Jugendaktivist freigelassen

Diese Urgent Action ist beendet.

Alain Didah Kemba, ein Sprecher der tschadischen Jugendbewegung IYINA, wurde am 26. Februar nach einem Termin mit der Staatsanwaltschaft bedingungslos entlassen. Drei Tage zuvor war er aus gesundheitlichen Gründen bereits aus der Haft freigelassen worden. Zu diesem Zeitpunkt konnte er kaum stehen. Seinen Angaben zufolge wurde er während eines Verhörs in Gewahrsam geschlagen. Er wurde nicht unter Anklage gestellt.

Grafik einer zerrissenen Kette

Sachlage

Am 26. Februar wurde Alain Didah Kemba, Sprecher der tschadischen Jugendbewegung IYINA („Wir sind es leid“ im örtlichen Arabisch), bedingungslos entlassen. Zuvor war er der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden, die entschied, ihn nicht anzuklagen. Am 23. Februar war er aus gesundheitlichen Gründen bereits aus der Haft freigelassen worden. Vor der Freilassung sagte sein Rechtsbeistand Amnesty International, sein Mandant könne kaum stehen. Alain Didah Kemba gab an, von Polizeibeamt_innen während eines Verhörs auf Gelenke am Bein und auf die Fußsohlen geschlagen worden zu sein.

Am frühen Morgen des 19. Februar wurde Alain Didah Kemba von der Polizei festgenommen. An diesem Tag erfuhr die Presse von der Polizei, er sei von einer polizeilichen Führungsperson festgenommen worden, als er im Begriff gewesen sei, mit einer benzingefüllten Flasche einen Autoreifen anzuzünden. Sein Rechtsbeistand erhielt auf Anfrage bei der Polizeistation dieselben Informationen. Am gleichen Tag gab die Staatsanwaltschaft gegenüber Amnesty International an, sie wisse nichts über Alain Didah Kembas Festnahme oder seinen Verbleib.

Am 20. Februar versuchte Alain Didah Kembas Rechtsbeistand zweimal, seinen Mandanten auf der Polizeistation zu besuchen. Ihm wurde dort jedoch mitgeteilt, dass sich dieser nicht im Gewahrsam der Polizei befände. Später bestätigten Freund_innen und Familienangehörige allerdings, dass Alain Didah Kemba sehr wohl in der Polizeistation in Haft saß. Erst nach dieser Bestätigung konnte er von seinem Rechtsbeistand besucht werden.

Alain Didah Kemba stand nie unter Anklage und bestreitet, jemals im Besitz einer mit Benzin gefüllten Falsche gewesen zu sein. Seinen Aussagen zufolge wurde er während seines morgendlichen Lauftrainings von der Polizei festgenommen, als er gerade an einem Reifen vorbeilief.

Während die Unzufriedenheit im Land weiter wächst – unter anderem wegen der mittlerweile fünften Amtszeit von Präsident Idriss Déby und der von der Regierung beschlossenen Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise – kam es in den vergangenen zwei Jahren wiederholt zur Unterdrückung von Menschenrechtsverteidiger_innen und Regierungskritiker_innen im Tschad. Als offener Regierungskritiker sprach sich Alain Didah Kemba gegen die Sparmaßnahmen aus und beteiligte sich an mehreren friedlichen, von IYINA organisierten Demonstrationen.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich.