Hinrichtung trotz Krankheit

Schilder mit Kreuz

Jack Jones soll am 24. April wegen eines Mordes, der 1995 verübt wurde, im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden. Die Geschworenen, die ihn zum Tode verurteilt hatten, wussten nicht, dass bei ihm kurz vor dem Verbrechen eine bipolare Störung diagnostiziert wurde. Jack Jones ist heute 52 Jahre alt.

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Appell an:

GOUVERNEUR VON ARKANSAS The Honorable Asa Hutchinson Governor of the State of Arkansas, State Capitol, Suite 250 500 Woodlane St, Little Rock, AR 72201 USA (Anrede: Dear Govenor / Sehr geehrter Herr Gouverneur) Fax: (001) 501 682 3597 oder (001) 501 682-1382 E-Mail: http://governor.arkansas.gov/contact-info/

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA Herrn Kent Doyle Logsdon Geschäftsträger a.i. Pariser Platz 2 10117 Berlin Fax: 030-83 05 10 50 E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, sodass sie noch vor dem 24. April 2017 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte begnadigen Sie Jack Jones und wandeln Sie sein Todesurteil in eine Haftstrafe um.

  • Bitte beachten Sie, dass die Geschworenen nicht wussten, dass Jack Jones in den Monaten vor der Tat eine bipolare Störung, also ein schwerwiegenden geistige Erkrankung attestiert wurde.

  • Ich möchte Ihnen versichern, dass ich Gewalttaten in keiner Weise entschuldigen oder die Konsequenzen herunterspielen möchte.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for clemency for Jack Jones and for his death sentence to be commuted.

  • Expressing concern that the jury never knew that Jack Jones had been diagnosed with bipolar disorder, a serious mental disability, in the months before the crime.

  • Explaining that you are not seeking to condone violent crime or to downplay its consequences.

Sachlage

Am 6. Juni 1995 wurde die 34-jährige Mary Philips in der Buchungsstelle in Bald Knob, Arkansas, wo sie als Buchhalterin gearbeitet hat ausgeraubt, vergewaltigt und ermordet. Ihre 11-jährige Tochter, die bei dem Übergriff mit dabei war, wurde gewürgt, verprügelt und vom Täter für tot gehalten. Doch sie überlebte den Angriff. Im April 1996 wurde der damals 31-jährige Jack Jones wegen Mord, Vergewaltigung und versuchtem Mord verurteilt. Im Gerichtssaal hörten die Geschworenen Beweise über die Wirkung von Ritalin beim Angeklagten, das er als Kind einnahm. Ritalin ist ein Medikament, das dazu gedacht ist, die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zu behandeln. Statt eines Experten, stellte Jack Jones Schwester die meisten Beweise zu der Störung vor. Eine Ärztin der Verteidigung sagte aus, dass Jack Jones mehrmals versucht habe sich selbst zu töten, der ADHS-Erkrankung inzwischen entwachsen sei und er nun treffender als antisoziale Persönlichkeit diagnostiziert werden könnte. Ein weiterer Experte der Verteidigung sagte aus, dass Jack Jones keine bipolare Störung habe. Dieser Arzt, der zwei Jahre zuvor seine ärztliche Zulassung bei Beginn eines Drogen- und Alkoholentzugsprogramms abgegeben hatte, bezeugte, dass er Jack Jones Schmerzmittel verschrieben habe, allerdings konnte er nicht mehr sagen, wann und welche Medikamente er ihm verschrieben hatte. Außerdem habe er sich nicht mit den anderen Ärzten_innen, die den Angeklagten behandelten, abgesprochen. Die Geschworenen verurteilen Jack Jones zum Tode.

Was die Geschworen allerdings nicht hörten war, dass sich Jack Jones einige Monate vor dem Verbrechen freiwillig in ein Krankenhaus eingewiesen hat, wo bei ihm eine bipolare Störung (auch bekannt als eine manisch-depressive Erkrankung) diagnostiziert wurde, eine ernstzunehmende geistige Behinderung. Das Gutachten vermerkte, dass er „viele Suizidgedanken habe und Vorstellungen, wie er sich selbst verletzen könne“. Am 8. Mai 1995, weniger als ein Monat vor dem Verbrechen, wurde bei ihm ein weiteres Mal eine bipolare Störung diagnostiziert mit der Bemerkung, dass er „extrem bipolar“ sei. Nach einem Selbstmordversuch vier Jahre zuvor war er unfreiwillig in eine psychiatrische Einrichtung in Ohio gebracht worden. Zu diesem Zeitpunkt wurde bei ihm eine schizoaffektive Störung mit Depressionen diagnostiziert. Schon 1989 hatte er versucht, sich das Leben zu nehmen.

2005 gab ein Experte für Strafmilderung eine Beurteilung über die Untersuchung und Präsentation der Verteidigung im Hinblick auf eine mögliche Strafmilderung ab. Er kam zu dem Schluss, dass die Verteidigung bei der letzten Anhörung zum Strafmaß „weit unter den Standards lag, die man von einem Rechtsbeistand in einem Mordfall erwartet. Die wichtigsten Themen im Leben des Herrn Jones fehlten, es wurde nur negatives psychologisches Beweismaterial vorgestellt, obwohl eine Vielzahl von Zeugen_innen zur Verfügung stand, um eine eindrucksvolle Sozialgeschichte zu belegen und damit daran scheiterte, gute Argumente für sein Leben vorzubringen“. Er vertrat die Ansicht, dass das Beweismaterial eine Fehldiagnose, also keine ADHS-Erkrankung sondern vielmehr eine „schon im Kindesalter aufgetretene bipolare Störung“ bei Jack Jones nahelege. Außerdem vermerkte er, dass Jack Jones „im frühen Alter anfing, illegale Drogen zu nehmen, um die Symptome seiner psychischen Erkrankung zu lindern“, was unter Kindern und Heranwachsenden mit bipolarer Störung üblich sei.