NGO-Mitarbeiter freigelassen

Diese Urgent Action ist beendet.

Am 17. Juli wurde Abdul Razeq Farraj aus dem Militärgefängnis Ofer freigelassen. Damit endeten 14 Monate Verwaltungshaft ohne Anklage oder Gerichtsverfahren. Abdul Razeq Farraj ist der Finanz- und Verwaltungsleiter der Entwicklungs-NGO Union of Agricultural Work Committees (UAWC) mit Sitz in Ramallah in den besetzten palästinensischen Gebieten.

Übergang vom Ofer-Gefängnis zum Militärgericht

Übergang vom Ofer-Gefängnis zum Militärgericht Ofer

Am 17. Juli wurde Abdul Razeq Farraj aus dem Militärgefängnis Ofer freigelassen. Damit endeten 14 Monate Verwaltungshaft ohne Anklage oder Gerichtsverfahren. Abdul Razeq Farraj ist der Finanz- und Verwaltungsleiter der Entwicklungs-NGO Union of Agricultural Work Committees (UAWC) mit Sitz in Ramallah in den besetzten palästinensischen Gebieten.

Sachlage

Der palästinensische NGO-Mitarbeiter Abdul Razeq Farraj wurde am 17. Juli aus dem Militärgefängnis Ofer nahe Ramallah, einer Stadt in den besetzten palästinensischen Gebieten, freigelassen. Er hatte dort 442 Tage in Verwaltungshaft ohne Anklage oder Gerichtsverfahren verbracht. Die palästinensische Gefangenenrechtsorganisation Addameer, die auch den Rechtsbeistand von Abdul Razeq Farraj stellte, berichtete, dass das israelische Gericht entschieden hatte, die Verwaltungshaftanordnung nicht erneut zu verlängern. Er ist nun zu seiner Familie nach Ramallah zurückgekehrt.

Abdul Razeq Farraj wurde am 21. Mai 2017 gegen 3 Uhr von israelischen Soldat_innen in seiner Wohnung in Ramallah in den besetzten palästinensischen Gebieten festgenommen. Ohne ihn zuvor befragt zu haben, stellte der Militärkommandeur des Westjordanlands noch am selben Tag eine viermonatige Verwaltungshaftanordnung gegen Abdul Razeq Faraj aus. Zunächst sollte die Anordnung am 20. September enden, wurde aber dreimal verlängert.

Abdul Razeq Farraj ist Vater zweier Kinder und hat einen BA in Wirtschaftswissenschaften und ein Management-Diplom der Birzeit-Universität. Er ist der Finanz- und Verwaltungsleiter der Entwicklungs-NGO Union of Agricultural Work Committees mit Sitz in Ramallah in den besetzten palästinensischen Gebieten und arbeitet dort bereits seit mehr als 30 Jahren.

Bereits mehr als zehn Jahre seines Lebens verbrachte Abdul Razeq Farraj in Verwaltungshaft, d.h. er war ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert. Darüber hinaus verbüßte er eine sechsjährige Haftstrafe, nachdem er wegen seiner Mitgliedschaft in der in Israel verbotenen Volksfront zur Befreiung Palästinas (Popular Front for the Liberation of Palestine, PFPL) verurteilt worden war.

Nach seiner Freilassung sprach Abdul Razeq Farraj mit Amnesty International und ließ Dankesbotschaften an alle ausrichten, die in seinem Fall tätig geworden sind: „Ich möchte Ihnen für die kontinuierliche Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung und der UAWC meine tiefe Dankbarkeit aussprechen. Besonders danken möchte ich Ihnen für Ihre Unterstützung und Ihre Solidarität während der letzten 14 Monate, die ich in Verwaltungshaft verbracht habe. Sie haben gezeigt, dass die palästinensischen politischen Gefangenen wahre Freunde und Unterstützer_innen überall auf der Welt haben.“

Er sagte außerdem, dass er seine Arbeit in der UAWC wieder aufgenommen habe und sich weiter für die Rechte der palästinensischen Gefangenen und Inhaftierten einsetzen werde.

„Die Art und Weise wie Israel die Verwaltungshaft einsetzt, verstößt gegen internationales Recht. Derzeit befinden sich etwa 500 Palästinenser_innen, darunter drei Frauen, in Verwaltungshaft ohne Anklage oder faires Gerichtsverfahren. Im Februar 2018 starteten Verwaltungshäftlinge einen andauernden Boykott gegen die israelischen Militärgerichte, um ein Ende der Verwaltungshaft zu fordern. Dieser Boykott sollte von allen Menschenrechtsorganisationen unterstützt werden, er ist der einzige Weg, Israel dazu zu bringen, diese willkürlichen Inhaftierungen einzustellen.“

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich.