Pressemitteilung 29. Januar 2016

Amnesty International zum Thema Familienzusammenführung und dem aktuellen Vorstoß Bayerns zu sicheren Herkunftsländern

BERLIN, 02.02.2016 –

Zur geplanten Aussetzung der Familienzusammenführung für Menschen aus Kriegsgebieten sagt Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland:

„Anstatt über die Familienzusammenführung sicher einreisen zu können, werden Schutzsuchende auf gefährliche Fluchtrouten gezwungen. Für Menschen aus Kriegsgebieten, die nach Deutschland geflohen sind, bleibt ungewiss, ob und wann sie ihre Familien wiedersehen werden. Ein tatsächliches ‚Ankommen‘ in Deutschland ist jedoch erst möglich, wenn Familien vereint in die Zukunft blicken können. Solch eine Politik unterläuft den selbstgestellten Anspruch der Bundesregierung auf eine zügige Integration in Deutschland.“

Zur geplanten Einstufung der Maghreb-Staaten und anderer Länder als „sichere Herkunftsländer“ sagt Çalışkan:

„Das Konzept der 'sicheren Herkunftsländer' lehnt Amnesty grundsätzlich ab, weil es nicht mit dem Recht auf ein individuelles Asylverfahren vereinbar ist. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass die tatsächliche Menschenrechtssituation in den Maghreb-Staaten bei den Überlegungen überhaupt eine Rolle gespielt hat. Dies gilt umso mehr für die lange Liste 'sicherer Herkunftsländer', die Bayern heute im Bundesrat vorgelegt hat.“

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