Tibetischer Gelehrter freigelassen

Ergebnis dieser Urgent Action

Der tibetische Gelehrte und Schriftsteller Tagyal wurde am 14. Oktober gegen Kaution freigelassen. Seinem Anwalt zufolge ist er nach Hause zurückgekehrt.

Der tibetische Gelehrte und Schriftsteller Tagyal wurde am 14. Oktober gegen Kaution freigelassen. Seinem Anwalt zufolge ist er nach Hause zurückgekehrt.

Sachlage

Tagyal, der unter dem Pseudonym Shogdung schreibt, wurde am 23. April 2010 nach der Veröffentlichung seines Buchs "The Line between Sky and Earth" inhaftiert. Das Buch, was in China verboten ist, beschreibt Tibet im Zuge der Unruhen von 2008 als "Ort des Schreckens". Er wurde im Haftzentrum Nr. 1 der Stadt Xining unter dem Verdacht der "Anstiftung zum Separatismus" festgehalten.

Tagyal ist unter der Bedingung "qubao houshen" nach Hause zurückgekehrt, das bedeutet er "erhält einen Bürgen bis zum bevorstehenden Prozess". Das ist eine Art der Freilassung gegen Kaution, bei welcher es der Person nicht gestattet ist, ihre Heimatstadt oder ihren Bezirk ohne Erlaubnis zu verlassen. Der "Bürge" ist entweder eine persönliche oder finanzielle Bürgschaft.

"Qubao houshen" ist auf ein Jahr befristet und betrifft Personen, die wegen Straftaten, die als unbedeutend betrachtet werden unter Verdacht stehen oder unter Anklage gestellt werden sowie Personen, die "keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen", oder Personen, gegen die keine ausreichende Beweislage vorliegt, um eine Festnahme zu rechtfertigen.

Von allen Kontrollmaßnahmen vor Prozessen in der Strafprozessordnung der Volksrepublik China ist es die am wenigsten einschränkende. "Es darf nicht die allgemeine Regel sein, dass Personen, die eine gerichtliche Aburteilung erwarten, in Haft gehalten werden", schreiben internationale Menschenrechtsstandards vor. In China ist die Inhaftierung vor Prozessen dennoch normal.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.