Umstrittenes Todesurteil
Todestrakt in Illinois
© APGraphics
Appell an
GOUVERNEUR VON ARIZONA
The Honorable Jan Brewer, Governor of Arizona
1700 West Washington, Phoenix, Arizona 85007, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (00 1) 602 542 1381
E-Mail: azgov@azgov.com
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip Dunton Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bin mir der Schwere des Verbrechens bewusst, für das Daniel Cook zum Tode verurteilt worden ist.
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Ich weise auf die Ausführungen des Staatsanwalts über die wenig kompetente Art der Verteidigung von Daniel Cook hin und verweise weiterhin auf seine Aussage, dass er die Todesstrafe nicht beantragt hätte, wenn er um die geistige Unreife und um den Missbrauch gewusst hätte, dem der Angeklagte in der Kindheit ausgesetzt gewesen war.
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Mich befremdet die extrem unterschiedliche Höhe des Strafmaßes der beiden Angeklagten.
- Ich appelliere eindringlich an Sie, das Todesurteil gegen Daniel Cook umzuwandeln.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Acknowledging the seriousness of the crime for which Daniel Wayne Cook was sentenced to death.
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Noting that the prosecutor has pointed to the inadequacy of Daniel Cook’s representation at trial, and said that he would not have pursued a death sentence if he had known about Cook’s childhood abuse and mental disorders.
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Pointing to the disparity in sentences given to the two defendants in this case.
- Calling on the governor to commute Daniel Cook’s death sentence.
Sachlage
Nach 23 Jahren im Todestrakt ist für den 5. April die Hinrichtung des 1988 zum Tode verurteilten Gefangenen Daniel Cook anberaumt worden. Der leitende Staatsanwalt im Prozess gegen Daniel Cook erklärte, er hätte damals die Todesstrafe ganz sicher nicht beantragt, wenn ihm bekannt gewesen wäre, dass Daniel Cook in seiner Kindheit schwer missbraucht worden war und in seiner geistigen Entwicklung zurückgeblieben ist.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1987 wurden in dem von Daniel Cook und John Matzke bewohnten Apartment in Lake Havasu City im Bundesstaat Arizona die beiden Männer Carlos Cruz-Ramos und Kevin Swaney missbraucht und getötet. Am 21. Juli 1987 wandte sich John Matzke an die Polizei und machte eine Aussage über die Tat. Daraufhin suchten Polizeibeamt_innen die Wohnung auf, entdeckten dort die Leichen der beiden Opfer und nahmen den damals 25-jährigen Daniel Cook fest.
John Matzke gab zu, Carlos Cruz-Ramos getötet zu haben und bekannte sich des Mordes zweiten Grades (mit bedingtem Vorsatz) in einem Fall für schuldig. Daraufhin wurde er zu 20 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Als Gegenleistung für seine Daniel Cook belastende Aussage zog die Staatsanwaltschaft die beiden gegen John Matzke wegen Mordes ersten Grades (mit Vorsatz) vorgebrachten Anklagepunkte zurück. Daniel Cook war in der Zwischenzeit ein Rechtsanwalt zur Seite gestellt worden, der damals an einer manisch-depressiven Erkrankung litt und regelmäßig große Mengen Alkohol zu sich nahm. Wenige Wochen vor Eröffnung des Prozesses beschloss Daniel Cook, von seinem Recht auf anwaltliche Vertretung keinen Gebrauch zu machen. Später gab er an, er sei davon ausgegangen, ihm stünden nur zwei Optionen offen: Entweder die Zusammenarbeit mit einem von ihm als unfähig erachteten Rechtsanwalt fortzusetzen oder sich selbst zu verteidigen. Er habe sich für die zweite Option entschieden (der Rechtsanwalt blieb in "beratender Funktion" für ihn tätig). Die Geschworenen befanden Daniel Cook des zweifachen vorsätzlichen Mordes schuldig. Sein Antrag auf Hinzuziehung eines psychiatrischen Sachverständigen wurde vom Richter abgewiesen. Daniel Cook selbst legte dem Gericht keine Beweise für seine verminderte Schuldfähigkeit vor.
Der Richter verhängte gegen Daniel Cook die Todesstrafe. Er hatte zwar Zugang zu einigen Unterlagen über die eingeschränkte geistige Verfassung des Angeklagten und wusste um dessen mehrfache Selbstmordversuche; allerdings sind seit Ende des Prozesses noch weitaus mehr Informationen bekannt geworden. So stellte sich erst nach Abschluss des Verfahrens heraus, dass Daniel Cook im Kindes- und Jugendalter durch Familienangehörige und andere Personen wiederholt schwerem körperlichen und sexuellen Missbrauch ausgesetzt gewesen war. Bei ihm wurde eine organische Funktionsstörung des Gehirns und eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert (siehe Hintergrundinformationen).
In einer eidesstattlichen Versicherung aus dem Jahr 2010 gab der leitende Staatsanwalt des damaligen Prozesses gegen Daniel Cook an, er hätte "auf keinen Fall die Todesstrafe beantragt", wären ihm zum Zeitpunkt des Verfahrens die strafmildernden Umstände bekannt gewesen. So beispielsweise die Tatsache, dass der in seiner Kindheit erlittene Missbrauch "sich in den Umständen des Verbrechens widerspiegelt". Über den damaligen Rechtsanwalt des Angeklagten äußerte sich der Staatsanwalt mit den Worten: "Auf einer Kompetenzskala für die Verteidigung in einem gewöhnlichen Strafverfahren ist sein Wert am unteren Ende anzusiedeln. Er schien weder in der Lage noch willens zu sein, die Anstrengungen auf sich zu nehmen, die zur Vertretung der Interessen eines des Mordes beschuldigten Angeklagten notwendig sind". Daniel Cook, so der Staatsanwalt, "war eindeutig damit überfordert, sich selbst zu verteidigen."
