Äthiopien: Journalist wieder frei
Diese Urgent Action ist beendet.
Der Journalist Million Beyene ist seit dem 28. April wieder in Freiheit. Er war am 15. April von unbekannten Personen in Zivilkleidung entführt worden. Die Entführung hing sehr wahrscheinlich mit seiner Arbeit als Journalist zusammen.
Der äthiopische Journalist Million Beyene (undatiertes Foto)
© Privat
Vielen Dank allen, die sich an dieser Urgent Action beteiligt haben!
Sachlage
Am 28. April 2026 entließen die Behörden Million Beyene aus der Haft und er konnte zu seiner Familie zurückkehren.
Million Beyene ist Journalist und Chefredakteur des bekannten unabhängigen Nachrichtenportals Addis Standard. Am 15. April 2026 entführten ihn drei unbekannte Männer in Zivil aus der Redaktion des Addis Standard in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die drei gaben sich nicht zu erkennen und erklärten weder, warum sie Million Beyene mitnahmen, noch wohin sie ihn bringen wollten. Am Abend der Entführung war sein Mobiltelefon gegen 22 Uhr kurzzeitig erreichbar, danach nicht mehr. Das vergrößerte die Sorgen seiner Angehörigen um seine Sicherheit noch zusätzlich. Es wurde keine offizielle Erklärung darüber abgegeben, wer ihn festgehalten hatte und wo, doch man geht davon aus, dass er wegen seiner Arbeit als Journalist ins Visier geraten ist.
In Äthiopien werden seit Langem – und insbesondere in Zeiten politischer Spannungen – immer wieder Journalist*innen entführt. In der Regel sind dafür entweder vermummte Sicherheitskräfte oder Personen in Zivil verantwortlich. Die Betroffenen werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und ihnen wird der Zugang zu Rechtsbeiständen und Familienangehörigen verweigert.
Amnesty International startete am 27. April eine Urgent Action für Million Beyene, die erheblich dazu beigetragen hat, in seinem Fall Druck auszuüben. Dass er innerhalb der nächsten 24 Stunden freigelassen wurde, deutet darauf hin, dass die Mobilisierung der Amnesty-Bewegung möglicherweise eine wichtige Rolle bei seiner Freilassung gespielt hat.
Amnesty International hat nach seiner Freilassung mit Million Beyene gesprochen. Er wandte sich mit folgenden Worten an die Bewegung: "Ich bin in ärztlicher Behandlung und tue mein Bestes, um mich von der Erfahrung zu erholen. Was mir widerfahren ist, war schwierig, und ich muss die Folgen noch bewältigen. Doch ich bleibe stark. Ich bin unendlich dankbar für eure Unterstützung und alle für mich unternommenen Anstrengungen. Das bedeutet mir so viel."
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.