Lesotho: Journalist verschleppt und bedroht
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Am 5. September wurde Kananelo Boloetse – ein Journalist und Menschenrechtsaktivist – aus seiner Wohnung entführt. Die Entführer befragten ihn zu seiner journalistischen und menschenrechtlichen Arbeit, dann verprügelten sie ihn und drohten damit, ihn zu töten. Er wurde schwer verletzt an einem entlegenen Ort zurückgelassen. Die Behörden von Lesotho müssen dringend für die Sicherheit von Kananelo Boloetse sorgen und eine zügige und gründliche Untersuchung der Entführung durchführen.
Bitte setzt euch für Kananelo Boloetse ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bitte hier.
Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Prime Minister of the Kingdom of Lesotho
The Right Honourable Samuel Ntsokoane Matekane
Office of the Prime Minister
Maseru
LESOTHO
Sende eine Kopie an
Botschaft des Königreichs Lesotho
I.E. Frau Mafelile Christina Molala
Kanada-Allee 15A
14513 Teltow
E-Mail: lesothoembassyberlin@gmail.com oder info@lesothoembassy.de
Amnesty fordert:
- Ich bitte Sie hiermit, in Absprache mit Kananelo Boloetse dafür zu sorgen, dass er vor weiteren Drohungen, Einschüchterungen oder Angriffen geschützt wird.
- Stellen Sie bitte sicher, dass eine zügige, gründliche, unabhängige und unparteiische Untersuchung seiner Entführung, der Misshandlungen und der Morddrohungen durchgeführt wird und dass alle Personen, die an der Tat beteiligt waren oder unter Verdacht stehen, in einem fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.
- Sorgen Sie dafür, dass Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen in Lesotho ihre Arbeit frei und sicher ausüben können – ohne Gewalt, Einschüchterungen oder Repressalien.
Sachlage
Am 5. September gegen 19 Uhr entführten drei bewaffnete Männer Kananelo Boloetse aus seinem Haus im Stadtteil Katlehong von Maseru, der Hauptstadt von Lesotho. Sie hielten den Journalisten und Menschenrechtsverteidiger fest, legten ihm Handschellen an und klebten ihm den Mund mit Klebeband zu. Dann drängten sie ihn in ein Fahrzeug. Sie befragten ihn zu seiner Tätigkeit als Journalist und Menschenrechtsaktivist und griffen ihn körperlich an. Sie drohten damit, ihn zu töten, falls die Medien über den Vorfall berichten sollten. Er wurde schwer verletzt in Thaba-Bosiu zurückgelassen, einem Dorf 24 Kilometer außerhalb von Maseru. Am Abend konnte er sich zu einer nahegelegenen Straße schleppen, wo er vom Fahrer eines vorbeifahrenden Autos gerettet wurde. Auf Fotos, die nach dem Angriff veröffentlicht wurden, sind Verletzungen an seinem Rücken zu sehen, die ihm durch Schläge zugefügt wurden, wie Kananelo Boloetse erklärte.
Am 5. September erstattete Kananelo Boloetse wegen der Entführung Anzeige. Bislang wurde jedoch niemand festgenommen, und die Ermittlungen in seinem Fall dauern an. Nach der Entführung, dem Angriff und den Morddrohungen ist Kananelo Boloetse weiterhin in großer Gefahr. Die Täter wussten, wo er wohnte, und vor seiner Entführung wurden in der Nähe seines Wohnortes verdächtige Aktivitäten beobachtet. Er ist deshalb in Gefahr, erneut angegriffen und verletzt zu werden.
Hintergrundinformation
Kananelo Boloetse ist Journalist, Menschenrechtsaktivist und ehemaliger Vorsitzender von MISA Lesotho, einer regionalen Organisation für Medienfreiheit, die sich für die Förderung und den Schutz der Meinungsfreiheit, der Medienfreiheit, des Zugangs zu Informationen und der Sicherheit von Journalist*innen im gesamten südlichen Afrika einsetzt. Er arbeitet außerdem mit "Section 2 Advocates for the Supremacy of the Constitution" zusammen, einer zivilgesellschaftlichen Organisation, die sich für Demokratie, Meinungsfreiheit und zivilgesellschaftliches Engagement einsetzt.
Nach dem Angriff wurde Kananelo Boloetse im Krankenhaus behandelt und konnte später entlassen werden. Das Medienunternehmen Newsday Media berichtete, dass ein silberner Toyota Starlet in den Stunden vor seiner Entführung wiederholt die Straße von Kananelo Boloetse entlangfuhr und gegenüber seiner Wohnung anhielt, was den Verdacht aufkommen ließ, dass er möglicherweise überwacht wurde. Die Identität der Fahrzeuginsassen ist weiterhin unbekannt.
Der Fall von Kananelo Boloetse steht im Kontext menschenrechtlicher Bedenken in Lesotho hinsichtlich Folter und anderer Misshandlungen, rechtswidriger Gewaltanwendung sowie der Rechenschaftspflicht für Übergriffe durch Sicherheitskräfte. Im Rahmen der allgemeinen regelmäßigen Überprüfung (UPR) durch den UN-Menschenrechtsrat im Jahr 2025 akzeptierte Lesotho Empfehlungen zur Verhütung von Folter und anderen Misshandlungen, zur Rechenschaftspflicht bei Übergriffen durch Sicherheitskräfte sowie zum Schutz der Meinungsfreiheit und von Journalist*innen. Amnesty International hat die Behörden zudem aufgefordert, Meldungen über Folter, andere Misshandlungen und rechtswidriger Tötungen durch die Polizei und die Streitkräfte von Lesotho zu untersuchen und die unabhängige Kontrolle des Sicherheitssektors zu verstärken.