Zwei Palästinenser in Haft

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Zeichnung einer Figur mit Arztkoffer

Die Palästinenser Dr. Mohammed al-Khudari und sein Sohn Dr. Hani al-Khudari befinden sich seit ihrer willkürlichen Inhaftierung am 4. April 2019 ohne Anklage in Haft. Nach ihrer Festnahme wurden sie drei Monate lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft festgehalten. Dr. Mohammad al-Khudari benötigt angemessene medizinische Versorgung und eine Krebsbehandlung.

Bitte setzt euch für Dr. Mohammed al-Khudari und seinen Sohn ein!

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Dein Appell

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Majestät,

Am 4. April 2019 um 5 Uhr morgens wurde der 81-jährige Dr. Mohammad al-Khudari in seiner Wohnung in Dschidda willkürlich und ohne Haftbefehl festgenommen. Später am selben Tag wurde auch sein Sohn Dr. Hani al-Khudari festgenommen. Er war gerade auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz, der Umm-al-Qura-Universität in Mekka, als zwei in Zivil gekleidete Männer ihn nach dem Weg fragten und ihn dann in ein Auto zwangen.

Beide Männer fielen nach ihrer Festnahme einen Monat lang dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden danach zwei Monate lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft gehalten.

Dr. Mohammad al-Khudari und Dr. Hani al-Khudari werden willkürlich und ohne Anklage oder Gerichtsverfahren im Dhahban-Gefängnis festgehalten. Sie wurden wiederholt verhört, ohne dass ein Rechtsbeistand anwesend war.

Lassen Sie die beiden Männer bitte umgehend frei, sofern sie nicht unverzüglich einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden und einen Prozess erhalten, der den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entspricht. Hierzu gehört auch, dass erzwungene Aussagen nicht vor Gericht verwendet dürfen.

Stellen Sie bis zu ihrer Freilassung bitte sicher, dass die beiden Männer vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt sind, Zugang zu ihren Rechtsbeiständen erhalten und ihre Familien kontaktieren dürfen. Gewähren Sie Dr. Mohammad al-Khudari zudem umgehend Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung.

Mit freundlichen Grüßen

Your Majesty,

On 4 April 2019 at 5:00 am, Palestinian national Dr Mohammed al-Khudari (81) was arbitrarily arrested from his home in Jeddah by Saudi officials, without presenting a warrant. Later the same day, Dr Mohammed al-Khudari’s son, Dr Hani al-Khudari was arrested while leaving his work at Um al-Qur’a University in Mecca, by men in plain clothes who asked him for directions and then forced him into their car.

Both men were forcibly disappeared for one month after their arrest and held incommunicado and in solitary confinement for the next two months of their detention. A month into Dr Mohammed al-Khudari’s arrest, his wife received a phone call from authorities in Dhahban Prison requesting his medical records. Two weeks prior to his arrest Dr Mohammed al-Khudari had undergone surgery. There is serious concern for his health as he was detained while he was being treated for cancer, especially as the most recent medical tests indicate that his tumour has grown, requiring urgent medical attention.

Dr Mohammed al-Khudari and Dr Hani al-Khudari have been arbitrarily detained in Dhahban Prison without charge or trial since April 2019. They were repeatedly interrogated without a lawyer present.

We therefore call on your Majesty to release Dr Mohammed al-Khudari and Dr Hani al-Khudari immediately unless they are promptly charged with a recognizable criminal offence and tried in proceedings that respect international standards for fair trial, including the inadmissibility of coerced statements. In the interim, ensure that both men are protected from torture and other ill-treatment, have access to lawyers, and allowed to contact their family, and that Dr Mohammed al-Khudari is immediately granted adequate medical attention.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 24.01.2020

Appell an:

KÖNIG
His Majesty King Salman bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court, Riyadh
SAUDI-ARABIEN

Sende eine Kopie an:

Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien
S. E. Prinz
Faisal bin Furhan A. F. Furhan Al Saud
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5176

E-Mail: deemb@mofa.gov.sa

 

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Dr. Mohammad al-Khudari und Dr. Hani al-Khudari umgehend frei, sofern sie nicht unverzüglich einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt werden und einen Prozess erhalten, der den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entspricht. Hierzu gehört auch, dass erzwungene Aussagen nicht vor Gericht verwendet dürfen.
  • Stellen Sie bis zu ihrer Freilassung bitte sicher, dass die beiden Männer vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt sind, Zugang zu ihren Rechtsbeiständen erhalten und ihre Familien kontaktieren dürfen. Gewähren Sie Dr. Mohammad al-Khudari zudem umgehend Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung.

