Nicaragua: Wo sind die Angehörigen von Brooklyn Rivera?
© Brooklyn's family
Der Tod des indigenen Miskitu-Vertreters Brooklyn Rivera am 30. Mai in staatlichem Gewahrsam sorgt weiter für Besorgnis. Sechs Menschen, die am 31. Mai seinen Leichnam abholen wollten, sind seither verschwunden. Ihre Familien haben bis heute keine Informationen über ihren Verbleib oder ihren rechtlichen Status erhalten.
Setzt euch für die sechs Angehörigen von Brooklyn Rivera ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Ministra del Interior
María Amelia Coronel Kinloch
4PVJ + M99 Calle Colón
Edificio Silvio Mayorga Delgado
Managua
NICARAGUA
Sende eine Kopie an
Schreiben Sie auch über X: @MinRex
Nicaragua hat zurzeit keine Botschaft in Deutschland. Bitte schreiben Sie an die Botschaft in Österreich:
Botschaft der Republik Nicaragua
I. E. Frau Sabra Amari Murillo Centeno
Prinz-Eugen-Straße 18, Stiege 1, Top 34
1040 Wien
ÖSTERREICH
Fax: 0043 1 – 403 27 52
E-Mail: embanicaustria@gmail.com, embanicviena@chello.at
Amnesty fordert:
- Ich fordere Sie nachdrücklich auf, unverzüglich Auskunft über das Schicksal und den Verbleib dieser sechs Personen zu geben: Jorge Webster Rojas, Alda López Bryan, Jourbes Escobar López, Korny Valle Bushey, Florencia Sarmiento Alejandro, and Glenis Criesa Pantin Coleman.
- Weisen Sie nach, dass die sechs noch am Leben sind, garantieren Sie ihre Sicherheit und sorgen Sie dafür, dass sie sofort freigelassen werden. Ich vertraue darauf, dass Ihr Sinn für Gerechtigkeit und ihr Einsatz für die Menschenrechte Ihr Handeln leiten wird, und Sie der Ungewissheit zum Schicksal der Verschwundenen umgehend ein Ende setzen werden.
Sachlage
Es herrscht große Besorgnis über das Verschwinden von sechs Familienmitgliedern von Brooklyn Rivera, die alle dem indigenen Volk der Miskitu angehören. Brooklyn Rivera war ein führender Angehöriger dieser Gemeinschaft. Die nicaraguanischen Behörden erteilen den Familien der Verschwunden keine Auskunft über ihr Schicksal, ihren rechtlichen Status oder ihren Haftort. Dem Verschwindenlassen zum Opfer zu fallen, bedeutet, dass eine Person unter Verstoß gegen internationale Menschenrechtsstandards dem Schutz des Gesetzes entzogen und einem erhöhten Risiko von Folter, anderen Misshandlungen und rechtswidriger Tötung ausgesetzt wird.
Nach der Bekanntgabe von Brooklyn Riveras Tod in staatlichem Gewahrsam reisten seine Angehörigen nach Managua. Sie wollten sich seine sterblichen Überreste aushändigen lassen, um ihn gemäß den Traditionen der Miskitu bestattet zu können. Kurz darauf sollen die sechs Personen Jorge Webster Rojas, Alda López Bryan, Jourbes Escobar López, Korny Valle Bushey, Florencia Sarmiento Alejandro und Glenis Criesa Pantin Coleman verschwunden sein. Seitdem ist es ihren Angehörigen nicht gelungen, Informationen über ihren Verbleib, ihren rechtlichen Status oder ihren Gesundheitszustand zu erhalten.
Da die Behörden keine Angaben zum Schicksal und Verbleib der sechs Personen machen, sind ihre Familien emotional sehr belastet. Sie suchen weiter nach ihren Angehörigen.
Hintergrundinformation
Brooklyn Rivera war zu Lebzeiten ein prominenter Sprecher der indigenen Miskitu. Er war Mitglied der nicaraguanischen Nationalversammlung und wurde im September 2023 willkürlich inhaftiert. Amnesty International betrachtete ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen. Während eines Großteils seiner Haft gaben die Behörden seinen Aufenthaltsort nicht bekannt und verwehrten ihm den regelmäßigen Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand seines Vertrauens. Am 28. Mai 2026 veröffentlichten die nicaraguanischen Behörden Bilder und Informationen, aus denen hervorging, dass er in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden war und nach mehr als zwei Jahren in Haft unter lebensbedrohlichen gesundheitlichen Komplikationen litt. Am 31. Mai 2026 gaben die Behörden seinen Tod in staatlichem Gewahrsam bekannt.
Nach der Bekanntgabe des Todes von Brooklyn Rivera versuchten sechs seiner Familienangehörigen seine sterblichen Überreste zu erhalten und fielen daraufhin dem Verschwindenlassen zum Opfer. Ihr Verbleib ist bis heute unbekannt.
Das Verschwinden dieser sechs Personen ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender Repressionen in Nicaragua. Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen dokumentieren dort unter anderem willkürliche Inhaftierungen, Haft ohne Kontakt zur Außenwelt, die Verfolgung von Regierungskritiker*innen sowie Angriffe auf indigene Führungspersönlichkeiten und Menschenrechtsverteidiger*innen.
Die nicaraguanischen Behörden müssen umgehend Auskunft über das Schicksal und den Verbleib der sechs verschwundenen Personen geben, ein Lebenszeichen vorlegen, den Zugang zu ihren Familien und Rechtsbeiständen gewährleisten und sie unverzüglich freilassen.