Bevorstehende Hinrichtung

Ergebnis dieser Urgent Action

Der Gouverneur von Ohio Ted Strickland hat Jeffrey Hill am 12. Februar begnadigt und das Todesurteil in eine Haftstrafe umgewandelt. Er sollte am 3. März 2009 hingerichtet werden. Jeffrey Hill war 1992 wegen des Mordes an seiner Mutter, Emma Hill, im Jahr 1991 zum Tode verurteilt worden.

Zeichnung dreier Ausrufezeichen

Jeffrey Hill soll am 3. März 2009 hingerichtet werden. Er wurde 1992 wegen des Mordes an seiner Mutter im Jahr 1991 zum Tode verurteilt. Der Begnadigungs- und Berufungsausschuss hatte dem Gouverneur von Ohio, Ted Strickland, einstimmig empfohlen, er solle Jeffrey Hills Todesurteil umwandeln. Die Empfehlung ist für den Gouverneur jedoch nicht bindend.

Appell an

GOUVERNEUR VON OHIO Governor Ted Strickland Governors Office, Riffe Center, 30th Floor, 77 South High Street Columbus, OH 43215-6108 USA (korrekte Anrede: Dear Governor) Fax: (001) 614 466 9354 E-Mail: governor.strickland@das.state.oh.us

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA Herrn John Monroe Koenig Gesandter-Botschaftsrat (Geschäftsträger a.i.) Pariser Platz 2, 10117 Berlin Fax: 030-83 05 10 50 E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

 

PLEASE SEND APPEALS IMMEDIATELY.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • sich betroffen über das Leid der Familie von Emma Hill zeigen und darlegen, dass sie nicht entschuldigen wollen, wie sie zu Tode gekommen ist;

  • die einstimmige Entscheidung des Berufungs- und Begnadigungsausschusses in Ohio begrüßen, Jeffrey Hills Urteil umzuwandeln;

  • die Schlussfolgerung des Ausschusses unterstreichen, die Hinrichtung von Jeffrey Hill würde das Leiden der Hill-Familie verschlimmern und darauf hinweisen, dass der Ausschuss die "echte Reue" von Jeffrey Hill gesehen habe;

  • darauf hinweisen, dass zwei der Richter des Obersten Gerichtshofs von Ohio die Todesstrafe in diesem Fall für unangemessen hielten, ebenso wie das achtköpfige Gremium des Begnadigungsausschusses;

  • Ihre Sorge über die mangelnde Vorbereitung und Darlegung durch die Anwälte von Jeffrey Hill äußern, insbesondere in der Phase der Strafmaßfestsetzung, in der die Jury für ihre Entscheidung über Leben und Tod falsch informiert wurde;

  • Gouverneur Strickland auffordern, die Empfehlung des Begnadigungsausschusses zu akzeptieren.

Sachlage

Emma Hill wurde am 23. März 1991 im Alter von 61 Jahren in ihrer Wohnung in Cincinnati erstochen. Drei Tage später gestand ihr 26-jähriger Sohn Jeffrey Hill der Polizei, er habe seine Mutter ermordet. Zur Tatzeit hatte er große Mengen Crack-Kokain zu sich genommen. Seiner Aussage zufolge wurde er süchtig danach, nachdem sein Vater eine Krebsdiagnose erhalten hatte und verstorben war.

Jeffrey Hills Pflichtverteidiger riefen bei der Gerichtsverhandlung im Juni 1992, bei der es um seine Schuld oder Unschuld ging, keine ZeugInnen für ihn auf und ließen zu, dass ihr Mandant in Gefängniskleidung an der Gerichtsverhandlung teilnahm. Dies kann die Jury gegen den Angeklagten einnehmen. Die Vorbereitung der Verteidigung in der Phase der Strafmaßfestsetzung war minimal, sie ließ lediglich in der Nacht vor der Verkündung des Strafmaßes einen Psychologen zur Strafmilderung aussagen. Der Psychologe hatte nur einmal kurz mit Jeffrey Hill gesprochen, ehe er seine Aussage über ihn machte. Das US-Berufungsgericht des 6. Bezirks hielt das Todesurteil gegen Jeffrey Hill 2005 aufrecht, obwohl es einräumte, "die Aussage des Psychologen wären zweifellos von Vorteil gewesen, wenn er früher berufen worden wäre und ihm mehr Zeit gegeben worden wäre, die Akte von Hill zu lesen und seinen Hintergrund zu untersuchen".

Als der Oberste Gerichtshof in Ohio 1995 das Todesurteil aufrecht erhielt, stimmten zwei Richter mit der Begründung dagegen, "das Todesurteil ist unter Berücksichtigung der besonderen Fakten dieses Falls unangemessen... Hill hat keinen geplanten Mord begangen. Der Bericht zeigt, dass Hill aufgrund der durch die zuvor eingenommenen Drogen durchdrehte. Er war die ganze Nacht auf gewesen und hatte Crack geraucht. Er hatte Crack im Keller seiner Mutter geraucht, unmittelbar ehe er mit ihr am Morgen des Mordes sprach. Nachdem seine Mutter ihm 20 Dollar gegeben hatte, kaufte und rauchte er noch mehr Crack. Hill sagte unter Eid aus, dass er sich erinnert, mit seiner Mutter gesprochen zu haben, als er zu ihr zurückkehrte. Das nächste, an was er sich erinnere, sei, dass sie am Boden gelegen habe. Hill sagte aus, dass er sich nicht daran erinnere, mit dem Messer auf seine Mutter eingestochen zu haben. Seinem Bruder sagte er, er habe sie nicht töten wollen. Der Staat stellt dies als Teil von Hills Geständnis nicht in Frage. Es ist unumstritten, dass das Verbrechen zu großen Teilen als Folge von Hills Drogenmissbrauch und seiner Abhängigkeit zu sehen ist.

