Madagaskar: Weiterer Aktivist willkürlich inhaftiert

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Porträtfoto von Rakotoarijaona Vonimahery, der ernst in die Kamera blickt.

Der madagassische Aktivist Rakotoarijaona Vonimahery (auch bekannt als Mahery)

Am 21. April wurde der Aktivist Rakotoarijaona Vonimahery willkürlich festgenommen. Die Kriminalpolizei inhaftierte ihn, hielt ihn etwa eine Woche lang ohne Zugang zu einem Anwalt fest und die Staatsanwaltschaft klagte ihn der "kriminellen Verschwörung" an. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Er hat aber nur seine Rechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit friedlich wahrgenommen und sich über WhatsApp mit einem ehemaligen Politiker über den Stand des aktuellen politischen Übergangs in Madagaskar und die gebrochenen Reformversprechen unterhalten.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Präsident,

Am 21. April wurde der Aktivist Rakotoarijaona Vonimahery willkürlich festgenommen. Die Kriminalpolizei inhaftierte ihn, hielt ihn etwa eine Woche lang ohne Zugang zu einem Anwalt fest und die Staatsanwaltschaft klagte ihn der "kriminellen Verschwörung" an. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Er hat aber nur seine Rechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit friedlich wahrgenommen und sich über WhatsApp mit einem ehemaligen Politiker über den Stand des aktuellen politischen Übergangs in Madagaskar und die gebrochenen Reformversprechen unterhalten.

Ich fordere Sie und Ihre Regierung nachdrücklich auf, Rakotoarijaona Vonimahery (Mahery) sowie alle anderen Aktivist*innen, die willkürlich inhaftiert oder unter richterliche Aufsicht gestellt wurden, nur weil sie ihre Menschenrechte friedlich wahrgenommen haben, sofort und bedingungslos freizulassen. 

Ich fordere Sie und Ihre Regierung außerdem auf, politisch motivierte Anschuldigungen zu unterlassen, die darauf abzielen, die politische Opposition bei den Wahlen im nächsten Jahr auszuschalten.

Mit freundlichen Grüßen

Dear President Randrianirina,

I am writing to express my deep concern about the continued arbitrary detention of activist Rakotoarijaona Vonimahery (known as "Mahery") and the broader pattern of intimidation, harassment, arbitrary arrest and detention faced by young activists in Madagascar solely for peacefully exercising their rights to freedom of expression, association and peaceful assembly.

On 21 April, Mahery was arbitrarily arrested without a warrant in Madagascar’s capital city of Antananarivo at his place of work by gendarmes who initially concealed their identity and were in civilian clothes. He was then taken into custody at the Criminal Brigade, where he was held for approximately one week without access to legal counsel and charged with "criminal conspiracy". If convicted, he faces up to five years imprisonment solely for exercising his rights to freedom of expression and association by engaging in conversations with a former political figure via WhatsApp regarding the status of the current political transition that you are leading in Madagascar and the broken promises of reform.

On 29 April, he was transferred to Tsiafahy maximum-security prison in severely overcrowded conditions to continue his pre-trial detention. His lawyer has since been unable to continue representing him because he was operating under constant surveillance, raising serious concerns about Mahery’s right to legal counsel.

Mahery’s detention is part of your government’s intensifying repression of human rights and attacks on young activists and civil society members perceived to be associated with the political opposition ahead of the elections scheduled for 2027. Four activists - RijaAndriamalala, Carine Rakotomanantoanina, Herizo Andriamanantena and Nomena Elia Ratsihorimanana - were released at the end of April, but three of the four’s releases were not unconditional as they have been placed under judicial supervision with regular reporting obligations, severely restricting their human rights and activism, the desired effect of the supervision. Other activists live in constant fear of speaking out, including about Mahery and other detained activists’ cases, for fear that they may also face reprisals and unfair prosecution.

I urge you and your government to immediately and unconditionally release Rakotoarijaona Vonimahery (Mahery), as well as all other activists arbitrarily detained or placed under judicial supervision solely for the peaceful exercise of their human rights. I further urge you and your government to end politically motivated charges aimed at sidelining political opposition in the country’s elections next year.

