Franzose aus ägyptischer Haft entlassen

Ergebnis dieser Urgent Action

Ein französische Staatsbürger, wurde am 22. Juni 2009 freigelassen, nachdem er zwei Monate in der ägyptischen Hauptstadt Kairo in Haft war. Nach seiner Freilassung wurde er nach Frankreich abgeschoben. Er sagte Amnesty International gegenüber, dass er im Gewahrsam der ägyptischen Staatssicherheit (State Security Investigations – SSI) gefoltert und in anderer Weise misshandelt wurde.

Ein französische Staatsbürger, wurde am 22. Juni 2009 freigelassen, nachdem er zwei Monate in der ägyptischen Hauptstadt Kairo in Haft war. Nach seiner Freilassung wurde er nach Frankreich abgeschoben. Er sagte Amnesty International gegenüber, dass er im Gewahrsam der ägyptischen Staatssicherheit (State Security Investigations – SSI) gefoltert und in anderer Weise misshandelt wurde.

Sachlage

Das Opfer wurde nach seiner Festnahme am 21. April 2009 zwei Tage von der Grenzpolizei am Internationalen Flughafen in Kairo festgehalten. Dann übergab man ihn in den Gewahrsam des SSI in Nasr City, in Kairo, wo er bis Ende Mai festgehalten wurde. Anschließend verlegte man ihn in eine andere Einrichtung des SSI.

Er teilte Amnesty International mit, dass er während der ersten zehn Tage seiner Inhaftierung in der SSI-Einrichtung in Nasr City in Handschellen und mit verbundenen Augen gefoltert und in anderer Weise misshandelt wurde. Er berichtete, dass man ihn nackt auszog und ihn mit Elektroschocks quälte, während er an Armen und Beinen gefesselt war und man seine Gliedmaßen dabei schmerzhaft überdehnte. Man schlug ihn, stellte sich auf ihn und zwang ihn stundenlang zu stehen. Romuald Durand sagt, dass ihm die SSI-MitarbeiterInnen zudem mit Vergewaltigung gedroht hätten. Er bat darum, mit VertreterInnen des französischen Konsulats Kontakt aufnehmen zu können, worauf er nach dem Völkerrecht ein Anrecht hat, doch man sagte ihm: "Hier könnte selbst Sarkozy nicht hinein, wenn er das wollte". SSI-MitarbeiterInnen drohten ihm zudem, dass er ohne Anwalt in Ägypten vor ein Militärgericht gestellt würde.

Er sagte weiter, dass er zu seinen Kontakten in Ägypten verhört wurde, darunter auch Personen, die vom SSI terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden. Er wurde außerdem zu seiner Konvertierung zum Islam befragt. Während der gesamten Haft habe er gehört, wie andere Häftlinge gefoltert wurden.

Ende Mai verlegte man ihn in das Hauptquartier des SSI am Lazoghly-Platz im Zentrum von Kairo, wo er ebenfalls mitbekommen habe, wie Mithäftlinge mit Elektroschocks gefoltert wurden, da er die Stromstöße hören konnte. Mitte Juni brachte man ihn in das Büro für Passangelegenheiten und Emigration des Innenministeriums, um seine Abschiebung vorzubereiten. Dort durfte er seine Familie und MitarbeiterInnen des französischen Konsulats sehen.

Er verbrachte die letzte Woche seiner Inhaftierung im El Khalifa-Gefängnis in Kairo. Am 22. Juni brachte man ihn zum Flughafen in Kairo. Dort nahmen ihn seine Frau und Kinder in Empfang, und sie verließen alle zusammen das Land.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Er hat Amnesty International gebeten, allen zu danken, die für ihn Appelle geschrieben haben.