Schüler in Haft

Der 18-jährige Schüler Hassan ’Oun soll auf einer Polizeiwache gefoltert und in anderer Weise misshandelt worden sein. Er wird der rechtswidrigen öffentlichen Versammlung angeklagt. Sein Bruder Ahmed hält sich derzeit versteckt und läuft im Fall seiner Festnahme ebenfalls Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden.

Appell an

KÖNIG
Shaikh Hamad bin 'Issa Al Khalifa
Office of His Majesty the King
P.O. Box 555, Rifa'a Palace
al-Manama
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 973) 1766 4587

MINISTERPRÄSIDENT
Prince Khalifa bin Salman Al Khalifa
Office of the Prime Minister
P.O. Box 1000, al-Manama, BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Highness / Hoheit)
Fax: (00 973) 175 330 33

MINISTER FÜR JUSTIZ UND ISLAMISCHE ANGELEGENHEITEN
Shaikh Khalid bin Ali bin Abdullah Al Khalifa
Ministry of Justice and Islamic Affairs,
P.O. Box 13, al-Manama,
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 175 31 284

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS BAHRAIN
S.E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Str. 7
10785 Berlin
Fax: 030-8687 7788
E-Mail: info@bahrain-embassy.de oder über http://www.bahrain-embassy.de/kontakt/

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 16. Februar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge über die Festnahme von Hassan ’Oun ausdrücken und fordere Sie auf, ihn unverzüglich freizulassen, falls er sich nur deshalb in Haft befindet, weil er in friedlicher Weise Kritik an den bahrainischen Behörden geübt hat.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Hassan ’Oun vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird.

  • Leiten Sie bitte umgehend eine unparteiische und unabhängige Untersuchung der Vorwürfe, Hassan ’Oun sei gefoltert und anderweitig misshandelt worden, ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse der Untersuchung und stellen Sie etwaige Verantwortliche vor Gericht.

  • Ich fordere Sie dringend auf, von der Festnahme seines Bruders Ahmed abzusehen, falls diesem keine international als Straftat anerkannte Handlung zur Last gelegt wird.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Express concern about the detention of Hassan 'Oun and urge his immediate release if he is held solely for his non-violent criticism of the Bahraini authorities.

  • Urge the Bahraini authorities to protect him from torture and other ill-treatment.

  • Urge the authorities to immediately launch an impartial and independent investigation into his alleged torture or other ill-treatment and to make its results public and to bring to justice anyone responsible.

  • Urge the authorities not to arrest his brother Ahmed if he has not committed a recognisable criminal offence.

Sachlage

Hassan ’Oun besucht das Technologie-Institut Shaikh Khalifa Insitute of Technology in Busaiteen, nördlich von Manama, der Hauptstadt des Landes. Er wurde am 3. Januar an seinem betrieblichen Ausbildungsplatz, einer Autoreparaturwerkstatt im nahegelegenen ’Arad, festgenommen. Mehrere PolizeibeamtInnen in Zivil brachten Hassan ’Oun in einem Polizeiwagen auf die Wache in Samaheej, wo man ihn vernahm.

Hassan ’Oun konnte unbemerkt seine Familie anrufen, doch als seine Angehörigen zur Polizeistation kamen und nach ihm fragten, bestritten die PolizeibeamtInnen zunächst, dass Hassan ’Oun sich dort aufhalte. Sie sagten seiner Familie, dass er sich womöglich bei der Staatsanwaltschaft in Manama oder im Gefängnis befinde. Als die Familienangehörigen sagten, dass Hassan ’Oun sie von der Polizeiwache aus angerufen hatte, gaben die BeamtInnen zu, dass er sich dort aufhielt, erlaubten der Familie aber dennoch nicht, ihn zu sehen. Die Polizei gab an, einen Haftbefehl für Hassan ’Oun gehabt zu haben; Hassan ’Oun sagte jedoch gegenüber einem Rechtsbeistand, dass ihm bei seiner Festnahme kein Haftbefehl vorgelegt worden sei.

Am 4. Januar brachte man Hassan ’Oun zur Staatsanwaltschaft und vernahm ihn dort in Anwesenheit eines Rechtsbeistands. Hassan ’Oun sagte gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass er auf der Polizeiwache zu Informationen befragt worden sei, die er der Menschenrechtsorganisation Bahrain Centre for Human Rights hatte zukommen lassen. Bei diesen Informationen ging es darum, dass Hassan ’Oun bei einer zurückliegenden Festnahme gefoltert und bedroht worden sein soll. Familienangehörige von Hassan ’Oun sagten gegenüber Amnesty International, dass der Rechtsbeistand und andere Inhaftierte, die sich bei der Staatsanwaltschaft aufhielten, Folterspuren an seinem Körper und auch sein geschwollenes Bein bemerkt hätten. Hassan ’Oun sagte dem Rechtsbeistand, dass er gezwungen worden sei, elf Stunden lang zu stehen, und man ihm außerdem mit einem Schlauch auf die Füße geschlagen und mit Vergewaltigung gedroht habe.

