Iran: Gefangene vor Luftangriffen schützen!

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Riesige Rauchsäulen steigen zwischen mehrstöckigen Häusern empor.

Nach einem israelischen Luftangriff steigen in der iranischen Hauptstadt Teheran riesige Rauchsäulen empor (1. März 2026).

Die anhaltenden Luftangriffe der USA und Israels in der Nähe von Gefängnissen in Iran sowie die gezielten Angriffe auf Sicherheitseinrichtungen, in denen Gefangene festgehalten werden, gefährden die Häftlinge, darunter auch Kinder. Die Weigerung der iranischen Behörden, alle willkürlich Inhaftierten und andere Häftlinge aus humanitären Gründen freizulassen, bringt die Gefangenen wissentlich in Lebensgefahr. Einige Gefangene wurden an unbekannte Orte oder in Gebiete in der Nähe möglicher militärischer Ziele verlegt, was die Sorge um ihre Sicherheit noch verstärkt. Die Behörden lassen Gefangene zudem verschwinden und verweigern ihnen den Zugang zu angemessener Nahrung und Wasser.

Setzt euch für die Sicherheit der iranischen Gefangenen ein!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Ejei,

die anhaltenden Luftangriffe der USA und Israels in der Nähe von Gefängnissen in Iran sowie die gezielten Angriffe auf Sicherheitseinrichtungen, in denen Gefangene festgehalten werden, gefährden die Häftlinge, darunter auch Kinder. Die Weigerung der iranischen Behörden, alle willkürlich Inhaftierten und andere Häftlinge aus humanitären Gründen freizulassen, bringt die Gefangenen wissentlich in Lebensgefahr. Einige Gefangene wurden an unbekannte Orte oder in Gebiete in der Nähe möglicher militärischer Ziele verlegt, was die Sorge um ihre Sicherheit noch verstärkt. Die Behörden lassen Gefangene zudem verschwinden und verweigern ihnen den Zugang zu angemessener Nahrung und Wasser.

Lassen Sie, die willkürlich Inhaftierten, auch Personen, die wegen Schulden einsitzen, unverzüglich frei. Gewähren Sie anderen Gefangenen, insbesondere Untersuchungshäftlingen, wegen geringfügiger, gewaltfreier Straftaten Verurteilten und Personen, die für eine bedingte Entlassung in Frage kommen, eine Freilassung aus humanitären Gründen. Informieren sie die Familien aller Gefangenen über deren Schicksal und Verbleib.

Ich fordere Sie ferner auf, die Verpflichtung Irans nach dem humanitären Völkerrecht zu erfüllen, alle Gefangenen und andere Zivilpersonen, soweit dies möglich ist, aus der Nähe militärischer Ziele zu entfernen. 

Ich fordere Sie nachdrücklich auf, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um das Recht auf Leben und Gesundheit aller Gefangenen zu schützen. Beenden Sie Folter und andere Misshandlungen, gewährleisten Sie den Zugang zu angemessener Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung und behandeln Sie alle Gefangenen im Einklang mit den internationalen Standards mit Menschlichkeit. 

Auch der uneingeschränkte Internetzugang muss unverzüglich wiederhergestellt werden. 

Gestatten Sie zudem internationalen Organisationen die Beobachtung der Gerichtsverfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Mr Gholamhossein Mohseni Ejei,

Amid air strikes by the United States and Isreal near prisons and the targeting of security facilities where detainees are commonly held, the Iranian authorities have released some prisoners, according to reports by human rights defenders. However, the authorities are refusing to release all those arbitrarily detained, including those held for political reasons, and refusing to grant temporary humanitarian release to others, knowingly leaving them at grave risk of death or serious harm. Detained children are amongst those at risk. 

Prisoners’ families and human rights defenders have reported to Amnesty International that, since the attacks began and authorities shut down the internet on 28 February, explosions have taken place near Evin prison and Greater Tehran Central Penitentiary in Tehran province; Zanjan prison, Zanjan province; and Mahabad prison, West Azerbaijan province; and reported strikes targeting security facilities that hold prisoners, including Ministry of Intelligence facilities and police stations in Tehran; Mahabad and Urumieh, West Azerbaijan province; Sanandaj, Kurdistan province; and Kermanshah, Kermanshah province.

I am also gravely concerned that Iranian authorities are denying prisoners adequate food and water, and subjecting some to enforced disappearance, as well as torture and other ill-treatment, including in reprisal for protesting. On 3 March 2026, security forces fired tear gas at prisoners after they staged protests in Mahabad prison calling for their release after hearing explosions, according to Kurdistan Human Rights Network. An informed source told Amnesty International that those held in Section 209 of Evin prison, used to hold activists, dissidents and others arrested by the Ministry of Intelligence, have been moved to unidentified locations. Authorities are giving families no or contradictory information about their whereabouts. Families’ fears about the safety of their imprisoned relatives mounted after they received information that their loved ones may have been moved to the Shahrak Mahallati complex in the Mini-City area on the outskirts of Tehran, where military commanders and personnel reside. Prisoners’ families and human rights defenders have also reported shortages of food, water, and sanitation products, including in Evin prison, Shahr-e Rey prison, and the Greater Tehran Central Penitentiary.

