Foltergefahr
Yasser Hamza Kareem und sein 13 Jahre alter Sohn Khaled Kareem werden seit dem 24. Dezember 2011 in Syrien offenbar unter Bedingungen in Haft gehalten, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Beide sind möglicherweise gefoltert worden und in Gefahr, weitere Folterungen und Misshandlungen zu erleiden.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street
Damascus
SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
INNENMINISTER
Major General Mohamad Ibrahim al-Shaar
Ministry of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus
SYRIEN
Fax: (00 963) 11 211 9578
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
All-Rashid Street
Damascus
SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 6253
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herr Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. Juli 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Stellen Sie bitte sicher, dass die Familien von Yasser Hamza Kareem und Khaled Kareem über den Aufenthaltsort ihrer Angehörigen informiert und über etwaige gegen die beiden Häftlinge erhobenen Anklagen in Kenntnis gesetzt werden.
-
Ich appelliere an Sie, Khaled Kareem umgehend freizulassen.
-
Ich erwarte, dass auch Yasser Hamza Kareem freigelassen wird, sofern er nicht umgehend einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt und unter Wahrung internationaler Standards der Fairness vor Gericht gestellt wird
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Stellen Sie bitte sicher, dass Yasser Hamza Kareem und Khaled Kareem Kontakt zur ihren Familien aufnehmen können sowie Zugang zu unabhängigen ÄrztInnen und einem Rechtsbeistand ihres Vertrauens erhalten.
- Veranlassen Sie bitte umgehend eine unabhängige Untersuchung von Vorwürfen, denen zufolge Vater und Sohn gefoltert worden sind. Sorgen Sie dafür, dass die für Menschenrechtsverstöße Verantwortlichen in einem fairen Prozess zur Rechenschaft gezogen werden.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling on the authorities to tell Yasser Hamza Kareem and Khaled Kareem’s family where they are and whether any charges have been brought against them.
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Calling on them to release Khaled Kareem immediately.
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Calling on them to release Yasser Hamza Kareem, unless he is promptly charged with a recognizably criminal offence and tried in proceedings that respect international fair trial standards.
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Urging them to ensure that, for as long as the detention continues, Yasser Hamza Kareem and Khalid Kareem are allowed to communicate with their families, and given access to independent doctors and a lawyer of their choice.
- Calling on them to ensure that a prompt, independent investigation is carried out into reports that they have been tortured, and ensure that anyone found responsible for abuses is brought to justice in a fair trial.
Sachlage
Yasser Hamza Kareem und sein 13-jähriger Sohn Khaled Kareem sind am 24. Dezember 2011 auf einer Straße in Douma, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, festgenommen worden. Yasser Kareem verkaufte dort Milch, sein Sohn war ihm dabei behilflich. AugenzeugInnen gaben an, die beiden seien von Männern verhaftet worden, die Militäruniform trugen.
Von offizieller Seite liegt bislang weder eine Begründung für die Festnahme von Vater und Sohn vor, noch waren von den Behörden Angaben über den Verbleib der beiden erhältlich. Anfang Mai erfuhr die Familie allerdings von einem ehemaligen Gefangenen, er habe während seiner eigenen Zeit in Haft Yasser Hamza Kareem und Khaled Kareem auf dem nahe Damaskus gelegenen Stützpunkt des Luftwaffengeheimdienstes in al-Mezzeh gesehen. Einige Finger von Yasser Hamza Kareem, so der Zeuge, seien gebrochen gewesen. Außerdem habe er beobachten können, wie Khaled Kareem in Abständen von wenigen Tagen immer wieder aus seiner Zelle geholt und am nächsten Tag tränenüberströmt wieder zurückgebracht worden sei.
Internationale Standards sehen vor, dass die Familien inhaftierter
Personen unmittelbar nach deren Festnahme von dem Vorgang in Kenntnis gesetzt werden müssen. Gefangene ihrerseits haben das Recht, sich während ihrer gesamten Haft mit einem Rechtsbeistand zu beraten und zu ihren Familien Kontakt aufnehmen zu können. Die Inhaftierung von Minderjährigen ist nur als letztes Mittel zulässig. Die Familie von Yasser und Khaled Kareem ist derart verängstigt, dass sie es bislang nicht gewagt hat, sich bei den Behörden nach dem Verbleib von Vater und Sohn zu erkundigen.
Nach Angaben der Familie hat sich Yasser Hamza Kareem weder an Demonstrationen beteiligt, noch ist er in anderer Weise politisch aktiv gewesen. Seine Festnahme und die seines Sohnes ist der Familie unverständlich.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Stellen Sie bitte sicher, dass die Familien von Yasser Hamza Kareem und Khaled Kareem über den Aufenthaltsort ihrer Angehörigen informiert und über etwaige gegen die beiden Häftlinge erhobenen Anklagen in Kenntnis gesetzt werden.
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Ich appelliere an Sie, Khaled Kareem umgehend freizulassen.