Sachlage

Am 4. April 2019 um 5 Uhr morgens wurde der 81-jährige Dr. Mohammad al-Khudari in seiner Wohnung in Dschidda willkürlich und ohne Haftbefehl festgenommen. Später am selben Tag wurde auch sein Sohn Dr. Hani al-Khudari festgenommen. Er war gerade auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz, der Umm-al-Qura-Universität in Mekka, als zwei in Zivil gekleidete Männer ihn nach dem Weg fragten und ihn dann in ein Auto zwangen.

Beide Männer fielen nach ihrer Festnahme einen Monat lang dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden danach zwei Monate lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft gehalten. Einen Monat nach der Festnahme von Dr. Mohammad al-Khudari erhielt seine Frau einen Anruf von den Behörden des Dhahban-Gefängnisses, die um die Herausgabe seiner Krankenakte baten. Dr. Mohammad al-Khudari musste sich zwei Wochen vor seiner Festnahme operieren lassen und hatte gerade eine Krebsbehandlung begonnen. Laut den jüngsten Testergebnissen ist sein Tumor wieder gewachsen und muss dringend behandelt werden. Es besteht daher große Sorge um seinen Gesundheitszustand.

Dr. Mohammad al-Khudari und Dr. Hani al-Khudari werden willkürlich und ohne Anklage oder Gerichtsverfahren im Dhahban-Gefängnis festgehalten. Sie wurden wiederholt verhört, ohne dass ein Rechtsbeistand anwesend war.

Dr. Mohammad al-Khudari ist Palästinenser und pensionierter Arzt und Politiker, der seit etwa 30 Jahren in Saudi-Arabien lebt. Während seiner Amtszeit war er offizieller Vertreter der Hamas in Saudi-Arabien. Die Hamas ist die De-facto-Verwaltungsbehörde in Gaza. Dr. Mohammad al-Khudari war für die Koordination der Beziehungen zwischen der Hamas und der saudischen Regierung verantwortlich. Er musste den Posten krankheitsbedingt aufgeben und ist seit zehn Jahren nicht mehr auf dieser Ebene tätig.

Dr. Hani al-Khudari ist Palästinenser ohne politische Zugehörigkeit. Er hat einen Doktortitel in Computerwissenschaften und lehrt an der Umm-al-Qura-Universität.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Dr. Mohammad al-Khudari und Dr. Hani al-Khudari wurden willkürlich festgenommen, fielen dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft gehalten. Darüber hinaus wurden sie hinter verschlossenen Türen und in Abwesenheit ihrer Rechtsbeistände verhört. Hierbei handelt es sich um schwere Menschenrechtsverletzungen. Ihre Behandlung und die Haftbedingungen setzten beide Männer großem psychologischem Stress aus. Berichten zufolge konnte man Dr. Mohammad al-Khudari jeden Abend in seiner Zelle weinen hören. Der Gesundheitszustand von Dr. Mohammad al-Khudari hat sich aufgrund der unzulänglichen medizinischen Behandlung weiter verschlechtert und sein Tumor ist wieder gewachsen. Eine derartige Behandlung kommt Folter und anderen Misshandlungen gleich und ist völkerrechtlich verboten.

Die Festnahme und Inhaftierung der beiden palästinensischen Männer ist Teil eines Musters, nach dem die saudischen Behörden gegen Palästinenser_innen in Saudi-Arabien vorgehen, die mutmaßliche Verbindungen zur Hamas aufweisen. Seit Februar 2019 sind in Saudi-Arabien rund 60 Palästinenser_innen festgenommen worden, die das Land besuchten oder dort wohnhaft waren. Betroffen sind unter anderem Studierende, Akademiker_innen und Geschäftsleute. Familienangehörige der Betroffenen gaben an, dass ihre Verwandten dem Verschwindenlassen zum Opfer fielen und ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft festgehalten wurden. Die betroffenen Palästinenser_innen sind nach wie vor ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert und haben keinen Zugang zu rechtlicher Vertretung.