Hamid Ghassemi-Shall wieder frei
Ergebnis dieser Urgent Action
Der iranisch-kanadische Staatsbürger Hamid Ghassemi-Shall ist am 23. September nach fünf Jahren Haft im Iran aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war 2008 zum Tode verurteilt worden. Hamid Ghassemi-Shall kehrte am 10. Oktober in sein Heimatland Kanada zurück und befindet sich nun bei seiner Ehefrau in Toronto.
Karte des Iran
© Courtesy of the University of Texas Libraries
Der iranisch-kanadische Staatsbürger Hamid Ghassemi-Shall ist am 23. September nach fünf Jahren Haft im Iran aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war 2008 zum Tode verurteilt worden. Hamid Ghassemi-Shall kehrte am 10. Oktober in sein Heimatland Kanada zurück und befindet sich nun bei seiner Ehefrau in Toronto.
Sachlage
Hamid Ghassemi-Shall, der Miteigentümer eines kanadischen Computerunternehmens ist, wurde im Mai 2008 festgenommen, als er gerade seine Mutter im Iran besuchte. Sein älterer Bruder Alborz Ghassemi-Shall war etwa zwei Wochen zuvor festgenommen worden. Beide Brüder wurden 18 Monate lang im Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft und ohne Zugang zu rechtlicher Vertretung festgehalten. Später wurden sie in den Trakt 350 verlegt, in dem viele politische Gefangene festgehalten werden.
In einem unfairen Gerichtsverfahren wurden die beiden Männer am 29. Dezember 2008 vor dem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Das Gericht befand sie wegen Spionage und Verbindungen zur verbotenen Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin (People's Mojahedin Organization of Iran – PMOI) der "Feindschaft zu Gott" (moharebeh) für schuldig. Während der Gerichtsverfahren wurde den Brüdern der regelmäßige Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl verwehrt. Die Beweise gegen sie bestanden aus einem "Geständnis" und einer E-Mail, die Hamid Ghassemi-Shall an Alborz Ghassemi-Shall gesendet haben soll. Alborz Ghassemi-Shall hatte in der Vergangenheit als Maschinenbauingenieur für die iranische Armee gearbeitet. Hamid Ghassemi-Shall bestritt das Versenden der E-Mail. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil gegen die beiden Männer am 7. November 2009.
Im Januar 2010 starb Alborz Ghassemi-Shall im Gefängnis, doch die Todesursache ist bislang unklar. Die iranischen Behörden teilten seiner Familie mit, er sei an Magenkrebs gestorben. Ein Rechtsmediziner stellte jedoch bei seiner Untersuchung des Leichnams von Alborz Ghassemi-Shall eine große Kopfverletzung fest.
Nachdem Antonella Mega, die in Kanada lebende Frau von Hamid Ghassemi-Shall, von der drohenden Hinrichtung ihres Mannes erfahren hatte, wandte sie sich im Februar 2011 am Amnesty International Kanada. Die von ihr geleitete Kampagne erlangte im ganzen Land Aufmerksamkeit und wurde auch international bekannt.
Im August 2013 stand Hamid Ghassemi-Shall erneut vor Gericht. Diesmal warf man ihm "Zusammenkunft und Konspiration gegen den Staat vor und verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Kurz nach dem Amtsantritt des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani Anfang August 2013 ließen die iranischen Behörden eine Reihe politischer Gefangener frei. Hamid Ghassemi-Shall wurde am 23. September 2013 aus dem Gefängnis entlassen.
Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich.
Antonella Mega, die Ehefrau von Hamid Ghassemi-Shall, hat sich bei Amnesty International bedankt: "Man hat versucht, mich zum Schweigen zu bringen, aber Sie haben mir Ihre Stimme geliehen. Als um mich herum nichts als Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit war, hat Ihre Stimme mir Kraft gegeben. Dafür kann ich mich nur bei Ihnen bedanken, indem ich mich jetzt Ihnen anschließe und meine Stimme für diejenigen erhebe, die nicht die Freiheit haben, selbst für sich zu sprechen."