"Verschwundene" tot aufgefunden

Ergebnis dieser Urgent Action

Die verkohlten Leichen von Miguel Alejandro Gama Habif, Israel Ayala Martínez und Aarón Rojas de la Fuente wurden am 5. Mai 2009 etwa 15 Kilometer südlich der Stadt Nuevo Laredo im Bundesstaat Tamaulipas gefunden.

Die verkohlten Leichen von Miguel Alejandro Gama Habif, Israel Ayala Martínez und Aarón Rojas de la Fuente wurden am 5. Mai 2009 etwa 15 Kilometer südlich der Stadt Nuevo Laredo im Bundesstaat Tamaulipas gefunden.

Sachlage

Die drei Männer waren am 17. März 2009 von SoldatInnen angehalten und festgenommen worden, als sie durch Nuevo Laredo fuhren. Zunächst wurden nur Miguel Alejandro Gama Habif und Israel Ayala Martínez als vermisst gemeldet – unter der Annahme, dass sie vom Militär festgehalten wurden. Später stellte sich jedoch heraus, dass ein weiterer Mann, Aarón Rojas de la Fuente, mit im Auto gewesen ist.

Am 8. Mai 2009 hat das Verteidigungsministerium erklärt, dass zwölf Soldaten angeklagt wurden, nachdem ein Militärstaatsanwalt ihre Festnahme in Verbindung mit dem Tod der drei Männer angeordnet hatte. Die Behörden machten keine weiteren Angaben zu den Anklagen oder den Ermittlungen.

Einer lokalen Menschenrechtsorganisation zufolge, die den Verwandten der drei Männer zur Seite steht, seien noch weitere Angehörige der Armee in das Verschwinden der Männer verwickelt gewesen.

Amnesty International hat bereits mehrmals große Besorgnis darüber ausgedrückt, dass die rechtliche Zuständigkeit für die Ermittlung, Strafverfolgung und Verhandlung von Fällen schwerer Menschenrechtsverletzungen, die von Angehörigen des mexikanischen Militärs verübt werden, beim Militär selbst liegt. Über Jahre hinweg hat Amnesty International dokumentiert, wie diese Situation routinemäßig dazu führt, dass Opfern und Familienangehörigen Informationen vorenthalten, dass Ermittlungen mangelhaft durchgeführt werden, und dass diejenigen Armeeangehörigen, die in schwere Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind, systematisch Straffreiheit genießen. Amnesty International fordert weiterhin, dass solche Verbrechen innerhalb des zivilen Justizsystems untersucht und verhandelt werden.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Amnesty International wird sich mit diesem Fall weiterhin befassen.