Iran: Gefangene vor Luftangriffen schützen!
Nach einem israelischen Luftangriff steigen in der iranischen Hauptstadt Teheran riesige Rauchsäulen empor (1. März 2026).
© IMAGO / Anadolu Agency
Die anhaltenden Luftangriffe der USA und Israels in der Nähe von Gefängnissen in Iran sowie die gezielten Angriffe auf Sicherheitseinrichtungen, in denen Gefangene festgehalten werden, gefährden die Häftlinge, darunter auch Kinder. Die Weigerung der iranischen Behörden, alle willkürlich Inhaftierten und andere Häftlinge aus humanitären Gründen freizulassen, bringt die Gefangenen wissentlich in Lebensgefahr. Einige Gefangene wurden an unbekannte Orte oder in Gebiete in der Nähe möglicher militärischer Ziele verlegt, was die Sorge um ihre Sicherheit noch verstärkt. Die Behörden lassen Gefangene zudem verschwinden und verweigern ihnen den Zugang zu angemessener Nahrung und Wasser.
Setzt euch für die Sicherheit der iranischen Gefangenen ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Oberste Justizautorität
Head of Judiciary
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the United Nations
Chemin du Petit-Saconnex 28
1209 Geneva
SCHWEIZ
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK iRAN
S.E. Herrn Majid Nili Ahmadabadi
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Fax: 030–843 53 133
E-Mail: info@iranbotschaft.de
Amnesty fordert:
- Lassen Sie, die willkürlich Inhaftierten, auch Personen, die wegen Schulden einsitzen, unverzüglich frei. Gewähren Sie anderen Gefangenen, insbesondere Untersuchungshäftlingen, wegen geringfügiger, gewaltfreier Straftaten Verurteilten und Personen, die für eine bedingte Entlassung in Frage kommen, eine Freilassung aus humanitären Gründen. Informieren sie die Familien aller Gefangenen über deren Schicksal und Verbleib.
- Ich fordere Sie ferner auf, die Verpflichtung Irans nach dem humanitären Völkerrecht zu erfüllen, alle Gefangenen und andere Zivilpersonen, soweit dies möglich ist, aus der Nähe militärischer Ziele zu entfernen.
- Ich fordere Sie nachdrücklich auf, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um das Recht auf Leben und Gesundheit aller Gefangenen zu schützen. Beenden Sie Folter und andere Misshandlungen, gewährleisten Sie den Zugang zu angemessener Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung und behandeln Sie alle Gefangenen im Einklang mit den internationalen Standards mit Menschlichkeit.
- Auch der uneingeschränkte Internetzugang muss unverzüglich wiederhergestellt werden.
- Gestatten Sie zudem internationalen Organisationen die Beobachtung der Gerichtsverfahren.
Hintergrundinformation
Zu den gefährdeten Gefangenen gehören Tausende von Personen, darunter Minderjährige, die kürzlich im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten von Dezember 2025 bis Januar 2026 inhaftiert wurden, darunter Demonstrierende, Menschenrechtsverteidiger*innen, Rechtsanwält*innen, medizinisches Personal, Studierende sowie ethnische und religiöse Minderheiten. Zu den gefährdeten Menschen gehören auch Personen, die längere Haftstrafen verbüßen, Gefangene in Todeszellen und viele andere, die im ganzen Land inhaftiert sind.
Anfang März 2026 teilten Beamte politischen Gefangenen u. a. im Evin-Gefängnis und im Urumieh-Gefängnis mit, dass sie nicht freigelassen würden. Andere Gefangene, z. B. solche, die wegen gewöhnlicher Straftaten inhaftiert waren, kämen für eine vorübergehende Freilassung in Frage, so informierte Quellen. Die seit dem 28. Februar 2026 verhängte Internetsperre hat den Zugang zu Informationen über die Lage in den Gefängnissen stark eingeschränkt. Die Zahl der Haftanstalten in der Nähe von Explosionsorten ist wahrscheinlich höher. In einem Schreiben vom 3. März 2026 wandte sich der Menschenrechtsverteidiger Reza Khandan, der willkürlich im Evin-Gefängnis inhaftiert ist, an die Oberste Justizautorität und äußerte große Besorgnis um die Gefangenen, die während der derzeitigen Luftangriffe inhaftiert sind. In dem öffentlich zugänglichen Schreiben führte er die Luftangriffe auf das Evin-Gefängnis vom 23. Juni 2025 an, die das israelische Militär absichtlich durchgeführt hatte und die nach Ansicht von Amnesty International als Kriegsverbrechen untersucht werden sollten. Er merkte an, dass damals "trotz zahlreicher Briefe und Warnungen von mir und meinen Zellengenossen ... die Freilassung der Evin-Gefangenen verhindert wurde und es dadurch zu der katastrophalen Ermordung von Dutzenden von Gefangenen, Mitarbeiter*innen, Familienmitgliedern und anderen kam".
Am 28. Februar begannen die USA und Israel mit Angriffen auf Iran, die bis zum 5. März 1.230 Todesopfer forderten, wie staatliche iranische Medien unter Berufung auf die Martyrs and Veterans Affairs Foundation berichteten. Am 4. März erklärte ein Beamter des Gesundheitsministeriums, dass seit dem 28. Februar mindestens 180 Kinder getötet wurden. Direkte Angriffe auf zivile Objekte, wie z.B. Gefängnisse, sind schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht.