Mord an Gewerkschafter
Der Gewerkschafter Nelson Camacho González ist am 17. Juni in Barrancabermeja, Kolumbien erschossen worden. Aktivist_innen aus 17 Organisationen der Region sind ebenfalls in Gefahr und benötigen Schutz.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Señor Presidente Álvaro Uribe Vélez
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No.7-26, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Excmo. Sr. Presidente Uribe)
Fax: (00 57) 1 337 5890
AMTIERENDER GENERALSTAATSANWALT
Dr. Guillermo Mendoza Diago
Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación (e)
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01)
Bloque C, Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal/Dear Attorney General)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (Sie werden auf Spanisch aufgefordert, 2017 zu wählen)
Sende eine Kopie an
GEWERKSCHAFT
Oil Worker’s Union (USO)
Calle 38, No. 13-37,
Oficina 302
Bogotá
KOLUMBIEN
STÄNDIGE VERTRETUNG DER ILO IN KOLUMBIEN
Sr. José Luis Daza
Avenida 82 N 12-18 Oficina 504
Bogotá
KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84, 10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 4. August 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
-
Drücken Sie Ihre Sorge um die Sicherheit der Mitglieder der Gewerkschaft USO und weiterer Gewerkschaften sowie Menschenrechtsaktivist_innen im Departement Santander aus.
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Dringen Sie bei den Behörden darauf, dass sie in Absprache mit den Betroffenen wirksame Maßnahmen zu deren Schutz ergreifen.
- Fordern Sie die Behörden auf, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Tötung von Nelson Camacho González einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Expressing concern for the safety of other members of USO and other trade union and human rights activists in the department of Santander;
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Urging the authorities to provide them with effective protection in strict accordance with their wishes;
- Calling on the authorities to carry out a full, swift and impartial investigation into the killing of Nelson Camacho González, for the results to be made public and for those responsible to be brought to justice.
Sachlage
Am 17. Juni 2010 um 5:30 Uhr eröffneten bewaffnete Männer auf einem Motorrad in der Stadt Barrancabermeja im Departement Santander das Feuer und erschossen Nelson Camacho González. Nelson Camacho war Mitglied der Ölarbeitergewerkschaft USO (Unión Sindical Obrera) in Barrancabermeja.
Zu dem Mord kam es fast einen Monat, nachdem eine paramilitärische Gruppe, die sich selbst "Gemeinsames Säuberungskommando" nennt, eine schriftliche Morddrohung gegen Mitglieder von 17 Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, darunter auch USO, Landarbeiterorganisationen und Organisationen Vertriebener verbreitet hatten, die in Barrancabermeja und der Region Magdalena Medio im Departement Santander arbeiten.
Die Drohung ging am 26. Mai ein und lautete: "Weil die Guerilla in Barrancabermeja in allen Organisationen sitzt, die sich Vertriebene, Menschenrechtsverteidiger, Gewerkschaften und solche Scheißgruppen nennen, halten sie sich für unangreifbar. Wir werden alle auslöschen, die sich der Entwicklung und Sicherheit im Land entgegenstellen. Wir werden euch nicht stoppen, wir werden euch auslöschen. Vaterlandsverräter, entweder haut ihr ab oder ihr seid tot."
Der Mord wirft Fragen hinsichtlich der Sicherheit der USO-Mitglieder in Barrancabermeja und anderer Gewerkschaften, sozial engagierten Personen und Menschenrechtsverteidiger_innen in der Region auf.
Hintergrundinformation
Während des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben Sicherheitskräfte und Paramilitärs Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften häufig als Guerrillakollaborateure oder
–unterstützer_innen bezeichnet. Diesen Beschuldigungen folgen häufig schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Mitglieder dieser Organisationen, darunter Drohungen und Tötungen.
In Barrancabermeja sind in den vergangenen Jahren Gewerkschaften, Organisationen, die mit den Campesinos (Landarbeiter_innen) zusammenarbeiten, und unabhängige Menschenrechtsorganisationen wiederholt Ziel schwerer Menschenrechtsverletzungen geworden.
Guerillagruppen haben außerdem Menschenrechtsverteidiger_innen bedroht und getötet, von denen sie meinen, dass sie mit dem Feind kollaborieren.