Pressemitteilung Europa und Zentralasien 13. Juni 2012

Flüchtlingsrechte in Seenot - Europas Grenzen dürfen nicht länger tödlich sein

Amnesty-Bericht dokumentiert die Verletzung von Menschenrechten an Europas Aussengrenzen / 12. Berliner Flüchtlingssyposium

BERLIN, 13.06.2012 - Mindestens 1500 Männer, Frauen und Kinder sind im vergangenen Jahr auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Etliche dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen, so das Ergebnis eines neuen Berichts von Amnesty International zum Flüchtlingsschutz. "Europa muss seiner Verantwortung für Flüchtlinge in Seenot endlich gerecht werden. Mitgliedsstaaten und EU-Institutionen sind aufgefordert, alle nötigen Maßnahmen bei der Seenotrettung zu treffen, um dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu bereiten", fordert Franziska Vilmar, Expertin für Asylpolitik bei Amnesty International.

Amnesty International wendet sich in dem Bericht insbesondere gegen das neue Migrationsabkommen zwischen Italien und Libyen. Dadurch besteht die Gefahr, dass Italien weiterhin Menschen ohne Überprüfung ihres Flüchtlingsstatus auf hoher See aufgreift und sie direkt nach Libyen zurückschickt. Dort angekommen riskieren sie, in ihre Heimatländer abgeschoben zu werden, wo ihnen Folter oder schwere Misshandlung drohen. "Während die EU-Außengrenzen für viel Geld immer schärfer kontrolliert werden, bleiben die Rechte von Flüchtlingen völlig auf der Strecke", so Franziska Vilmar: "Diese Maßnahmen führen dazu, dass Flüchtlinge schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt."

Mit diesem Thema beschäftigt sich auch das 12. Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz. Zu der Frage: "Gerechte Verteilung von Schutzsuchenden in Europa? Fragen an die Dublin II-Verordnung" und anderen rund um den europäischen Flüchtlingsschutz wird es zahlreiche Workshops geben.

WANN:

am 18. und 19. Juni 2012

WO:

Französische Friedrichstadtkirche Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

Den Bericht "S.O.S. Europe - Human Rights and Migration Control" finden Sie auf http://www.amnesty.org/en/library/info/EUR01/013/2012/en, weitere Informationen zum Flüchtlingssymposium unter http://bit.ly/fluechtlingsschutz12 und zur heute gestarteten Amnesty-Flüchtlingsschutz-Kampagne unter www.whenyoudontexist.eu. Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

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