Bedroht und drangsaliert

Soni Sori

Soni Sori

Im Distrikt Bastar im Bundesstaat Chhattisgarh in Zentralindien wurden eine Aktivistin, zwei Rechtsanwältinnen und eine Journalistin angegriffen, drangsaliert und bedroht. Vermutlich sollen die Schikanierungen sie daran hindern, ihre Menschenrechtsarbeit auszuüben. Aus Angst um ihre Sicherheit haben drei von ihnen die Region verlassen.

Amnesty fordert:

LUFTPOSTBRIEFE, E-MAILS UND FAXE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte stellen Sie sicher, dass Aktivst_innen, Journalist_innen und Rechtsbeistände in Chhattisgarh ohne Einschüchterung, Behinderung, Drangsalierung oder unzulässige Beeinflussung ihre beruflichen Aufgaben ausüben können, so auch Malini Subramaniam, Isha Khandelwal, Shalini Gera und Soni Sori.

  • Bitte ziehen Sie diejenigen zur Rechenschaft, die für solche Verstöße verantwortlich sind.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to ensure that activists, journalists and lawyers in Chhattisgarh are able to carry out their professional duties without intimidation, hindrance, harassment or improper interference.

  • Urging them to hold those responsible for committing any such violations accountable for their actions.

Sachlage

Am 7. Februar 2016 versammelte sich eine Gruppe von über 20 Personen vor dem Haus von Malini Subramaniam, einer Journalistin, die mehrere Artikel über Menschenrechtsverletzungen im Bundesstaat Chhattisgarh geschrieben hatte. Die Gruppe drängte Nachbar_innen dazu, Steine auf ihr Haus zu werfen. In Sprechchören warfen sie ihr vor, Verbindungen zu bewaffneten maoistischen Gruppen zu haben. Am nächsten Morgen wurden Steine auf ihr Haus geworfen und die Heckscheibe ihres Autos dadurch beschädigt. Am 17. Februar lud die Polizei ihren Vermieter vor, der ihr später am Tag sagte, dass sie so schnell wie möglich aus ihrem Haus ausziehen müsse. Am 18. Februar verließ Malini Subramaniam zusammen mit ihrer Familie aus Angst um ihre Sicherheit Bastar.

Isha Khandelwal und Shalini Gera sind Mitglieder der Jagdalpur Legal Aid Group (JagLAG), einer Gruppe von Rechtsanwält_innen, die in fünf Verwaltungsdistrikten in Chhattisgarh kostenlosen Rechtsbeistand für Inhaftierte anbietet. Viele dieser Inhaftierten gehören der indigenen Gemeinschaft der Adivasi an und werden beschuldigt, bewaffneten maoistischen Gruppen anzugehören. In der Nacht des 17. Februar kamen Polizeibeamt_innen in das Haus des Vermieters von Isha Khandelwal und Shalini Gera und nahmen ihn mit auf eine örtliche Polizeistation. Am nächsten Morgen sagte er Isha Khandelwal und Shalini Gera, dass er „keine andere Wahl“ habe, als sie zu bitten, ihr Haus und Büro zu räumen. Zwei Tage später verkündete der Generalinspekteur der Polizei von Bastar bei einer Pressekonferenz, dass Drohungen über Angriffe auf Mitglieder der JagLAG eingegangen seien. Isha Khandelwal und Shalini Gera verließen in der Nacht darauf Bastar.

Am 20. Februar wurde der Adivasi-Aktivistin und ehemaligen gewaltlosen politischen Gefangenen Soni Sori von drei unbekannten Männern eine schwarze Substanz über das Gesicht geschüttet, als sie auf dem Weg von Jagdalpur zu ihrem Haus in Geedam war. Die Männer warnten sie, sie solle mit ihrem Aktivismus aufhören. Sie wurde zunächst ins Krankenhaus in Jagdalpur und anschließend in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Neu-Delhi gebracht. Ihr Zustand ist stabil. Soni Sori sagte, sie habe am selben Tag einen Telefonanruf erhalten, in dem sie vor einem möglichen Angriff gewarnt worden war.

Den Polizeibehörden in Chhattisgarh ist es trotz wiederholter Aufforderung nicht gelungen, angemessenen Schutz für Menschenrechtsverteidiger_innen bereitzustellen. Des Weiteren gab es in der letzten Zeit mehrere Stellungnahmen von ranghohen Polizeibeamt_innen in den Medien, in denen die Schwere des Angriffs auf Soni Sori infrage gestellt wurde. Es bestehen daher Zweifel daran, ob eine faire und unparteiische Untersuchung des Vorfalls durch die Polizei gewährleistet ist.

Appell an:

INNENMINISTER
Rajnath Singh
17, Akbar Road
New Delhi, INDIEN
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Singh)
Fax: (00 91) 11 2301 4184
E-Mail: 38ashokroad@gmail.com

REGIERUNGSCHEF DES BUNDESSTAATES CHHATTISGARH
Raman Singh
Chief Minister’s Secretariat
DKS Bhavan, Mantralaya
Raipur – 492001, Chhattisgarh, INDIEN
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Singh)
Fax: (00 91) 0771 222 1306, 2331000
E-Mail: cmcg@nic.in, cmcg@gov.in, cmhouse11@yahoo.co.in

GENERALINSPEKTEUR DER POLIZEI IN BASTAR
SRP Kalluri
IG Office
Bastar range
Chhattisgarh – 494001
INDIEN
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Generalinspektor)

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDIEN
S.E. Herr Gurjit Singh
Tiergartenstr. 17
10785 Berlin
Fax: 030 – 25 79 51 02
E-Mail: dcm@indianembassy.de

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