Hinrichtung gestoppt!

Ergebnis dieser Urgent Action

Am 7. April hat das Berufungsstrafgericht Texas einen Hinrichtungsstopp im Fall von Paul Storey verfügt. Er sollte am 12. April hingerichtet werden. Der Fall ist einem Gericht erster Instanz zur Prüfung der Eingabe übergeben worden, die Staatsanwaltschaft habe im Verfahren falsche Beweise vorgelegt.

Für eine Welt ohne Todesstrafe

Für eine Welt ohne Todesstrafe

Am 7. April hat das Berufungsstrafgericht Texas einen Hinrichtungsstopp im Fall von Paul Storey verfügt. Er sollte am 12. April hingerichtet werden. Der Fall ist einem Gericht erster Instanz zur Prüfung der Eingabe übergeben worden, die Staatsanwaltschaft habe im Verfahren falsche Beweise vorgelegt.

Sachlage

Am 31. März reichten die Rechtsbeistände von Paul Storey ein Rechtsmittel beim Gericht in Tarrant County und beim Berufungsstrafgericht Texas ein. In dem Rechtsmittel argumentierten sie, dass die Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen Paul Storey im Jahr 2008 für den an Jonas Cherry begangenen Mord 2006 erschwerendes Beweismaterial vorgelegt hatte, von dem sie wusste, dass es falsch war, und vorhandenes entlastendes Beweismaterial zurückgehalten habe.

Bei der Verhandlung über die Strafzumessung hatte die Staatsanwältin gegenüber den Geschworenen argumentiert, dass „die gesamte Familie des Angeklagten gestern hier ausgesagt und Sie darum gebeten hat, sein Leben zu retten“, es sich jedoch von selbst verstehe, „dass die Familie von Jonas [Cherry] und all die, die ihn liebten, der Ansicht sind, dass das Todesurteil angemessen ist“. Das neue Rechtsmittel weist darauf hin, dass die Eltern von Jonas Cherry „die Todesstrafe für Herrn Storey entschieden ablehnen und ihre starke Ablehnung bereits Monate vor Beginn des Verfahrens gegenüber der Staatsanwaltschaft zum Ausdruck gebracht hatten“. Das Argument der Staatsanwältin gegenüber den Geschworenen war folglich „sowohl unzutreffend als auch in hohem Maße nachteilig [für den Angeklagten]“. Der Rechtsbeistand von Paul Storey, steht weiter in dem Rechtsmittel, „wusste nicht, dass das Argument der Staatsanwaltschaft falsch war“. Er hat dazu eine eidesstattliche Erklärung abgegeben und gesagt, dass, wenn das Argument der Staatsanwaltschaft „tatsächlich nicht der Wahrheit entspricht“, es „besonders ungeheuerlich und schädlich für Herrn Storey war“, denn ein großer Teil des entlastenden Materials hatte „aus den Appellen seiner Familie bestanden, ihn zu verschonen“. Der Anwalt sagte weiter, dass er „wegen der Falschheit und der Irreführung der Geschworenen definitiv Einspruch gegen die Aussage eingelegt hätte“, wenn er gewusst hätte, dass sie falsch war.

Am 7. April hat das Berufungsstrafgericht Texas einen Hinrichtungsstopp angeordnet. Es fügte jedoch an, dass es zu wenig Information habe, um festzustellen, ob die Rechtsbeistände von Paul Storey das Beweismaterial früher hätten entdecken können. Das Gericht übergab den Fall daher einem Gericht erster Instanz, damit es „die Informationen beibringt“ und entscheidet, ob diese Informationen ermittelbar gewesen wären. Wenn es entscheiden sollte, dass die Informationen „durch vertretbare Gewissenhaftigkeit“ nicht vorher zu erhalten gewesen waren, dann solle das Gericht die Begründetheit der Behauptungen prüfen. Im Februar 2017 schrieben die Eltern von Jonas Cherry an die Behörden und forderten eine Umwandlung des Todesurteils. Sie drehten auch ein Video, in dem sie erklärten „wir möchten auf keinen Fall, dass Paul Storey für den Mord an unserem Sohn hingerichtet wird und bitten darum, dass er stattdessen zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer Bewährung verurteilt wird“. Seine Mutter sagte, „es schmerzt uns zu denken, dass aufgrund des Todes unseres Sohnes eine weitere Person mit Absicht getötet werden soll“ und einer weiteren Familie Leid zufügt. Sie fuhr fort: „Eine Hinrichtung führt nicht dazu, dass wir mit dem Tod von Jonas abschließen können. Sie bringt uns nur noch mehr Schmerz“.

Weitere Aktionen sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.