Morddrohungen gegen Menschenrechtlerin
MOVICE
© MOVICE
Martha Elena Díaz Ospina hat am 6., 7. und 8. Februar per SMS Morddrohungen erhalten. In den Textnachrichten wird die in der Stadt Barranquilla im Norden Kolumbiens lebende Menschenrechtlerin beschuldigt, der Guerilla anzugehören. Außerdem erklärte man sie zu einem "militärischen Ziel".
Appell an
PRÄSIDENT
Señor Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN
(Anrede: Dear President / Excmo. Sr. Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
GENERALSTAATSANWALT
Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá, KOLUMBIEN (Anrede: Dear Attorney General / Estimado Sr. Fiscal / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss, nach Ansage wählen Sie bitte 2023)
Sende eine Kopie an
MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE
Calle 45 No. 20-21
Bogotá, KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. März 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.
Sachlage
Am 8. Februar erhielt Martha Elena Díaz Ospina, Mitglied der Menschenrechtsorganisation Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado (MOVICE) im Departamento Atlántico, eine Morddrohung per SMS. Darin hieß es: "Dir bleiben 48 Stunden […] die Stadt zu verlassen, du musst die Konsequenzen tragen, Guerillakämpferin." (Te quedan 48 horas […] sales de la ciudad atente a las consecuencias guerrillera). Sie hatte bereits an den beiden Vortagen von derselben Telefonnummer Drohungen per SMS erhalten. Darin wurde die Menschenrechtsverteidigerin zu einem "militärischen Ziel" (objetivo militar) erklärt. Martha Elena Díaz Ospina ist neben ihrer Mitgliedschaft bei MOVICE Gründungsmitglied und Vorsitzende der Asociación de Familias por un Solo Dolor (AFUSODO), einer Organisation, in der sich Familienangehörige von Opfern außergerichtlicher Hinrichtungen zusammengeschlossen haben. Zudem unterstützt die Organisation Mütter, deren Kinder Opfer des Verschwindenlassens durch die kolumbianische Armee geworden sind.
Am 5. Februar hatte Martha Elena Díaz Ospina an den Gesprächen im Rahmen eines Runden Tisches eines Opferschutzausschusses in Barranquilla (Mesa Distrital de Víctimas de Barranquilla) teilgenommen. An dem Runden Tisch wurden 80 Fälle von Drohungen – sowohl gegen Opfer von Menschenrechtsverletzungen als auch gegen MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen – behandelt. Auch andere TeilnehmerInnen des Runden Tisches haben Drohungen erhalten – in zunehmendem Maße in den vergangenen beiden Monaten. Die Drohungen erfolgten über Flugblätter, die in der Region verteilt worden sind, über SMS und Anrufe. Einige der Drohungen waren mit dem Namen der paramilitärischen Gruppierung "Los Rastrojos" unterzeichnet.
[BITTE SCHREIBEN SIE]
FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Martha Elena Díaz Ospina. Leiten Sie bitte in enger Absprache mit ihr wirksame Schutzmaßnahmen für sie ein.
-
Führen Sie bitte eine vollständige und unparteiische Untersuchung zu der Morddrohung gegen Martha Elena Díaz Ospina ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse dieser Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.
-
Ich möchte Sie daran erinnern, dass Kolumbien Vertragsstaat der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern aus dem Jahr 1998 ist und Sie somit die Pflicht haben, MenschenrechtlerInnen zu schützen.
- Zudem fordere ich Sie auf, entsprechend der aufgeführten Verpflichtungen der Regierung sowie der von der UN und anderen zwischenstaatlichen Organisationen ausgesprochenen Empfehlungen umgehend Maßnahmen zur Auflösung der paramilitärischen Gruppen zu ergreifen und ihre Verbindungen zu den kolumbianischen Sicherheitskräften zu lösen.
[APPELLE AN]
PRÄSIDENT
Señor Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26, Bogotá, KOLUMBIEN
(Anrede: Dear President / Excmo. Sr. Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
GENERALSTAATSANWALT
Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá, KOLUMBIEN (Anrede: Dear Attorney General / Estimado Sr. Fiscal / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss, nach Ansage wählen Sie bitte 2023)
KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
MOVICE
Calle 45 No. 20-21
Bogotá, KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. März 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
MOVICE ist ein Zusammenschluss von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und setzt sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbiens lang anhaltenden bewaffneten internen Konflikt ein. Die Mitglieder von MOVICE haben bereits viele Fälle von Tötungen und Verschwindenlassen dokumentiert und aufgedeckt, die auf das Konto von Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen gingen.
Im Laufe des bewaffneten innerstaatlichen Konfliktes in Kolumbien haben die Sicherheitskräfte systematisch zahlreiche Menschen außergerichtlich hingerichtet. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte ist Teil ihrer Strategie zur Bekämpfung von Aufständen. Die Generalstaatsanwaltschaft Kolumbiens untersucht mehr als 2.000 Fälle außergerichtlicher Hinrichtungen, für welche die Sicherheitskräfte verantwortlich sein sollen. In Kolumbien werden Menschen, die Gerechtigkeit für die Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen einfordern, immer wieder von den Sicherheitskräften oder ihren paramilitärischen Verbündeten mit dem Tod bedroht oder ermordet.
Sicherheitskräfte und Paramilitärs bezeichnen Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Organisationen häufig als KollaborateurInnen oder UnterstützerInnen von Guerillagruppen. In der Folge werden sie häufig bedroht, entführt oder getötet. Auch Guerillagruppen bedrohen und töten immer wieder MenschenrechtsverteidigerInnen.