Aktuell Nicaragua 07. März 2011

Online-Aktion: Stopp der sexuellen Gewalt in Nicaragua

Internationaler Frauentag - 8. März 2011
In den letzten zehn Jahren waren zwei Drittel der Opfer sexueller Gewalt in Nicaragua nicht über 17 Jahre alt

In den letzten zehn Jahren waren zwei Drittel der Opfer sexueller Gewalt in Nicaragua nicht über 17 Jahre alt

8. März 2011 - Gewalt in der Familie und sexueller Missbrauch von Frauen und Mädchen sind in Nicaragua immer noch Tabuthemen. Es gibt kein Gesetz, das körperliche Züchtigung verbietet - das Familienleben gilt als Privatsache. Die Betroffenen trauen sich nicht, über Vergewaltigung zu sprechen. Frauen und Mädchen, die um Hilfe bitten, werden bedroht und ausgestoßen. Werden sie schwanger und möchten die Schwangerschaft nicht fortführen, droht ihnen Gefängnis. Hilfe für Vergewaltigungsopfer, die Mütter werden, gibt es kaum.

"Jeden Tag leiden Mädchen in Nicaragua lieber still unter sexueller Gewalt, als die Ablehnung zu riskieren", so Esther Major, Nicaragua-Expertin bei Amnesty International.

Zwei Drittel der Opfer sind unter 17 Jahre alt, 90 Prozent der Täter sind Familienangehörige. Laut Statistiken der Polizei von Nicaragua wurden zwischen 1998 und 2008 mehr als 14.000 Fälle gemeldet. Hinzu kommt eine ungleich höhere Dunkelziffer, denn sexuelle Gewalt ist weiterhin ein Tabu.

Amnesty fordert die Regierung von Nicaragua auf, sicherzustellen, dass die erlebte Gewalt nicht das gesamte Leben der Opfer bestimmt. "Die Regierung muss ein klares Zeichen senden, dass sexuelle Gewalt niemals die Schuld des Opfers ist, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden und dass den Opfern die Hilfe zukommt, die sie benötigen", fordert Major.

Werden Sie aktiv! Unterschreiben Sie die Online-Petition an den Präsidenten von Nicaragua!
Zur Online-Petition auf www.amnesty.org

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