FIFA-Fußball-WM 2022: Zeit für gerechte Arbeitsbedingungen in Katar

Das Foto hat zwei verschiedene Hälften und sieht aus, als wäre in der Mitte ein Riss. Auf der linken Hälfte ist von hinten ein Fußballspieler in einem roten Trikot mit einem Fußball unterm Arm zu sehen, der in ein beleuchtetes großes Stadium blickt. In der rechten Bildhälfte ist ein Mann zu sehen, der ein Gerüst in einem Stadium aufbaut.

Fußball-Spektakel auf Kosten der Arbeitnehmer_innen: Die WM in Katar findet auf dem Rücken der Arbeitsmigrant_innen statt.

In Katar werden Arbeitsmigrant_innen weiterhin ausgebeutet – auch jene, die direkt am Projekt "Weltmeisterschaft" mitarbeiten. Die FIFA muss jetzt handeln! Ein Jahr vor Anpfiff der WM schließt sich das Zeitfenster, in dem noch Veränderungen erreicht werden können.

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Katar 2022 einen echten Beitrag für Rechte von Arbeitsmigrant_innen leistet!

Fordere die FIFA auf, gegen die Verletzung der Rechte der Arbeiter_innen vorzugehen!

Bereits bei "Mein Amnesty" registriert? Dann bitte hier anmelden.
Name
Adresse
Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen.
Meine Profildaten (Vorname, erster Buchstabe des Nachnamens) dürfen bei Aktionsteilnahme angezeigt werden.
Pflichtfelder

Dein Appell

[webform_submission:source-entity:field_letter_de]

Dein Appell

Ich fordere die FIFA auf, gegen die Verletzung der Rechte der Arbeitnehmer_innen vorzugehen. Die FIFA muss

  • dringend Maßnahmen treffen, um sicherzustellen, dass alle für die Weltmeisterschaft im Einsatz stehenden Arbeitnehmenden ihre Rechte ausüben können.
  • Katar öffentlich auffordern, die Reformen sofort und vollständig umzusetzen.

Die FIFA ist als Ausrichterin des Turniers im Sinne der unternehmerischen Sorgfaltspflicht direkt verantwortlich, gegen Verletzungen der Rechte von Arbeitnehmer_innen einzuschreiten. Sie muss ihren Einfluss gegenüber der katarischen Regierung nutzen, um den Schutz und die Einhaltung der Menschenrechte aller Arbeiter_innen zu nutzen, die die Durchführung der WM erst ermöglichen.

Hintergrundinformationen

Rund ein Jahr vor dem Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar fordert Amnesty International die FIFA weiterhin auf, ihren Einfluss auf die katarischen Behörden geltend zu machen, um dem Missbrauch von Arbeitsmigrantinnen und -migranten ein Ende zu setzen.

Katar hat in den letzten Jahren zahlreiche positive Reformen auf den Weg gebracht, und damit zum Teil auf die erhöhte Aufmerksamkeit nach der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft reagiert. Allerdings werden die Reformen allzu häufig nur unzureichend umgesetzt, sodass Tausende von Arbeitsmigrant_innen nach wie vor ausgebeutet und missbraucht werden.

Drohender Rückschritt Katars

Im Frühjahr 2021 hat Katars Schura-Rat, eine beratende Versammlung, eine Reihe von Empfehlungen vorgelegt, die – sollten sie von der Regierung angenommen werden – einen Großteil der durch die Reformen erzielten Fortschritte wieder zunichtemachen würden, u. a. durch die Wiedereinführung von Beschränkungen der Rechte von Arbeitsmigrant_innen, den Arbeitsplatz zu wechseln und das Land zu verlassen. 

Auch gilt es jetzt, dafür Sorge zu tragen, dass die Reformen nachhaltig sind und nicht mit dem Ende der Fußball-WM im kommenden Jahr wieder rückgängig gemacht werden.

"Diese Fußballweltmeisterschaft wäre ohne Arbeitsmigrant_innen schlicht nicht möglich. Das Leben vieler Arbeitsmigrant_innen in Katar ist aber weiter von Missbrauch und Ausbeutung geprägt", sagt Katja Müller-Fahlbusch, Fachreferentin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International Deutschland.

"Als Ausrichterin der WM ist die FIFA nach internationalen Standards dafür verantwortlich, die mit dem Turnier verbundenen Menschenrechtsrisiken zu minimieren. Nur ein Jahr vor dem Anpfiff zur WM wird das Zeitfenster, in dem sie Einfluss auf Katar nehmen kann, immer kleiner. Die FIFA muss jetzt entschlossen handeln, um sicherzustellen, dass die Weltmeisterschaft 2022 nicht auf dem Rücken von ausgebeuteten Arbeitsmigrant_innen ausgetragen wird."

Am 15. März 2021 hat Amnesty International die FIFA in einem Schreiben aufgefordert, ihren internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte muss die FIFA sicherstellen, dass die Menschenrechte bei der Organisation und Durchführung der Weltmeisterschaft geachtet werden, u. a. durch eine eigene, unabhängige und regelmäßige Überwachung der WM-Projekte und -Standorte sowie durch die Wahrung der Sorgfaltspflicht, um Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Turnier zu erkennen und zu verhindern.

Insbesondere trägt die FIFA die Verantwortung dafür, dass für alle Schäden, die Arbeiter_innen im Rahmen der bisherigen WM-Projekte erlitten haben, in Zusammenarbeit mit den katarischen Behörden und anderen relevanten Interessengruppen angemessene Abhilfe durch Rechtshilfe und Entschädigungen geschaffen wird.

"Die FIFA muss ihren Einfluss nutzen, um Katar dazu zu bewegen, bestehende Reformen unverzüglich umzusetzen und Vorschläge, den Gastarbeiter_innen ihre neu erworbenen Rechte zu nehmen, abzulehnen", so Steve Cockburn.

Auch Fußballfans sind aufgefordert, ihre Stimme zu erheben.

Amnesty würdigt die Schritte, die von der FIFA in den letzten Jahren unternommen wurden, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehörten beispielsweise die Veröffentlichung von Leitprinzipien zu Menschenrechtsfragen 2017 und einer gemeinsam mit Katar vorgelegten Nachhaltigkeitsstrategie für die Fußball-WM im Oktober 2019. Die FIFA hat sich dazu verpflichtet, ein "Vermächtnis erstklassiger Standards und Praktiken für die Arbeiter_innen in Katar und weltweit" zu hinterlassen.

An dieser Selbstverpflichtung muss sich die FIFA nun messen lassen.

Ein Blick auf die Lebensrealität vor Ort zeigt jedoch, dass es bis zu deren Erfüllung noch viel zu tun gibt.

In der ganzen Welt rufen Ländersektionen von Amnesty International Fußballfans dazu auf, eine Petition zu unterzeichnen, in der die FIFA aufgefordert wird, mehr zu tun, um die Bedingungen für Arbeitsmigrant_innen zu verbessern, ohne die das Turnier gar nicht stattfinden könnte. In Deutschland ist Amnesty International mit dem DFB im Gespräch, um Druck für positive Veränderungen zu machen und wichtige Entscheidungsträger_innen über die Lage der Menschenrechte in Katar zu informieren.