Ärzte weiter in Gefahr

Vier der fünf Ärzte, die von der Regierung Sri Lankas auf Grundlage einer Notstandsverordnung inhaftiert wurden, sind freigelassen worden. Man hatte ihnen vorgeworfen, ausländischen Journalisten "falsche Informationen" gegeben zu haben. Einer der Ärzte, Dr. S. Sivapalan, wird nach wie vor ohne Anklage festgehalten und ist in Gefahr, gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden.

Appell an

PRÄSIDENT
His Excellency the President
Mahinda Rajapaksa
Presidential Secretariat
Colombo 1
SRI LANKA
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Fax: (00 94) 11 2446657

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gotabhaya Rajapaksa
Secretary of Defence
Ministry of Defence, Public Security, Law and Order
15/5, Bauddhaloka Mawatha,
Colombo 03, SRI LANKA
(korrekte Anrede: Dear Mr Rajapaksa)
Fax: (00 94) 11 254 1529

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER DEMOKRATISCHEN SOZIALISTISCHEN REPUBLIK SRI LANKA
S.E. Herrn Tikiribandara Maduwegedera
Niklasstr. 19
14163 Berlin
Fax: 030-8090 9757
E-Mail: info@srilanka-botschaft.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Singhalesisch, Tamil, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. Oktober 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Dr. S. Sivapalan ausdrücken, der seit seiner Festnahme am 15. Mai 2009 nicht unter Anklage gestellt wurde, und seine sofortige Freilassung fordern, sofern er nicht einer erkennbaren Straftat angeklagt wird;

  • die Behörden auffordern, die Sicherheit der freigelassenen Ärzte Dr. Veerakkathipillai Shanmugarajah, Dr. Thurairaja Varatharaja, Dr. Thangamuttu Sathyamoorthy und Dr. Kathirvel Ilancheliyan Vallavan zu garantieren;

  • die Regierung Sri Lankas auffordern, Notstandsverordnungen und andere Sondersicherheitsregelungen aufzuheben oder so zu überarbeiten, dass sie dem humanitären Völkerrecht und anderen internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen.

Sachlage

Dr. Veerakkathipillai Shanmugarajah, Dr. Thurairaja Varatharaja, Dr. Thangamuttu Sathyamoorthy und Dr. Kathirvel Ilancheliyan Vallavan wurden am 24. August 2009 freigelassen. Richter Nishantha Hapuarachchi, der den Vorsitz am zuständigen Gericht der Hauptstadt Colombo hat, ordnete die Freilassung der vier Ärzte an. Die Freilassung erfolgte jedoch unter der Bedingung, dass die Ärzte in der letzten Woche jedes Monats bei der Polizeistation Vavuniya erscheinen. Die vier Männer sind nach wie vor in Gefahr.

Die Ärzte waren am 15. Mai am Kontrollpunkt Omanthai festgenommen worden und befanden sich seither in Gewahrsam. Die Regierung beschuldigte die Männer der Weitergabe "falscher Informationen" an internationale ausländische Medien. Die Ärzte sollten sich dabei positiv zu der bewaffneten Oppositionsgruppe "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) geäußert haben.

Am 8. Juli 2009 hielten die Behörden Sri Lankas eine Pressekonferenz ab, bei der die Ärzte ihre bisherigen Berichte aus der Konfliktregion widerriefen. Sie sagten, sie hätten auf Druck der LTTE mit der Anzahl der zivilen Opfer "übertrieben".

Amnesty International zweifelt in Anbetracht der langen Inhaftierung der Ärzte die Glaubwürdigkeit ihrer "Geständnisse" an, da sie sich während der Haft im Gewahrsam von Sicherheitskräften befanden, von denen bekannt ist, dass sie Gefangene und Augenzeugen vielfach misshandelt haben. Die jüngsten öffentlichen Aussagen der Ärzte stehen im Widerspruch zu Fakten, die von unabhängiger Seite bestätigt wurden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Viele Konfliktparteien in Sri Lanka sind in Gewaltverbrechen gegen vermeintliche Oppositionelle und Kritiker verwickelt. Dazu gehören auch die Ermordung von Augenzeugen, das "Verschwindenlassen" und außergerichtliche Hinrichtungen von kürzlich aus der Haft entlassenen Personen. Die hohe Aufmerksamkeit, die der Fall der Ärzte erregte, erhöht ihr Risiko, dieser Art von Gewalt zum Opfer zu fallen. Die Ärzte bedürfen daher besonderem Schutz.