Karikaturist freilassen!

Karikaturist Ramón Esono Ebalé, 2017

Karikaturist Ramón Esono Ebalé, 2017

Der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé ist seit fast fünf Monaten in Untersuchungshaft und wartet auf den Termin für sein Gerichtsverfahren. Er wird der Geldfälschung beschuldigt, streitet diesen Vorwurf jedoch ab.

Setzt euch für die Freilassung des Karikaturisten Ramón Esono Abelé ein!

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Dein Appell

+ + + Mit der Bitte um Weiterleitung an den Präsidenten + + +

Exzellenz,

mit Sorge höre ich von der langen Untersuchungshaft von Ramón Esono Ebalé.

Lassen Sie Ramón Esono Ebalé bitte umgehend und bedingungslos frei, da er offenbar ausschließlich aufgrund seiner friedlichen politischen Aktivitäten inhaftiert ist.

Bitte sorgen Sie dafür, dass das Strafrechtsystem nicht missbraucht wird, um Menschenrechtsverteidiger_innen zu schikanieren oder ins Visier zu nehmen.

Bitte gewährleisten Sie, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in Äquatorialguinea respektiert und geschützt wird.

Ich möchte Sie außerdem bitten, sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihre legitime Arbeit ohne Angst vor Strafen, Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungen ausüben können.

Hochachtungsvoll

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen oder direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken. Wähle einfach deine bevorzugte Versandmethode und die Sprache, in der du den Brief verschicken möchtest, aus.

Bitte abschicken bis: 27.03.2018

Appell an:

Präsident

Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo

Palacio Presidencial

Avenida de la Libertad

Malabo

ÄQUATORIALGUINEA

Sende eine Kopie an:

Leiter des Gefängnisses Black Beach
Director of the Black Beach Prison
Calle de Kenia
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ÄQUATORIALGUINEA
S.E. Herrn Pantaleon Mayiboro Miko Nchama
Rohlfsstraße 17–19
14195 Berlin
Fax: 030-8866 3879

E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Ramón Esono Ebalé bitte umgehend und bedingungslos frei, da er offenbar ausschließlich aufgrund seiner friedlichen politischen Aktivitäten inhaftiert ist.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass das Strafrechtsystem nicht missbraucht wird, um Menschenrechtsverteidiger_innen zu schikanieren oder ins Visier zu nehmen.
  • Bitte gewährleisten Sie, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in Äquatorialguinea respektiert und geschützt wird.
  • Ich möchte Sie außerdem bitten, sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihre legitime Arbeit ohne Angst vor Strafen, Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungen ausüben können.

Sachlage

Am 16. Februar wird sich der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé aus Äquatorialguinea bereits seit fünf Monaten in Untersuchungshaft befinden. Er war am 16. September 2017 in der Hauptstadt Malabo in Haft genommen und dann zu Karikaturen befragt worden, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisiert hatte und die im Internet veröffentlicht worden waren. Am 7. Dezember 2017 wurde er schließlich darüber informiert, dass gegen ihn offiziell Klage wegen Geldfälschung erhoben worden war. Zu diesem Zeitpunkt saß er bereits drei Monate ohne Anklage in Untersuchungshaft. Ramón Esono Ebalé streitet den Vorwurf der Geldfälschung ab und besteht auf seiner Unschuld. Aktuell befindet sich Ramón Esono Ebalé im Gefängnis Black Beach in Malabo in Untersuchungshaft. Das Gericht hat bislang noch keinen Termin für seine Gerichtsverhandlung festgesetzt.

Am 31. Januar schrieb der Sonderberichterstatter über Meinungsfreiheit und Informationszugang in Afrika, Lawrence Mute, an den Präsidenten der Republik Äquatorialguinea. In seinem Brief äußerte er Bedenken an den Anschuldigungen gegen Ramón Esono Ebalé, die zu seiner Festnahme und andauernden Untersuchungshaft geführt hatten. Er bat um eine Erläuterung zu den Vorwürfen und wies darauf hin, dass diese eine Verletzung der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker darstellen könnten.

Trotz der sehr schlechten Haftbedingungen im Gefängnis Black Beach in Malabo ist Ramón Esono Ebalé frohen Mutes. Er teilte die folgende Nachricht: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die weiterhin kämpfen und hoffen, dass ich aus meiner aktuellen Lage befreit werde, die ich nicht verschuldet habe. Ich habe die Hoffnung, dass ich doch noch mein neues Stück #218 Empire wie geplant in Wien vorstellen kann. Und ich hoffe, damit den Traum unserer Nation zu erfüllen, mit anderen Ländern auf einem Niveau zu sein. Ich möchte dazu beitragen, mit dem einzigen, worin ich wirklich gut bin: das ZEICHNEN. Ich werde nicht aufgeben. Als ich geboren wurde, lag mir nicht die Welt zu Füßen. Als ich geboren wurde, machte ich nur meine Mutter glücklich. Und heute lebe ich, um für die Leute meines Landes zu zeichnen. Danke.“

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 16. September wurde in der äquatorialguineischen Hauptstadt Malabo der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé in Haft genommen. Der 40-Jährige und zwei spanische Staatsangehörige wurden von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen, als sie um etwa 19.00 Uhr gemeinsam ein Restaurant verließen. Die Beamt_innen legten ihnen Handschellen an, beschlagnahmten ihre Mobiltelefone und brachten sie zum „Abteilung für Terrorismus und gefährdende Aktivitäten“ auf der zentralen Polizeiwache. Dort wurden die Festgenommenen von mehr als einem Dutzend Sicherheitskräfte verhört. Den beiden spanischen Staatsangehörigen wurden Fragen zu dem Grund ihres Aufenthalts in Äquatorialguinea und ihrer Beziehung zu Ramón Esono Ebalé gestellt, bevor man sie wieder freiließ. Ramón Esono Ebalé verblieb jedoch auf der Polizeistation und wurde zu Karikaturen befragt, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisierte. Die Beamt_innen warnten Ramón Esono Ebalé, dass ihm aufgrund seiner im Internet geteilten Karikaturen des Präsidenten Diffamierung vorgeworfen werden könne.

Ramón Esono Ebalé lebt bereits seit einigen Jahren im Ausland. Er war am 29. August vorübergehend nach Äquatorialguinea zurückgekehrt, um seinen Reisepass erneuern zu lassen. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme wartete er dort auf seinen neuen Reisepass. Am 7. Dezember 2017 war Ramón unerwartet vor Gericht gestellt worden. Das Gericht legte Ramón eine Anklageschrift („Auto de Procesamiento“) vor, welche auf den 27. November 2017 datiert war und in der man ihm Geldfälschung vorwarf.

In Äquatorialguinea werden Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen regelmäßig schikaniert, eingeschüchtert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden. Am 2. Februar 2018 äußerte die für die Menschenrechtssituation in der Republik Äquatorialguinea zuständige EU Sprecherin ernsthafte Besorgnis über die fortdauernden Freiheitsbeschränkungen und Festnahmen in dem Land. Der Europäischen Union zufolge bestätigen diese Einschränkungen die gravierende Verschlechterung der Menschenrechtslage in Äquatorialguinea. Die EU erinnerte außerdem daran, dass dem Staat als Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen die Pflicht obliegt, alle nötigen Schritte zu ergreifen, um seinen internationalen Verpflichtungen hinsichtlich Menschenrechten und grundlegenden Freiheiten nachzukommen.