Gesunkenes Flüchtlingsboot vor Mittelmeerküste: EU-Staaten müssen handeln!
SOS Europa: Amnesty-Aktion am Strand von Lampedusa, Italien, Juli 2012
© Amnesty International (photo: Dario Sarmadi)
17. September 2014 - Am 15. September ist ein Flüchtlingsboot vor der Küste Libyiens gesunken. Das Boot war auf dem Weg nach Italien. Es steht zu befürchten, dass viele Insassen ertrunken sind. Die EU-PolitikerInnen müssen verstärkt Maßnahmen ergreifen, damit Flüchtlinge und MigrantInnen auf sichere und legale Weise in die Europäische Union gelangen können, um dort internationalen Schutz zu erhalten.
"Die Reaktion der EU-Mitgliedsstaaten auf die Flüchtlingskrise im Nahen Osten und in Nordafrika ist beschämend", so John Dalhuisen, Experte für die Region Europa und Zentralasien bei Amnesty International. "Die steigende Zahl der Todesopfer im Mittelmeer zeigt, wie wirkungslos die derzeitige Asyl- und Migrationspolitik der EU ist.
Die EU-PolitikerInnen wollen um jeden Preis verhindern, dass Flüchtlinge nach Europa gelangen, wodurch diese in ihrer Verzweiflung immer gefährlichere Wege auf sich nehmen müssen.
Einige EU-Mitgliedsstaaten haben eine extrem niedrige Anzahl von Neuansiedlungsplätzen für aus Konfliktgebieten geflohene Flüchtlinge bereitgestellt, so z. B für syrische Flüchtlinge. Eine deutliche Steigerung der Plätze wäre die Rettung für die Flüchtlinge. Die Anzahl derer, die eine solch gefährliche Reise auf sich nehmen müssten, würde verringert werden.
Die EU-PolitikerInnen sind bisher nicht dazu bereit, den Flüchtlingen und MigrantInnen sichere und legale Einwanderungswege in die EU zu schaffen. Bis sie ihre Haltung ändern, werden nach wie vor Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken."
Es sollen etwa 250 Flüchtlinge und MigrantInnen auf dem Boot gewesen sein, das in der Nähe von Tajoura, östlich von Tripolis, gesunken ist. Nach Angaben der libyischen Marine konnten 36 Personen gerettet werden.
Berichten zufolge sind möglicherweise zwei weitere Boote in den vergangenen Tagen im zentralen Mittelmeerraum gesunken. Mehrere hundert Personen sollen ertrunken sein.
Laut UNHCR sind in diesem Jahr mehr als 2.500 Personen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, ertrunken oder verschwunden.
Angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage und der Auseinandersetzungen zwischen den Milizen in Libyen, dem wichtigsten Ausgangspunkt für Überfahrten nach Europa, machen sich immer mehr Flüchtlinge und MigrantInnen auf den Weg, um ihrem zu fliehen.
Amnesty International fordert die EU-PolitikerInnen auf, den Flüchtlingen, die versuchen, nach Europa zu gelangen, sichere und legale Einwanderungswege in die EU zu schaffen, z. B. durch Neuansiedlungen, humanitäre Aufnahmeprogramme und die Förderung der Familienzusammenführung.
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© REUTERS/Juan Medina
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