Dmitrii Bulatov darf zur Behandlung ausreisen
Der Aktivist Dmitrii Bulatov wurde entführt und gefoltert
© Olha Koshelenko
Dmitrii Bulatov darf zur Behandlung seiner schweren Verletzungen ins Ausland reisen. Der Euromaidan-Aktivist war von Unbekannten verschleppt, geschlagen und "gekreuzigt" worden.
Sachlage
Dmitrii Bulatov ist wegen der "Organisation von Massenunruhen" unter Anklage gestellt worden. Das Gericht von Shevchenkovskiy in Kiew erteilte dem Schwerverletzten am 1. Februar dennoch die Erlaubnis, ins Ausland zu reisen, um sich dort behandeln zu lassen. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft erklärte gegenüber dem ukrainischen Dienst der BBC: "Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft hat das Gericht von Shevchenkovskiy Bulatov die Erlaubnis erteilt, ins Ausland zu reisen. Es gab keine Gründe, ihm die Ausreise zu verweigern, nachdem er selbst, seine Familie, Parlamentsabgeordnete und ausländische Organisationen darum gebeten hatten."
Am Abend des 2. Februar hieß es auf der Facebook-Seite von Piotr Poroshenko, einem prominenten ukrainischen Geschäftsmann und unabhängigen Abgeordneten, dass er und Dmitrii Bulatov auf dem Weg nach Litauen seien.
Amnesty International ist überzeugt, dass die internationalen Appelle, auch im Rahmen dieser Urgent Action, einen wichtigen Beitrag dazu geleistet haben, dass Dmitrii Bulatov noch lebt und jetzt medizinisch behandelt wird.
Dmitrii Bulatov ist einer der Hauptorganisatoren und Teilnehmer der Automaidans, bei denen sich Autokolonnen in die Demonstrationen einreihen, die seit November 2013 in Kiew abgehalten werden. Er "verschwand" am 22. Januar; wie sich später herausstellte, war er von Unbekannten verschleppt und gefoltert worden. Am Abend des 30. Januar wurde er in einem Waldstück außerhalb von Kiew aus einem Auto geworfen. Er konnte sich zu einem nahegelegenen Dorf schleppen, fand dort Hilfe und konnte Freunde anrufen. Seine Kleidung war schmutzig und blutüberströmt; zudem hatte er Schnitt- und Schlagwunden. Er beschrieb seine Qualen mit den Worten: "Sie haben mich gekreuzigt, meine Hände durchbohrt. Sie haben mir ein Stück vom Ohr abgeschnitten, mein Gesicht zerschnitten. Es gibt an meinem Körper keine Stelle, die unverletzt ist. Ihr könnt es euch ansehen. Aber ich lebe, Gott sei Dank."
Vielen Dank an alle, die sich an dieser Urgent Action beteiligt haben. Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Amnesty International wird den Fall weiter verfolgen und mit anderen Aktionen für die Menschenrechte in der Ukraine eintreten.