Migranten verschleppt
Appell an
INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Señor Secretario/Dear Minister)
Fax: (00 52) 5550 93 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES TABASCO
Lic. Andres Granier Melo
Gobernador del Estado de Tabasco
Palacio de Gobierno
Independencia numero 2
Colonia Centro, Villahermosa86000
Estado de Tabasco
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador/ Dear Governor)
Fax: (00 52) 9933 14 26 12
E-Mail: gobernador@tabasco.gob.mx
Sende eine Kopie an
ORGANISATION FÜR DIE RECHTE VON MIGRANT_INNEN
Dimensión Pastoral de la Movilidad Humana
E-Mail: jornalerosdpmh@hotmail.com
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der mutmaßlichen Entführung von mindestens drei Migrant_innen am 19. Februar einzuleiten. Versuchen Sie bitte umgehend, den Aufenthaltsort der Migrant_innen herauszufinden und sie zu befreien.
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Untersuchen Sie die Einsätze von Beamt_innen der Einwanderungsbehörde, im Zuge derer es zu Angriffen auf Migrant_innen durch kriminelle Banden gekommen ist.
- Ich appelliere außerdem an Sie, den Migrant_innen, die die Entführung am 19. Februar mit angesehen haben, befristete Aufenthaltsgenehmigungen und Schutz zu gewähren, so dass sie gegen die Verantwortlichen aussagen können, ohne Angst vor Repressalien oder Rückführung haben zu müssen.
Sachlage
Migrant_innen, die auf einem Güterzug durch den mexikanischen Bundesstaat Tabasco reisen wollten, sind von bewaffneten Männern entführt worden. Ihr Leben und das der Migrant_innen, die die Entführung mit angesehen haben, ist in Gefahr.
Am 19. Februar reisten etwa hundert Migrant_innen auf einem Güterzug durch den Bundesstaat Tabasco im Süden von Mexiko. Nachdem der Zug die kleine Ortschaft Faisán Vía passiert hatte, wurde er von Beamt_innen der nationalen Einwanderungsbehörde angehalten. Ziel des Einsatzes war es, alle Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus (Migrant_innen, die keine offizielle Einreise- oder Aufenthaltserlaubnis besitzen) festzunehmen. Die Beamt_innen nahmen zahlreiche Migrant_innen fest; einige konnten jedoch weglaufen und so der Festnahme entkommen. Wenige Minuten, nachdem sich die Beamt_innen entfernt hatten, erschienen sieben bewaffnete Männer und fassten etwa zehn der Migrant_innen, die zuvor entkommen waren. Drei davon konnten sich befreien und schafften es zurück zu der Migrantenunterkunft in Tenosique im Bundesstaat Tabasco. Dort erzählten sie, was geschehen war.
Die drei Zeug_innen, eine Frau und zwei Männer, trugen mehrere Verletzungen davon, als sie sich vor den Schüssen der bewaffneten Männer in Sicherheit zu bringen versuchten. Ihren Angaben zufolge sahen sie vor ihrer Flucht, wie die bewaffneten Männer eine Migrantin auszogen und sie und zwei weitere Männer abführten. Der Aufenthaltsort der entführten Migrant_innen ist unbekannt. Die mexikanische Bundesstaatsanwaltschaft hat eine Voruntersuchung eingeleitet.
Amnesty International sind mehrere andere Fälle bekannt, in denen es nach Einsätzen mit dem Ziel der Festnahme von Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus in abgelegenen Landesteilen zu Angriffen durch bewaffnete Männer auf die Migrant_innen kam.
Hintergrundinformation
Hunderttausende Migrant_innen versuchen jedes Jahr, aus Mittel- und Südamerika über Mexiko in die USA zu gelangen. Viele werden von den mexikanischen Einwanderungsbehörden festgenommen und in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Eine Delegation von Amnesty International reiste vor kurzem nach Mexiko, um Berichten über Menschenrechtsverletzungen gegen diese Personen nachzugehen. Die Delegation fand heraus, dass viele Migrant_innen von Banden entführt werden, zum Teil mit Billigung der lokalen Behörden. Diese Banden und die korrupten Beamt_innen, die sich stillschweigend oder aktiv beteiligen, werden selten zur Verantwortung gezogen und Personen, die Anklage erheben, sehen sich Repressalien und umgehender Abschiebung ausgesetzt. Durch die herrschende Straflosigkeit haben die Menschenrechtsverletzungen gegen Migrant_innen seit etwa 2003 zugenommen, obwohl die mexikanische Regierung sich verpflichtet hat zu gewährleisten, dass die Rechte der Migrant_innen respektiert werden.