Drohende Zwangsräumung

Haiti: Recht auf angemessene Unterkunft

Haiti: Recht auf angemessene Unterkunft

Etwa 20 Familien, die bei dem Erdbeben 2010 in Haiti ihr Zuhause verloren haben, droht unmittelbar die Vertreibung aus einem Notlager in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Falls sie vertrieben werden, sind sie erneut obdachlos.

Appell an:

MINISTER FÜR JUSTIZ UND ÖFFENTLICHE SICHERHEIT
Jean Renel Sanon
Ministre de la Justice et de la Securité Publique
18 Avenue Charles Summer
Port-au-Prince
HAITI
(Anrede: Monsieur le Ministre / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
E-Mail: secretariat.mjsp@yahoo.com,
jrsanon@mjsp.gouv.ht

POLIZEICHEF
Godson Orélus
Directeur Général de la PNH
Police Nationale d’Haiti
Port-au-Prince
HAITI
(Anrede: Monsieur le Directeur / Dear Director / Sehr geehrter Herr Generaldirektor)
E-Mail: godore68@hotmail.com

Sende eine Kopie an:

MINISTERIN FÜR MENSCHENRECHTE UND DIE BEKÄMPFUNG VON ARMUT
Roseanne Auguste
33, Boulevard Harry Truman
Port-au-Prince
HAITI
E-Mail: rosanne.auguste@primature.ht

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HAITI
Herr Patrick Saint Hilaire
Geschäftsträger a.i.
Gesandter-Botschaftsrat
Uhlandstraße 14
10623 Berlin
Fax: 030-8862 4279
E-Mail: amb.allemagne@diplomatie.ht

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 23. April 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie bitte sicher, dass im Lager „Camp KID“ keine Zwangsräumungen ohne rechtliche Grundlage oder ohne eine angemessene Bekanntmachung und vorherige Konsultation der BewohnerInnen durchgeführt werden. Sorgen Sie weiterhin dafür, dass allen Betroffenen angemessene Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

  • Ich fordere Sie auf, eine Untersuchung der Vorwürfe einzuleiten, wonach den BewohnerInnen von Camp KID die Vertreibung angedroht wurde.

  • Bitte kümmern Sie sich darum, dass dauerhafte Lösungen zur Deckung des Wohnraumbedarfs der BewohnerInnen von Camp KID und tausender weiterer Menschen gefunden werden, die noch immer unter sehr schlechten Bedingungen in Behelfsunterkünften leben.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to ensure that residents of Camp KID are not evicted without due process, adequate notice, consultation and that all those affected have access to adequate alternative accommodation.

  • Calling for an investigation into the reported eviction threats made against Camp KID residents.

  • Urging them to seek durable solutions to the housing needs of Camp KID residents as well as thousands of others still living in makeshifts camps.

Sachlage

Den etwa 20 Familien, die in dem Notlager Camp KID im Bezirk Christ-Roi in der Hauptstadt Port-au-Prince leben, droht die unmittelbar bevorstehende Vertreibung. Das Camp KID wird so genannt, weil es sich auf einem Grundstück befindet, das der politischen Organisation Komitee für Demokratische Einheit (Komite Inite Demokratik – KID) gehört.

Die Familien berichten, dass ihnen am 10. März von einer Person, die sich als Mitglied des KID ausgab, mitgeteilt wurde, dass sie das Land bis 14. März zu verlassen hätten, sonst würde man sie mit Gewalt davon entfernen. Die Person gab an, dass das Gelände, auf dem die Familien Zuflucht gefunden haben, benötigt werde, um einen Zugang zu dem Gebäude zu schaffen, in dem die KID-Mitglieder ihre Treffen abhalten.

So wie tausende andere HaitianerInnen, deren Häuser durch das Erdbeben im Januar 2010 zerstört wurden und die deshalb auf leerstehenden Grundstücken Zuflucht suchten, leben auch die Familien im Camp KID unter schlechten sanitären Bedingungen und ohne fließend Wasser in provisorischen Notunterkünften. Sie können das Grundstück erst verlassen, wenn ihnen angemessene Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt werden. Erst dann werden sie auch endlich ihre Existenzen wieder aufbauen können, die das Erdbeben zerstört hat.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Familien, die in Camp KID leben, gehören zu den hunderttausenden Menschen, die durch das schwere Erdbeben im Januar 2010 obdachlos wurden und die keine andere Wahl hatten, als sich selbst Notunterkünfte zu bauen, wo immer sie Platz fanden. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt, dass mehr als vier Jahre nach dem Erdbeben 146.573 Personen noch immer in provisorischen Notlagern leben und einem Drittel von ihnen die Zwangsräumung droht.

Laut aktuellster Zahlen der IOM leben momentan 316 Familien oder 1.072 Personen in Camp KID.