Journalist freigelassen
Graffito an einer Häuserwand in der Mohamed-Mahmoud-Straße in Kairo
© Amnesty International
Der Journalist Abdallah Elshamy, der beim arabischen Sender Al Jazeera arbeitet, ist aus der Haft entlassen worden. Er war zehn Monate lang ohne Anklage inhaftiert gewesen.
Sachlage
Abdallah Elshamy ist in der Nacht des 17. Juni aus der Haft entlassen worden, nachdem er aus seiner Zelle in einem Hochsicherheitsgefängnis zur Polizeiwache 1 in Nasr City, einem Stadtteil von Kairo, gebracht worden war. Der Staatsanwalt hatte die Haftentlassung des Journalisten nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen angeordnet. Abdallah Elshamys gesundheitlicher Zustand hatte sich nach einem langen Hungerstreik stark verschlechtert. Aus demselben Grund ordnete der Staatsanwalt auch die Entlassung von 23 weiteren Gefangenen an.
Nach seiner Freilassung sah Abdallah Elshamy seine Familie wieder, die vor der Polizeiwache 1 in Nasr City auf ihn wartete. Er sagte Reporter_innen gegenüber, dass er all denen dankbar sei, die sich für seine Haftentlassung eingesetzt hatten.
Ob weiterhin gegen Abdallah Elshamy ermittelt wird, ist nicht bekannt. Jedoch sagte sein Rechtsbeistand Amnesty International, dass der Anklagevertreter in diesem Gerichtsverfahren festgestellt hatte, dass Abdallah Elshamy ausschließlich in seiner Funktion als Journalist bei dem Sitzstreik auf dem Rabaa al-Adawiya-Platz gewesen war. Der Anklagevertreter habe die Staatsanwaltschaft in einem Schreiben darüber informiert.
Der Rechtsbeistand gab zudem an, er habe fünfmal Rechtsmittel gegen die Inhaftierung Abdallah Elshamys eingelegt. Die Staatsanwaltschaft habe am 14. Juni schließlich dem letzten dieser Rechtsmittel, das zwei Tage zuvor eingelegt worden war, stattgegeben. Allerdings habe sich dieses Rechtsmittel darauf gegründet, dass Abdallah Elshamy an dem Sitzstreik, den er als Journalist dokumentierte, nicht teilgenommen hatte. Es habe keine Informationen über seinen gesundheitlichen Zustand enthalten.
Derzeit sind keine weiteren Appelle des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Amnesty International wird die Entwicklung in diesem Fall weiter verfolgen und gegebenenfalls weitere Aktionen einleiten.