Aktivist verschleppt

Georges Moubayed

Georges Moubayed

Am 10. Januar 2012 wurde der Aktivist Georges Moubayed entführt. Zuvor hatte er sich für Reformen in Syrien ausgesprochen. Derzeit wird er an einem unbekannten Ort von einer Gruppe, die vermutlich in Verbindung mit den syrischen Behörden steht, gefangen gehalten. Am 12. Januar rief er seine Familie an und berichtete, er sei am Bein angeschossen worden. Seine Entführer verlangen ein Lösegeld für seine Freilassung. Ihm drohen Folter und andere Misshandlungen.

Appell an

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

INNENMINISTER
His Excellency
Major General Mohamed Ibrahim al-Saar
Minister of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency /Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 311 0554

Sende eine Kopie an

AUßENMINISTER
Walid al-Mu'allim, Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus
SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency /Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 6251 /-6252/ -6253

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de oder
press@syrianembassy.de oder secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt darüber, dass Georges Moubayed von einer Gruppe, die in Verbindung zu Behördenstellen stehen soll, an einem unbekannten Ort gefangen gehalten wir und ihm Folter, andere Misshandlungen oder sogar der Tod drohen.

  • Lassen Sie bitte Georges Moubayed sofort und bedingungslos frei und stellen Sie sicher, dass er Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erhält und sicher nach Hause zurückkehren kann.

  • Ich fordere Sie auf, dass Angriffe auf AktivistInnen, die Reformen in Syrien unterstützen, gründlich ermittelt und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern that Georges Moubayed is held at an unknown location by a group believed to be linked to the state and at risk of torture and ill-treatment or even death.

  • Calling on the Syrian authorities to ensure that Georges Moubayed is released immediately, given any necessary medical treatment and is able to return to his home safely.

  • Calling on the Syria authorities to ensure that all attacks against pro-reform activists are investigated thoroughly and that those responsible are brought to justice.

Sachlage

Georges Moubayed ist 62 Jahre alt und arbeitet als Juwelier. Er wurde entführt, kurz nachdem er sein Haus im Bezirk Jaramana der syrischen Hauptstadt Damaskus verlassen hatte. Zuvor hatte er an Demonstrationen für Reformen in Syrien teilgenommen, auf die er in Facebook aufmerksam gemacht hatte. Zudem leistete er finanzielle und anderweitige Unterstützung an Familien von AktivistInnen, die während der Proteste und Unruhen in Syrien ums Leben gekommen waren. Zwei Tage nach seiner Entführung erhielt seine Tochter, die in Frankreich lebt, einen Anruf von ihm, in dem er über seinen Gewahrsam und seine Schusswunde am Bein berichtete. Die Entführer sagten ihr daraufhin, dass sie für seine Freilassung ein Lösegeld von 30 Millionen Syrischen Lira (etwa 500.000 US-Dollar) verlangen.

Seit März 2011 sind tausende AktivistInnen, die sich für Reformen in Syrien einsetzen, von den Sicherheitskräften und Mitgliedern der Schabiha, bewaffneten Gruppen von Präsident Baschar al-Assad, festgenommen worden. Folter und andere Misshandlungen sind an der Tagesordnung, und es sollen bereits mehr als 235 Personen in der Haft gestorben sein.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt darüber, dass Georges Moubayed von einer Gruppe, die in Verbindung zu Behördenstellen stehen soll, an einem unbekannten Ort gefangen gehalten wir und ihm Folter, andere Misshandlungen oder sogar der Tod drohen.

  • Lassen Sie bitte Georges Moubayed sofort und bedingungslos frei und stellen Sie sicher, dass er Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erhält und sicher nach Hause zurückkehren kann.

  • Ich fordere Sie auf, dass Angriffe auf AktivistInnen, die Reformen in Syrien unterstützen, gründlich ermittelt und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

[APPELLE AN]

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

INNENMINISTER
His Excellency
Major General Mohamed Ibrahim al-Saar
Minister of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
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Fax: (00 963) 11 311 0554

KOPIEN AN
AUßENMINISTER
Walid al-Mu'allim, Ministry of Foreign Affairs
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SYRIEN
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Fax: (00 963) 11 214 6251 /-6252/ -6253

BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
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E-Mail: info@syrianembassy.de oder
press@syrianembassy.de oder secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Demonstrationen für Reformen in Syrien begannen im Februar 2011 und entwickelten sich Mitte März zu Massenprotesten. Obwohl sie weitgehend friedlich verliefen, reagierten die Behörden in ihrem Bestreben, die Proteste niederzuschlagen, mit großer Brutalität. Amnesty International verfügt über die Namen von mehr als 4.600 Menschen, die Berichten zufolge im Zusammenhang mit den Demonstrationen gestorben sind oder getötet wurden. Offenbar sind viele von ihnen von den Sicherheitskräften, die mit scharfer Munition gegen die Protestierenden vorgegangen sind, erschossen worden, während sie an friedlichen Demonstrationen oder der Beisetzung von Opfern früherer Proteste teilnahmen. Auch Sicherheitskräfte wurden dabei getötet, oftmals durch übergelaufene Militärangehörige, die ihre Waffen gegen die Regierung erhoben haben.

Tausende weitere Menschen wurden festgenommen und viele von ihnen ohne Kontakt zur Außenwelt an unbekannten Orten in Haft gehalten, an denen Folter und anderweitige Misshandlungen an der Tagesordnung sein sollen. Seit dem 1. April sollen mehr als 235 Personen unter ungeklärten Umständen in der Haft gestorben sein.

Syrien verfügt über mehrere Sicherheits- und Nachrichtendienste und zahlreiche inoffizielle Gruppierungen, die oftmals zwar bewaffnet, jedoch nicht uniformiert sind. Sie sind für Entführungen, Tötungen und andere Straftaten verantwortlich, die offenbar von BehördenvertrerterInnen koordiniert oder zumindest erlaubt werden. Amnesty International liegen Berichte vor, aus denen hervorgeht, dass bewaffnete Personen Menschen bedrohen, misshandeln und in einigen Fällen töten. Diese Personen sollen Verbindungen zu Behördenstellen haben bzw. die Regierung unterstützen..