Die Staatsanwaltschaft entschied, Hassan ’Oun 45 Tage lang in Untersuchungshaft zu halten, und er wurde der rechtswidrigen öffentlichen Versammlung angeklagt. Hassan ’Oun war bereits 2011 in Verbindung mit den Protestkundgebungen gegen die Regierung festgenommen worden. Sein 16-jähriger Bruder Ahmed hält sich Berichten zufolge derzeit versteckt. Offenbar wollte die Polizei ihn festnehmen und sagte seiner Familie, sie hätten einen Haftbefehl für Ahmed. Ahmed hat am Sonntag Prüfungen, und seine Familie befürchtet, dass er im Fall einer Festnahme nicht zu den Prüfungen antreten kann und außerdem Gefahr läuft, gefoltert zu werden.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge über die Festnahme von Hassan ’Oun ausdrücken und fordere Sie auf, ihn unverzüglich freizulassen, falls er sich nur deshalb in Haft befindet, weil er in friedlicher Weise Kritik an den bahrainischen Behörden geübt hat.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Hassan ’Oun vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird.

  • Leiten Sie bitte umgehend eine unparteiische und unabhängige Untersuchung der Vorwürfe, Hassan ’Oun sei gefoltert und anderweitig misshandelt worden, ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse der Untersuchung und stellen Sie etwaige Verantwortliche vor Gericht.

  • Ich fordere Sie dringend auf, von der Festnahme seines Bruders Ahmed abzusehen, falls diesem keine international als Straftat anerkannte Handlung zur Last gelegt wird.

[APPELLE AN]

KÖNIG
Shaikh Hamad bin 'Issa Al Khalifa
Office of His Majesty the King
P.O. Box 555, Rifa'a Palace
al-Manama
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Majesty / Majestät)
Fax: (00 973) 1766 4587

MINISTERPRÄSIDENT
Prince Khalifa bin Salman Al Khalifa
Office of the Prime Minister
P.O. Box 1000, al-Manama, BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Highness / Hoheit)
Fax: (00 973) 175 330 33

MINISTER FÜR JUSTIZ UND ISLAMISCHE ANGELEGENHEITEN
Shaikh Khalid bin Ali bin Abdullah Al Khalifa
Ministry of Justice and Islamic Affairs,
P.O. Box 13, al-Manama,
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 973) 175 31 284

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS BAHRAIN
S.E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Str. 7
10785 Berlin
Fax: 030-8687 7788
E-Mail: info@bahrain-embassy.de oder über http://www.bahrain-embassy.de/kontakt/

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 16. Februar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Es sind bereits elf Monate vergangen, seitdem im Februar und März 2011 Tausende Menschen auf dem Verkehrskreisel Pearl in Manama demonstrierten. Trotzdem sind noch immer viele Angehörige des Gesundheitspersonals, Oppositionelle, MenschenrechtlerInnen, LehrerInnen und weitere Personen in Bahrain in Haft oder erwarten ihren Prozess. Die Sicherheitskräfte gingen damals scharf gegen Protestierende vor. Dennoch finden weiterhin kleinere Protestveranstaltungen gegen die Regierung statt, bei denen nach wie vor AktivistInnen festgenommen werden.

Die unabhängige Untersuchungskommission Bahrains (BICI) wurde am 29. Juni 2011 im Auftrag des Königs ins Leben gerufen, um die Verstöße in Verbindung mit den Protesten vom Februar und März sowie in den darauffolgenden Monaten zu untersuchen. Der fünfhundertseitige Bericht der Kommission wurde am 23. November veröffentlicht.

Hunderte Fälle wurden in diesem Bericht untersucht. Darunter fanden sich auch Fälle, in denen Protestierende von Sicherheitskräften geschlagen wurden, sowie Fälle von Massenfestnahmen von schiitischen Oppositionellen und Folter, die in fünf Fällen während der Haft zum Tode führte. Insgesamt sind mindestens 46 Personen in Verbindung mit den Protesten gestorben, unter ihnen auch fünf Angehörige der Sicherheitskräfte. In dem Bericht der BICI wurde die bahrainische Regierung außerdem aufgefordert, umgehend eine unabhängige Instanz bestehend aus VertreterInnenn der Zivilgesellschaft, der Opposition sowie der Regierung ins Leben zu rufen. Diese soll die Umsetzung der Empfehlungen der BICI überwachen, Gesetzesreformen zur Einhaltung der internationalen Menschenrechtsstandards einleiten und die für Straftaten Verantwortlichen vor Gericht bringen.