihm im tschetschenischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, in dem er sagte, er wäre freiwillig nach Tschetschenien gekommen, um "Angehörige zu besuchen und zu sehen, wie es in Tschetschenien ist".

Es ist jedoch nicht sicher, dass Maskhud Abdullaew aus freien Stücken in Tschetschenien ankam. Menschenrechtsorganisationen äußerten Besorgnis darüber, dass Maskhud Abdullaew von tschetschenischen Sicherheitskräften festgehalten werden könnte, um Druck auf seinen Vater auszuüben und ihn zu Propagandazwecken zu missbrauchen.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.