Hingerichtet
Ergebnis dieser Urgent Action
Yokamon Laneal Hearn ist am 18. Juli im US-Bundesstaat Texas hingerichtet worden, nachdem der Begnadigungsausschuss dem Gnadengesuch nicht stattgegeben hatte. Der Gouverneur und die Gerichte hatten ihrerseits ebenfalls keine Maßnahmen gegen die Hinrichtung ergriffen.
Demonstration gegen die Todesstrafe in Boston, USA
© Amnesty International
Yokamon Laneal Hearn ist am 18. Juli im US-Bundesstaat Texas hingerichtet worden, nachdem der Begnadigungsausschuss dem Gnadengesuch nicht stattgegeben hatte. Der Gouverneur und die Gerichte hatten ihrerseits ebenfalls keine Maßnahmen gegen die Hinrichtung ergriffen.
Sachlage
Am 16. Juli lehnte der Begnadigungsausschuss von Texas das Gnadengesuch von Yokamon Laneal Hearn, mit dem er die Umwandlung des Todesurteils oder einen vorübergehenden Strafaufschub beantragt hatte, ab. Seine Rechtsbeistände hatten versucht, die Verhandlung vor staatlichen Gerichten fortzuführen. Dort wollten sie argumentieren, dass Yokamon Laneal Hearn vor Gericht und während der ersten Berufungsverfahren nicht über die ihm verfassungsrechtlich zustehende wirksame Verteidigung verfügte, doch diese Bemühungen blieben erfolglos. Am Nachmittag des 18. Juli lehnte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten einen Hinrichtungsaufschub ab und verneinte somit auch die Frage, ob die Ernsthaftigkeit der geistigen Entwicklungsstörung des Verurteilten ausreiche, um seine Hinrichtung für verfassungswidrig zu erklären.
Yokamon Laneal Hearn wurde um 18:37 Uhr Ortszeit für tot erklärt – etwa 25 Minuten, nachdem die Giftspritze gesetzt wurde. Er ist der erste Gefangene in Texas, der durch Injektion eines einzigen Giftes, Pentobarbital, hingerichtet wurde. Das Ministerium für Strafgerichtsbarkeit in Texas hatte eine Woche zuvor bekannt gegeben, dass man die Tötungsmethode ändern würde, da ihr Bestand von einem Inhaltsstoff der bisher verwendeten dreiteiligen Rezeptur (Pancuroniumbromid) abgelaufen war. Die US-Bundesstaaten Ohio, Arizona, Idaho und Washington haben bereits das Spritzverfahren mit nur einem Inhaltsstoff übernommen und auch Georgia hat bereits entsprechende Vorbereitungen getroffen (weitere Informationen finden Sie in dem englischsprachigen Bericht: USA: An embarrassment of hitches: Reflections on the death penalty, 35 years after Gregg v. Georgia, as states scramble for lethal injection drugs, vom 1. Juli 2011, unter: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR51/058/2011/en).
In den USA wurden dieses Jahr bisher 24 Hinrichtungen vollzogen. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA im Jahre 1977 wurden dort 1.301 Todesurteile vollstreckt. In Texas wurden seit 1977 insgesamt 483 Personen hingerichtet, sechs davon im Jahr 2012.
Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Derzeit sind keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich.