El Salvador: Ruth López – Korruptionskritikerin in Haft
© Amnesty International / CRISTOSAL
Ruth López koordinierte viele Jahre lang Untersuchungen zu mutmaßlicher Korruption, Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen staatlicher Stellen in El Salvador. Seit Mai 2025 befindet sie sich ohne Kontakt zur Außenwelt in Untersuchungshaft.
Mit dem Vorwurf "Veruntreuung" im Zusammenhang mit Beratungstätigkeiten für staatliche Institutionen unter früheren Regierungen machen die Behörden die Menschenrechtsverteidigerin zur Angeklagten. Ein klassischer Versuch, Kritiker*innen mundtot zu machen.
Seit 2022 gilt in El Salvador ein Ausnahmezustand, der den Behörden weitreichende Befugnisse einräumt. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Langem die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Meinungsfreiheit und die Grundrechte von Menschen. Wer in El Salvador Menschenrechte und Rechenschaftspflicht verteidigt, geht ein erhebliches persönliches Risiko ein. Menschenrechtsorganisationen sehen Ruths Inhaftierung im Zusammenhang mit ihrer Menschenrechtsarbeit und ihrer öffentlichen Kritik an staatlichem Handeln.
Ihr wird das Recht auf ein faires und öffentliches Verfahren sowie der regelmäßige Kontakt zu ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand verwehrt. Jetzt wurde bekannt, dass Ruth schwer erkrankt ist und erhebliche Risiken für ihre Gesundheit bestehen.
Fordere die salvadorianischen Behörden auf, Ruth López sofort und bedingungslos freizulassen und alle Anklagen gegen sie fallen zu lassen.