Am 21. Januar 2009 befragten Mitglieder des Ohio-Berufungs- und Begnadigungsausschusses Jeffrey Hill im Rahmen ihrer Beratungen zu seinem Gnadengesuch per Video-Konferenz. Jeffrey Hill sagte ihnen, dass er zwar die Details des Mordes nicht erinnere, sich aber seiner Verantwortung dafür nicht entziehen wolle. Laut Ausschuss war das Interview "sehr emotional und tränenreich. Er sagte, er denke jeden Tag daran, dass er seiner Mutter das Leben genommen habe, und wünsche, dies ungeschehen machen zu können. Er sagte, er würde nie darüber hinwegkommen." Bei der Anhörung zur Begnadigung vor dem achtköpfigen Ausschuss bezeugte ein Psychologe am 29. Januar 2009, dass er in seiner dreißigjährigen Praxis noch nie jemand so reuevollem begegnet sei wie Jeffrey Hill.

Am 6. Februar 2009 veröffentlichte der Berufungs- und Begnadigungsausschuss seine einstimmige Entscheidung, Gouverneur Ted Strickland zu empfehlen, Jeffrey Hills Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln, mit der Möglichkeit auf bedingte Haftentlassung nach 25 Jahren.

[HINTERGRUNDINFORMATION]

Amnesty International ist in allen Fällen und bedingungslos gegen die Todesstrafe. Die Todesstrafe abzuschaffen, heißt, eine zerstörerische, ablenkende und spaltende Politik zu beenden, die mit allgemein anerkannten Werten nicht übereinstimmt. Sie birgt nicht nur das Risiko eines nicht wieder gut zu machenden Irrtums, sondern ist auch für die öffentliche Hand, sozial und psychologisch kostspielig. Es ist nicht nachgewiesen, dass die Todesstrafe eine abschreckende Wirkung hat. Zudem wird sie bezüglich ethnischer Herkunft und Klasse tendenziell diskriminierend angewandt. Sie verweigert die Möglichkeit der Versöhnung und Rehabilitation. Sie fördert vereinfachende Antworten auf komplexe menschliche Probleme, statt Erklärungen zu verfolgen, die zu positiven Strategien führen könnten. Sie verlängert das Leiden der Familie des Opfers. Und verlängert das Leiden der geliebten Menschen des verurteilten Gefangenen. Sie bindet Ressourcen, die besser für die Arbeit gegen Gewaltverbrechen und die von ihnen betroffenen Menschen eingesetzt werden könnten. Sie ist das Symptom einer Kultur der Gewalt, keine Lösung dafür. Sie ist ein Affront gegen die Menschenwürde. Sie sollte abgeschafft werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt haben 138 Länder die Todesstrafe entweder abgeschafft oder wenden sie nicht mehr an. 2007 rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen zu einem weltweiten Hinrichtungsmoratorium auf und forderte die Länder, die sie nicht mehr anwenden, auf, sie abzuschaffen. Seit die USA 1977 die Todesstrafe wieder aufgenommen haben, sind 1145 Menschen hingerichtet worden, 28 von ihnen in Ohio. 2009 wurden bereits neun Menschen hingerichtet, doch noch niemand in Ohio.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • sich betroffen über das Leid der Familie von Emma Hill zeigen und darlegen, dass sie nicht entschuldigen wollen, wie sie zu Tode gekommen ist;

  • die einstimmige Entscheidung des Berufungs- und Begnadigungsausschusses in Ohio begrüßen, Jeffrey Hills Urteil umzuwandeln;

  • die Schlussfolgerung des Ausschusses unterstreichen, die Hinrichtung von Jeffrey Hill würde das Leiden der Hill-Familie verschlimmern und darauf hinweisen, dass der Ausschuss die "echte Reue" von Jeffrey Hill gesehen habe;

  • darauf hinweisen, dass zwei der Richter des Obersten Gerichtshofs von Ohio die Todesstrafe in diesem Fall für unangemessen hielten, ebenso wie das achtköpfige Gremium des Begnadigungsausschusses;

  • Ihre Sorge über die mangelnde Vorbereitung und Darlegung durch die Anwälte von Jeffrey Hill äußern, insbesondere in der Phase der Strafmaßfestsetzung, in der die Jury für ihre Entscheidung über Leben und Tod falsch informiert wurde;

  • Gouverneur Strickland auffordern, die Empfehlung des Begnadigungsausschusses zu akzeptieren.

[APPELLE AN]

GOUVERNEUR VON OHIO Governor Ted Strickland Governors Office, Riffe Center, 30th Floor, 77 South High Street Columbus, OH 43215-6108 USA (korrekte Anrede: Dear Governor) Fax: (001) 614 466 9354 E-Mail: governor.strickland@das.state.oh.us

KOPIEN AN BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA Herrn John Monroe Koenig Gesandter-Botschaftsrat (Geschäftsträger a.i.) Pariser Platz 2, 10117 Berlin Fax: 030-83 05 10 50 E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

PLEASE SEND APPEALS IMMEDIATELY.