I urge you to immediately release those arbitrarily detained, including for financial debt, and to grant humanitarian release to other prisoners, especially pre-trial detainees; those convicted of minor, non-violent offences; and those eligible for conditional release, and to disclose the fate and whereabouts of all prisoners to their families. I further urge you to fulfil Iran’s obligation under international humanitarian law to remove, to the extent feasible, all prisoners and other civilians from the vicinity of military objectives. I call on you to take all necessary measures to protect the right to life and health of all prisoners, end torture and other ill-treatment, ensure access to adequate food, water and medical care, and treat all prisoners humanely in line with international standards. Full internet access must also be immediately restored. I also urge you to grant access to international monitors. 

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 30.04.2026

Appell an

Oberste Justizautorität
Head of Judiciary
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the United Nations
Chemin du Petit-Saconnex 28
1209 Geneva
SCHWEIZ

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK iRAN
S.E. Herrn Majid Nili Ahmadabadi
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Fax: 030–843 53 133
E-Mail: info@iranbotschaft.de


 

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie, die willkürlich Inhaftierten, auch Personen, die wegen Schulden einsitzen, unverzüglich frei. Gewähren Sie anderen Gefangenen, insbesondere Untersuchungshäftlingen, wegen geringfügiger, gewaltfreier Straftaten Verurteilten und Personen, die für eine bedingte Entlassung in Frage kommen, eine Freilassung aus humanitären Gründen. Informieren sie die Familien aller Gefangenen über deren Schicksal und Verbleib.
  • Ich fordere Sie ferner auf, die Verpflichtung Irans nach dem humanitären Völkerrecht zu erfüllen, alle Gefangenen und andere Zivilpersonen, soweit dies möglich ist, aus der Nähe militärischer Ziele zu entfernen.
  • Ich fordere Sie nachdrücklich auf, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um das Recht auf Leben und Gesundheit aller Gefangenen zu schützen. Beenden Sie Folter und andere Misshandlungen, gewährleisten Sie den Zugang zu angemessener Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung und behandeln Sie alle Gefangenen im Einklang mit den internationalen Standards mit Menschlichkeit.
  • Auch der uneingeschränkte Internetzugang muss unverzüglich wiederhergestellt werden.
  • Gestatten Sie zudem internationalen Organisationen die Beobachtung der Gerichtsverfahren.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Zu den gefährdeten Gefangenen gehören Tausende von Personen, darunter Minderjährige, die kürzlich im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten von Dezember 2025 bis Januar 2026 inhaftiert wurden, darunter Demonstrierende, Menschenrechtsverteidiger*innen, Rechtsanwält*innen, medizinisches Personal, Studierende sowie ethnische und religiöse Minderheiten. Zu den gefährdeten Menschen gehören auch Personen, die längere Haftstrafen verbüßen, Gefangene in Todeszellen und viele andere, die im ganzen Land inhaftiert sind.

Anfang März 2026 teilten Beamte politischen Gefangenen u. a. im Evin-Gefängnis und im Urumieh-Gefängnis mit, dass sie nicht freigelassen würden. Andere Gefangene, z. B. solche, die wegen gewöhnlicher Straftaten inhaftiert waren, kämen für eine vorübergehende Freilassung in Frage, so informierte Quellen. Die seit dem 28. Februar 2026 verhängte Internetsperre hat den Zugang zu Informationen über die Lage in den Gefängnissen stark eingeschränkt. Die Zahl der Haftanstalten in der Nähe von Explosionsorten ist wahrscheinlich höher. In einem Schreiben vom 3. März 2026 wandte sich der Menschenrechtsverteidiger Reza Khandan, der willkürlich im Evin-Gefängnis inhaftiert ist, an die Oberste Justizautorität und äußerte große Besorgnis um die Gefangenen, die während der derzeitigen Luftangriffe inhaftiert sind. In dem öffentlich zugänglichen Schreiben führte er die Luftangriffe auf das Evin-Gefängnis vom 23. Juni 2025 an, die das israelische Militär absichtlich durchgeführt hatte und die nach Ansicht von Amnesty International als Kriegsverbrechen untersucht werden sollten. Er merkte an, dass damals "trotz zahlreicher Briefe und Warnungen von mir und meinen Zellengenossen ... die Freilassung der Evin-Gefangenen verhindert wurde und es dadurch zu der katastrophalen Ermordung von Dutzenden von Gefangenen, Mitarbeiter*innen, Familienmitgliedern und anderen kam". 

Am 28. Februar begannen die USA und Israel mit Angriffen auf Iran, die bis zum 5. März 1.230 Todesopfer forderten, wie staatliche iranische Medien unter Berufung auf die Martyrs and Veterans Affairs Foundation berichteten. Am 4. März erklärte ein Beamter des Gesundheitsministeriums, dass seit dem 28. Februar mindestens 180 Kinder getötet wurden. Direkte Angriffe auf zivile Objekte, wie z.B. Gefängnisse, sind schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht.