Ricky Gray hingerichtet
Galgenstrick vor schwarzem Hintergrund
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Ricky Gray ist am Abend des 18. Januar im US-Bundesstaat Virginia hingerichtet worden, nachdem der Gouverneur eine Begnadigung abgelehnt hatte. Er war wegen des Mordes an zwei kleinen Kindern während eines Einbruchs im Jahr 2006 zum Tode und wegen des Mordes an ihren Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Sachlage
Am 17. Januar 2017 lehnte der Gouverneur Terry McAuliffe die Begnadigung von Ricky Gray ab. In einer Erklärung sagte er: "Es liegt in der Verantwortung des Gouverneurs, dass die Gesetze des Commonwealth [Virginia, Kentucky, Massachusetts und Pennsylvania] verfassungsgerecht ausgeführt werden, es sei denn es liegen Umstände vor, die einen Aufschub oder eine Umwandlung rechtfertigen. Auch nach gründlicher Überprüfung und Abwägung habe ich solche Umstände nicht finden können. Ich werde weiterhin für all diejenigen beten, die von diesen furchtbaren Verbrechen betroffen sind".
Damit wies der Gouverneur die Forderung nach einer Begnadigung von mehr als 50 Fachkräften aus den Bereichen Psychiatrie, Betreuung der Opfer von Gewalt und sexueller Misshandlung, sowie Drogenprävention und -behandlung zurück. Die Verbrechen "waren schrecklich", bestätigten sie, "es steht aber auch außer Zweifel, dass Ricky Gray Opfer von furchtbarem sexualisiertem und physischem Missbrauch war und dass dies in sehr jungen Jahren begann und seine ganze Kindheit über andauerte und zu Drogenmissbrauch, lähmender Sucht und schließlich zu kriminellem Verhalten führte."
2016 kam eine klinische Psychologin, die den physischen und sexualisierten Missbrauch in Ricky Grays Kindheit beleuchtete, zu dem Schluss, dass er aufgrund fehlender therapeutischer Behandlung bis ins Erwachsenenalter schwere posttraumatische Belastungszustände aufwies. Sein früher Kontakt mit Alkohol und anderen Drogen führte dazu, dass Drogenmissbrauch die einzige Form war, "mit den überwältigenden traumatischen Erfahrungen umzugehen, die seine Kindheit kennzeichneten".
Am 18. Januar lehnte es der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten ab, einem letzten Rechtsmittel stattzugeben, das die tödliche Injektion betraf, und Ricky Gray wurde hingerichtet. Er sprach keine letzten Worte und wurde um 21.42 Uhr Ortszeit für tot erklärt.
Dies war die zweite Hinrichtung in den USA im laufenden Jahr und erhöht die Zahl aller Hinrichtungen seit der Annahme der überarbeiteten Gesetze für Kapitalverbrechen durch den Obersten Gerichtshof im Jahr 1976 auf 1.444. In Virginia wurden 112 dieser Hinrichtungen durchgeführt. Amnesty International wendet sich ausnahmslos gegen die Todesstrafe. Bis heute haben mehr als 141 Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.
Weitere Eilaktionen sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die versucht haben, mit ihren Appellen die Hinrichtung zu verhindern.