Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Geldstrafe wegen Doku

  • Malaysia
UA-057/2017-1
Index:
ASA 28/5985/2017
29. März 2017

LENA HENDRY

Karte Malaysia: © based on UN mapKarte Malaysia: © based on UN map

Die malaysische Menschenrechtsverteidigerin Lena Hendry wurde wegen der privaten Ausstrahlung eines Dokumentarfilms über Menschenrechte in Sri Lanka mit einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 2.100 Euro bestraft. Es wurde keine Haftstrafe gegen sie verhängt.

Lena Hendry wurde wegen einer privaten Ausstrahlung des Dokumentarfilms "No Fire Zone: The Killing Fields of Sri Lanka" festgenommen, inhaftiert und wegen dem Verstoßes gegen Abschnitt 6 des Filmzensurgesetzes von 2002 vor Gericht gestellt. Am 22. März 2017 wurde sie vom Strafgericht Kuala Lumpur wegen "Verbreitung, Ausstrahlung, Verkauf oder Besitz" von Filmmaterial, das die Zensurbehörde nicht genehmigt hatte, für schuldig erklärt.

Lena Hendry drohte eine dreijährige Haftstrafe, doch dann wurde sie nur zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 2.100 Euro verurteilt. Sie musste den gesamten Betrag noch am selben Tag, dem 22. März, bezahlen, ansonsten hätte ihr eine einjährige Gefängnisstrafe gedroht. Trotz dieser strengen Vorgabe des Gerichts, zahlte sie die volle Summe und wurde daraufhin freigelassen. Sie wird weiter als Menschenrechtsaktivistin arbeiten und sich dabei auf die Registrierung von Wähler_innen, Bildung und Sensibilisierung zu bestimmten Themen konzentrieren.

Amnesty International ist nach wie vor besorgt wegen der weitreichenden und willkürlichen Befugnisse, die der Filmzensurbehörde durch das Filmzensurgesetz gewährt werden und der Art und Weise wie sie diese einsetzt, um friedliche Menschenrechtsverteidiger_innen zum Schweigen zu bringen und ihre Arbeit zu untergraben. Weitere Informationen finden Sie in einer am 23. März veröffentlichen englischsprachigen Stellungnahme von Amnesty International: https://www.amnesty.org/en/documents/asa28/5939/2017/en/.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.