Ukraine: Oksana Mamchenko und andere Gewaltopfer (April 2021)

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Portraitbild einer Frau mit längeren blonden Haaren, die Sonne scheint. Im Hintergrund Bäume und Wiese

Oksana Mamchenko aus der ukrainischen Stadt Kramatorsk (Region Donetzk) litt jahrelang unter physischer und psychischer Gewalt durch ihren Ex-Ehemann.

Brief gegen das Vergessen

Zwanzig Jahre lang waren Oksana Mamchenko und ihre Kinder häuslicher Gewalt ausgesetzt. Aufgrund finanzieller Abhängigkeit konnten sie nicht fliehen; zudem nahm der zuständige Polizeibeamte den Täter systematisch in Schutz, sodass es lange gar nicht zur Anzeige kam. Erst als er mit eigenen Augen sah, wie ihr Mann sie schlug, begann der Polizist, Oksana Mamchenko ernst zu nehmen. Jetzt lebt sie mit ihren Kindern in einer eigenen Wohnung und fühlt sich sicher, aber ihr Kampf geht weiter. Als Aktivistin engagiert sie sich zusammen mit vielen anderen dafür, dass die Ukraine ein Land wird, in dem Menschen frei von häuslicher Gewalt leben können.

Jährlich werden in der Ukraine schätzungsweise 1,1 Millionen Frauen Opfer physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt durch Familienmitglieder. Während der Corona-Pandemie hat die Zahl der Fälle noch einmal stark zugenommen. Trotz neuer Gesetze und Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt werden Betroffene von den Behörden nach wie vor häufig im Stich gelassen.

Die Ukraine hat die Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt bereits vor zehn Jahren unterzeichnet – nun gilt es, das Abkommen endlich auch zu ratifizieren.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten der Ukraine und fordern Sie ihn auf, durch Gesetzesänderungen sicherzustellen, dass häusliche Gewalt in jedem Fall einen Straftatbestand erfüllt. Paragraf 126-1 des Strafgesetzbuches ist entsprechend und im Einklang mit internationalen Menschenrechtsnormen und -bestimmungen anzupassen: So soll gestrichen werden, dass der Nachweis eines "systematischen" Charakters im Zusammenhang mit der Tat erbracht werden muss. Fordern Sie den Präsidenten zudem auf, sicherstellen, dass die Ukraine das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) ohne weitere Verzögerungen ratifiziert.

Schreiben Sie in gutem Ukrainisch, Englisch oder auf Deutsch an:
President of Ukraine
Volodymyr Zelensky

c/o. Amnesty International Ukraine
POB 64
Kyiv 01019
UKRAINE
(Anrede: Dear President / Sehr geehrter Präsident)

(die Appelle werden von Amnesty Ukraine an den Präsidenten weitergeleitet)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Ukraine
S. E. Herrn Andrii Melnyk
Albrechtstr. 26
10117 Berlin
Fax: 030 – 288 871 63
E-Mail: emb_de@mfa.gov.ua
(Standardbrief: 0,80 €)

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Sehr geehrter Herr Präsident,

jährlich werden in der Ukraine schätzungsweise 1,1 Millionen Frauen Opfer physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt durch Familienmitglieder. Zu ihnen gehörte auch Oksana Mamchenko. Aufgrund finanzieller Abhängigkeit konnten sie nicht fliehen; zudem nahm der zuständige Polizeibeamte den Täter systematisch in Schutz, sodass es lange gar nicht zur Anzeige kam. Erst als er mit eigenen Augen sah, wie ihr Mann sie schlug, begann der Polizist, Oksana Mamchenko ernst zu nehmen. Jetzt lebt sie mit ihren Kindern in einer eigenen Wohnung und fühlt sich sicher, aber ihr Kampf geht weiter. Als Aktivistin engagiert sie sich zusammen mit vielen anderen dafür, dass die Ukraine ein Land wird, in dem Menschen frei von häuslicher Gewalt leben können.

Während der Corona-Pandemie hat die Zahl der Fälle von Gewalt gegen Frauen noch einmal stark zugenommen. Trotz neuer Gesetze und Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt werden Betroffene von den Behörden nach wie vor häufig im Stich gelassen.

Ich bitte Sie hiermit, durch Gesetzesänderungen sicherzustellen, dass häusliche Gewalt in jedem Fall einen Straftatbestand erfüllt. Paragraf 126-1 des Strafgesetzbuches ist entsprechend und im Einklang mit internationalen Menschenrechtsnormen und -bestimmungen anzupassen: So soll gestrichen werden, dass der Nachweis eines "systematischen" Charakters im Zusammenhang mit der Tat erbracht werden muss. Ich bitte Sie außerdem, sicherstellen, dass die Ukraine das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) ohne weitere Verzögerungen ratifiziert.

Hochachtungsvoll

Dear President,

Oksana Mamchenko is one of many survivors of domestic violence in Ukraine. For two decades, she suffered physical and psychological and economic violence from her husband, and so did their children.

Annually, an estimated 1.1 million Ukrainian women suffer from physical, sexual or emotional violence in their families. In the context of the COVID-19 pandemic, cases of domestic violence have surged. Despite new laws and measures to address gender-based violence, important gaps in protection and lack of implementation are failing survivors.

I therefore urge you to make the necessary legislative changes to ensure that every single instance of domestic violence, including the first incident, is a criminal offence and remove the requirement to prove its "systematic" nature by amending Article 126-1 of the Criminal Code accordingly and in line with international human rights law and standards.

Please ensure Ukraine ratifies the Council of Europe Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence (Istanbul Convention) with no further delays.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 01.06.2021

Appell an

President of Ukraine
Volodymyr Zelensky

c/o. Amnesty International Ukraine
POB 64
Kyiv 01019
UKRAINE

Sende eine Kopie an

Botschaft der Ukraine
S. E. Herrn Andrii Melnyk
Albrechtstr. 26
10117 Berlin
Fax: 030 – 288 871 63
E-Mail: emb_de@mfa.gov.ua