Yours sincerely,

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Appell an

President of the Refoundation of the Republic
Michael Randrianirina
Palais d'État d'Iavoloha
Antananarivo 101
MADAGASKAR

Sende eine Kopie an

Botschaft der Republik Madagaskar
Frau Ramahazosoa Hantavololona 
Botschaftsrätin (Geschäftsträgerin a.i.)
Seepromenade 92
14612 Falkensee
Fax: 033-22 231 29
E-Mail: info@botschaft-madagaskar.de

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie und Ihre Regierung nachdrücklich auf, Rakotoarijaona Vonimahery (Mahery) sowie alle anderen Aktivist*innen, die willkürlich inhaftiert oder unter richterliche Aufsicht gestellt wurden, nur weil sie ihre Menschenrechte friedlich wahrgenommen haben, sofort und bedingungslos freizulassen. 
  • Ich fordere Sie und Ihre Regierung außerdem auf, politisch motivierte Anschuldigungen zu unterlassen, die darauf abzielen, die politische Opposition bei den Wahlen im nächsten Jahr auszuschalten.

Sachlage

Am 21. April wurde Rakotoarijaona Vonimahery (auch bekannt als Mahery) in der Hauptstadt Antananarivo willkürlich und ohne Haftbefehl an seinem Arbeitsplatz von Polizist*innen festgenommen. Anschließend wurde er bei der Kriminalpolizei in Gewahrsam genommen, wo er etwa eine Woche lang ohne Zugang zu einem Anwalt festgehalten wurde. Die gegen ihn erhobene Anklage lautet auf "kriminelle Verschwörung".

Am 29. April wurde er zur Fortsetzung seiner Untersuchungshaft in das stark überfüllte Hochsicherheitsgefängnis Tsiafahy verlegt. Sein Anwalt konnte ihn seither nicht weiter vertreten, da er unter ständiger Überwachung stand. Dies wirft ernste Bedenken hinsichtlich Maherys Recht auf einen anwaltlichen Beistand auf.

Die Inhaftierung von Mahery ist Teil der zunehmenden Unterdrückung der Menschenrechte im Vorfeld der für 2027 geplanten Wahlen und der Angriffe auf junge Aktivist*innen und Mitglieder der Zivilgesellschaft, die der politischen Opposition zugerechnet werden. Vier Aktivist*innen – Rija Andriamalala, Carine Rakotomanantoanina, Herizo Andriamanantena und Nomena Elia Ratsihorimanana – wurden Ende April freigelassen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Drei der vier wurden jedoch nicht bedingungslos freigelassen. Sie stehen unter richterlicher Aufsicht und müssen den Justizbehörden regelmäßig Bericht erstatten. Dies schränkt ihre Menschenrechte und ihren Aktivismus stark ein. Und genau das soll damit erreicht werden. Andere Aktivist*innen leben in ständiger Angst, sich zu äußern, auch über die Fälle von Mahery und anderen inhaftierten Aktivist*innen, weil sie befürchten, ebenfalls Repressalien und ungerechte Verfolgung zu erfahren.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die jetzige Militärregierung von Madagaskar übernahm im Oktober 2025 die Macht. Zuvor hatten vor allem Jugendliche für eine bessere Bereitstellung von Dienstleistungen protestiert, insbesondere für einen Zugang zu Wasser und Strom. Außerdem hatten sie eine effizientere und integrative Regierungsführung gefordert.

Die neuen Behörden versprachen Reformen, doch stattdessen verschärften sie die Repression unter dem Vorwand einer Anti-Korruptionskampagne. Sie nutzen weit gefasste Anklagen wegen krimineller Verschwörung, Bedrohung der nationalen Sicherheit oder Destabilisierung, um junge Aktivist*innen, Angehörige der Zivilgesellschaft und Personen, die mit dem früheren Regime in Verbindung stehen, zum Schweigen zu bringen. Dass junge Aktivist*innen ins Visier genommen werden, wurde im April 2026 deutlich, als Herizo Andriamanantena, Carine Rakotomanantoanina, Rija Andriamalala und Nomena Elia Ratsihorimanana willkürlich festgenommen und unter vagen Anschuldigungen inhaftiert wurden. Harnelle Rakotobe und Arimamy Todisoa drohte das gleiche Schicksal, nachdem sie grundlos beschuldigt worden waren. Alle vier inhaftierten Aktivist*innen wurden freigelassen. Doch die Freilassung von Herizo Andriamanantena, Rija Andriamalala und Carine Rakotomanantoanina erfolgte nicht bedingungslos. Alle drei wurden unter richterliche Aufsicht gestellt. Diese gilt bis heute und verpflichtet sie, den Behörden alle 15 Tage über das eigene Verhalten Bericht zu erstatten. Harnelle Rakotobe und Arimamy Todisoa wurden unterdessen nicht weiter bedroht.