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
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Ich bin mir der Schwere des Verbrechens bewusst, für das Daniel Cook zum Tode verurteilt worden ist.
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Ich weise auf die Ausführungen des Staatsanwalts über die wenig kompetente Art der Verteidigung von Daniel Cook hin und verweise weiterhin auf seine Aussage, dass er die Todesstrafe nicht beantragt hätte, wenn er um die geistige Unreife und um den Missbrauch gewusst hätte, dem der Angeklagte in der Kindheit ausgesetzt gewesen war.
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Mich befremdet die extrem unterschiedliche Höhe des Strafmaßes der beiden Angeklagten.
- Ich appelliere eindringlich an Sie, das Todesurteil gegen Daniel Cook umzuwandeln.
[APPELLE AN]
GOUVERNEUR VON ARIZONA
The Honorable Jan Brewer, Governor of Arizona
1700 West Washington, Phoenix, Arizona 85007, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (00 1) 602 542 1381
E-Mail: azgov@azgov.com
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip Dunton Murphy
Pariser Platz 2, 10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
[HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUF ENGLISCH]
In 2010, Daniel Cook’s appeal lawyer retained a psychiatrist with expertise in post-traumatic stress disorder (PTSD) and extensive experience in working with the victims and perpetrators of sexual abuse. The following details are included in her evaluation of Daniel Cook as summarized in a sworn statement dated 21 November 2010.
Daniel Cook was subjected to severe abuse as an infant at the hands of his father, including beatings with a belt and being burned on the penis with a cigarette. At the age of three, he was sent to live with his grandmother and step-grandfather. The latter subjected the boy to sexual abuse, as well as forcing him and his sister, who was 11 months older than Daniel, to sexually molest each other. The grandparents also subjected the children to physical abuse; including tying them to chairs and making the boy eat his own vomit. When Daniel Cook was nine, his grandmother died and the two children went to live with their mother and her new husband. The children were subjected to further physical abuse, including beatings with a belt, and Daniel was subjected to further sexual abuse by one of his older step-brothers. In addition, Daniel Cook experienced several suicide attempts by his mother who reportedly suffered from bipolar disorder.
When Daniel Cook was 14 years old, his mother gave up custody of him and he was placed in a home for boys. There he was subjected to further sexual abuse by a "house parent", who is currently serving a prison term for such crimes. Daniel Cook was also allegedly tied up and raped by other individuals at the home. He ran away on a number of occasions, and was eventually discharged from the home at the age of 16. At the age of 18 he enlisted in the US Army Reserve, but within three months had attempted suicide by overdose and was discharged. He made a number of suicide attempts in the following years and was placed in psychiatric hospitals on several occasions. During those years, he was variously diagnosed with schizophrenia, acute psychosis, alcohol addiction, passive aggressive personality, depression, and dependent personality disorder.
In her 2010 declaration, the psychiatrist stated that, in her opinion, "had Mr Cook been allowed a proper mental health evaluation in preparation for sentencing", he would have been diagnosed with a variety of disorders, including PTSD, organic mental syndrome, and amphetamine delusional disorder. At the time of the crime, Daniel Cook and John Matzke were using crystal methamphetamine, and had smoked marijuana and consumed large amounts of alcohol. Daniel Cook had also taken Valium that day.
Amnesty International opposes the death penalty in all cases, unconditionally, regardless of the crime or the offender, or the method used to kill the prisoner. To end the death penalty is to abandon a degrading, destructive, diversionary and divisive public policy that is not consistent with widely held values. It not only runs the risk of irrevocable error, it is also costly, in social and psychological terms as well as to the public purse. It has not been proved to have a unique deterrent effect. It tends to be applied in a discriminatory way, on grounds of race and class. It diverts resources that could be better used to work against violent crime and assist those affected by it. The death penalty extends the suffering of the victim’s family to that of the condemned prisoner.
There have been 1,243 executions in the USA since judicial killing resumed there in 1977, including nine so far this year. Arizona has executed 24 people since resuming executions in 1992. Twenty-two of them were put to death under a three-drug lethal injection process (sodium thiopental, pancuronium bromide, and potassium chloride) used in most US death penalty states to anesthetize, paralyze and kill the prisoner. A shortage of sodium thiopental resulting from the sole US manufacturer’s suspension of production of the drug and its decision earlier this year to withdraw from the market has led to US death penalty states looking to each other, to the federal government, and to sources overseas for solutions. Arizona is one of the states that have obtained lethal injection drugs from a company in the United Kingdom in recent months (see Urgent Action update, 28 October 2010, http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR51/101/2010/en.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Acknowledging the seriousness of the crime for which Daniel Wayne Cook was sentenced to death.
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Noting that the prosecutor has pointed to the inadequacy of Daniel Cook’s representation at trial, and said that he would not have pursued a death sentence if he had known about Cook’s childhood abuse and mental disorders.
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Pointing to the disparity in sentences given to the two defendants in this case.
- Calling on the governor to commute Daniel Cook’s death sentence.