Syrer freigelassen

Kamal Saloum ist am 26. März gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Er war am 11. Februar festgenommen worden und hatte seitdem keinen Kontakt zur Außenwelt. Er steht nun wegen seiner Kontakte zu internationalen Medien und seiner Kritik an der syrischen Regierung unter Anklage und muss sich vor Gericht verantworten.

Sachlage

Kamal Saloum war am 11. Februar nicht von der Arbeit in der Stadt al-Suwayda nach Hause zurückgekehrt. Er hatte am 7. Februar dem Sender Al Jazeera ein Interview gegeben, weil seine Wohnung nach einer Demonstration am 3. Februar von Sicherheitskräfte durchsucht worden war. Offenbar wurde er wegen dieses Interviews in Haft genommen. Laut Angaben einer Quelle aus Syrien wurde Kamal Saloum einem Richter vorgeführt, der ihm Straftaten zur Last legte, die aus Kontakten zu internationalen Medien und seiner Kritik an den syrischen Behörden resultierten. Es ist noch nicht bekannt, wann die nächste Gerichtsverhandlung stattfinden wird.

Seiner Familie wurde zunächst mitgeteilt, Kamal Saloum sei von Angehörigen des Luftwaffengeheimdienstes in al-Suwayda festgenommen und inhaftiert worden. Eine Kontaktperson in Syrien erklärte gegenüber Amnesty International jedoch, dass Kamal Saloum die meiste Zeit seiner Haft in einer Einrichtung des Militärgeheimdienstes in der Hauptstadt Damaskus verbracht habe. Zudem wurde Kamal Saloum laut diesen Angaben regelmäßig mit verschiedenen Gegenständen brutal geschlagen. Er soll in einem kleinen Raum festgehalten worden sein, der so überbelegt war, dass die Insassen sich zum Schlafen nicht richtig hinlegen konnten.

Kamal Saloum leidet an Diabetes, hohem Bluthochdruck und einer Herzerkrankung. Er hat während der Haft jedoch keine Medikamente erhalten. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge wurde Kamal Saloum die medizinische Versorgung verweigert und er wurde beleidigt, wenn er um Medikamente bat. Kamal Saloum hat seit seiner Festnahme offenbar erheblich an Gewicht verloren.

Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für Kamal Saloum eingesetzt haben. Amnesty International wird den Fall weiterhin verfolgen und gegebenenfalls weitere Aktionen einleiten.