Morddrohungen gegen Menschenrechtler

MenschenrechtsverteidigerInnen in Barrancabermeja in der Region des Magdalena Medio im Nordosten Kolumbiens haben Morddrohungen erhalten.

Appell an

PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Estimado Sr. Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident / Dear President)
Fax: (00 57) 1 596 0631

GENEREALSTAATSANWALT
Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Estimado Sr. Fiscal General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt / Dear Attorney General)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (bei automatischer Ansage bitte Durchwahl 2023 wählen)

Sende eine Kopie an

NGO
CREDHOS
Av. 52 No. 25-49
Barrancabermeja, Santander
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 10. März 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Am 23. Januar 2014 traf sich Iván Madero Vergel, Vorsitzender der regionalen Menschenrechtsorganisation Corporación Regional para la Defensa de los Derechos Humanos (CREDHOS), mit weiteren Mitgliedern von CREDHOS sowie der Nichtregierungsorganisation Internationale Friedensbrigaden (Peace Brigades International – PBI) in der Stadt Barrancabermeja im Departamento Santander. Während des Treffens erhielt einer der Anwesenden einen Anruf. Der Anrufer sagte ihm: "Richte dem Hurensohn Iván Madero aus, dass, weil er die Frist von 48 Stunden, die wir ihm gesetzt haben, um aus Barranca zu verschwinden, nicht eingehalten hat, wir seine Frau und seine Kinder umbringen werden (…) und seine Schlampe von einer Schwester ebenso" (Digale al hijo de puta de Iván Madero que como no acató las 48 horas que le dieron para irse de Barranca, le vamos a matar a la esposa y los hijos…y a la malparida hermana que tiene).

Am 9. Januar war Iván Madero im Büro der Organisation CREDHOS angerufen und bedroht worden. Man sagte ihm, er hätte 48 Stunden, um Barrancabermeja zu verlassen. Seine Familie wurde ebenfalls bedroht. Bereits am 22. November 2013 war CREDHOS Informationsmaterial gestohlen worden. Am 27. November wurden zudem Unbekannte bemerkt, die das Büro von CREDHOS beschatteten.

Ebenfalls am 9. Januar fand Lila Peña, Vorsitzende des in Barrancabermeja ansässigen Verbandes der Opfer staatlicher Verbrechen in der Region Magdalena Medio (Asociación de Victimas de Crímenes de Estado del Magdalena Medio – ASORVIMM), im Büro der Organisation eine Pistolenkugel mit einer Morddrohung. Darin werden ASORVIMM, Lila Peña sowie Melkin Castrillón Peña, Mitglied der Kleinbauervereinigung des Cimitarra-Flusstals (Asociación Campesina del Valle del Río Cimitarra – ACVC), namentlich genannt und bezichtigt, als Opfer getarnte GuerillakämpferInnen zu sein.

[SCHREIBEN SIE BITTE ]

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte angesichts der Morddrohungen meine Sorge um die Sicherheit von Iván Madero Vergel und seiner Familie sowie Lila Peña, Melkin Castrillón Peña und weiteren Mitgliedern von CREDHOS, ASORVIMM und ACVC äußern und die Behörden auffordern, sie in Absprache mit ihnen wirksam zu schützen.

  • Leiten Sie bitte eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse der Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich möchte Sie an ihre Verpflichtungen zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen erinnern, die in der UN-Erklärung von 1998 zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen festgeschrieben sind und deren Vertragsstaat Kolumbien ist.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Estimado Sr. Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident / Dear President)
Fax: (00 57) 1 596 0631

GENEREALSTAATSANWALT
Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Estimado Sr. Fiscal General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt / Dear Attorney General)
Fax: (00 57) 1 570 2000 (bei automatischer Ansage bitte Durchwahl 2023 wählen)

KOPIEN AN
NGO
CREDHOS
Av. 52 No. 25-49
Barrancabermeja, Santander
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 10. März 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

CREDHOS ist eine lokale Menschenrechtsorganisation, die sich in Barrancabermeja und der Region des Magdalena Medio dafür einsetzt, dass den Opfern von Menschenrechtsverletzungen Gerechtigkeit zuteil wird. Mitglieder von CREDHOS haben im Laufe der Jahre immer wieder Morddrohungen erhalten. Eines der Mitglieder, David Ravelo Crespo, ist seit September 2010 in Haft. Die Behörden werfen ihm vor, mit Guerillagruppen in Verbindung zu stehen. Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass an David Ravelo ein Exempel statuiert werden soll, um CREDHOS zu diskreditieren und mundtot zu machen.

MenschenrechtsaktivistInnen, darunter auch Mitglieder von CREDHOS, werden von den Sicherheitskräften und ihren paramilitärischen Verbündeten häufig als GuerillakollaborateurInnen und -unterstützerInnen bezeichnet. CREDHOS-MitarbeiterInnen werden immer wieder von Paramilitärs bedroht. Unzählige MenschenrechtsverteidigerInnen sind während des jahrzehntelangen bewaffneten Konfliktes in Kolumbien bereits als GuerillasympathisantInnen diffamiert und getötet worden. Aber auch die Guerillagruppen selbst bedrohen und töten MenschenrechtsverteidigerInnen und Gewerkschaftsmitglieder, von denen sie glauben, dass sie die feindliche Seite unterstützen.

Im Laufe des vergangenen Jahres ist es in Barrancabermeja wiederholt zu Morddrohungen gegen nichtstaatliche Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und die LGBTI-Bewegung gekommen.