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Ich erwarte, dass auch Yasser Hamza Kareem freigelassen wird, sofern er nicht umgehend einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt und unter Wahrung internationaler Standards der Fairness vor Gericht gestellt wird
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Stellen Sie bitte sicher, dass Yasser Hamza Kareem und Khaled Kareem Kontakt zur ihren Familien aufnehmen können sowie Zugang zu unabhängigen ÄrztInnen und einem Rechtsbeistand ihres Vertrauens erhalten.
- Veranlassen Sie bitte umgehend eine unabhängige Untersuchung von Vorwürfen, denen zufolge Vater und Sohn gefoltert worden sind. Sorgen Sie dafür, dass die für Menschenrechtsverstöße Verantwortlichen in einem fairen Prozess zur Rechenschaft gezogen werden.
[APPELLE AN]
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street
Damascus
SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
INNENMINISTER
Major General Mohamad Ibrahim al-Shaar
Ministry of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus
SYRIEN
Fax: (00 963) 11 211 9578
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
All-Rashid Street
Damascus
SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 6253
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herr Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. Juli 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Die Demonstrationen für Reformen in Syrien begannen im Februar 2011 und entwickelten sich im März, nachdem TeilnehmerInnen getötet worden waren, zu Massenprotesten. Obwohl die Demonstrationen weitgehend friedlich verliefen, reagierten die Behörden in ihrem Bestreben, die Proteste niederzuschlagen, mit großer Brutalität. Seitdem finden zwar auch weiterhin friedliche Demonstrationen statt, zunehmend nehmen die Proteste aber auch gewalttätige Züge an. Bewaffnete Oppositionsgruppen, von denen sich viele unter dem Namen "Freie Syrische Armee" (FSA) in einem losen Verbund zusammen geschlossen haben, verüben Anschläge, die sich in erster Linie gegen die syrischen Sicherheitskräfte richten. Oppositionelle Einheiten sollen unter anderem gefangen genommene Soldaten und Mitglieder anderer Sicherheitskräfte gefoltert oder getötet haben. Zu ihren Opfern zählen ferner Mitglieder der als "Shabiha" bekannten regierungstreuen Milizen sowie vermeintliche RegierungsanhängerInnen und mutmaßliche InformantInnen. Amnesty International verfügt über die Namen von mehr als 9.900 Menschen, die Berichten zufolge seit Mitte März 2011 im Zusammenhang mit den Unruhen gestorben sind oder getötet wurden.
Seit Ausbruch der Proteste sind mehrere tausend vermeintliche GegnerInnen der syrischen Regierung festgenommen und viele von ihnen, vermutlich sogar die Mehrzahl, gefoltert und misshandelt worden. Amnesty International liegen die Namen von mehr als 380 Menschen vor, die in dem fraglichen Zeitraum in der Haft ums Leben gekommen sein sollen. Darüber hinaus hat die Organisation zahlreiche Vorfälle von Folter und Misshandlung an Gefangenen dokumentiert. Für weitere Informationen zu Fällen von Folter und anderen Misshandlungen an syrischen Häftlingen siehe den Bericht: "I wanted to die": Syria’s torture survivors speak out, März 2012, http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/016/2012/en. Zu den in der Haft ums Leben gekommenen Menschen zählen mindestens 18 Minderjährige im Alter von zum Teil erst 13 Jahren. Die Leichen einiger dieser Kinder wiesen Verletzungen auf, die darauf hindeuten, dass sie womöglich gefoltert worden sind Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem englischen Bericht: "Syria: Deadly detention: Deaths in custody amid popular protest in Syria" unter: http://amnesty.org/en/library/info/MDE24/035/2011/en.
Amnesty International ist eine Vielzahl von Berichten über offensichtliche Fälle des Verschwindenlassens von Menschen zur Kenntnis gelangt, in denen die syrische Regierung den Familienangehörigen keinerlei Informationen über den Verbleib der "verschwundenen" Personen zugänglich gemacht hat. In den meisten dieser Fälle sollen die Festnahmen von Sicherheitskräften ausgeführt worden sein. Die syrische Regierung hat zwar am 27. März den von Kofi Annan, dem Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Sryien, vorgelegten Sechs-Punkte-Plan wie auch das am 12. April vereinbarte Waffenstillstandsabkommen akzeptiert, gleichwohl gehen bei Amnesty International auch weiterhin Meldungen über ungesetzliche Tötungen sowie über Festnahmen und anhaltende Inhaftierungen ein. Die Bedingungen, unter denen Menschen in Syrien in Haft gehalten werden, kommen nicht selten dem Verschwindenlassen gleich.
Seit April 2011 hat Amnesty International in Syrien systematische und weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Die Organisation ruft seither dazu auf, die Situation in Syrien der Anklagebehörde des Internationalen Strafgerichtshofs zu unterbreiten, ein internationales Waffenembargo gegen das Land zu verhängen und die Vermögenswerte von Präsident al-Assad und seinen engsten Vertrauten einzufrieren.
Auf der interaktiven Site Eyes on Syria (www.eyesonsyria.org) finden Sie eine Karte von Syrien mit Angaben, wo in dem Land die Menschenrechte verletzt werden und mit welchen Aktionen Amnesty International weltweit für Gerechtigkeit eintritt.