Trotz Rückschlägen: "Das Ende der Todesstrafe rückt näher"
4. Weltkongress gegen die Todesstrafe, Genf, 2010.
© Amnesty International
26. Februar 2010 - Der amtierende internationale Generalsekretär von Amnesty International, Claudio Cordone, begrüßte die weltweiten Bemühungen zur Abschaffung der Todesstrafe. Damit das Ziel einer vollständigen Abschaffung der Todesstrafe erreicht werden könne, müsse aber noch einiges getan werden:
"Der Tag wird kommen, an dem wir das weltweite Ende der Todesstrafe erleben werden. Wir müssen uns weiter anstrengen, damit die Todesstrafe sich in eine Reihe mit der Apartheid, der Sklaverei und der Folter – zu den Irrwegen der Menschheit – gesellt," sagte Cordone beim 4. Weltkongress gegen die Todesstrafe, der vom 24. - 26. Februar 2010 in Genf stattfand.
2009 war das erste Jahr in der modernen Geschichte Europas, in dem auf diesem Kontinent keine Hinrichtung durchgeführt wurde. Burundi und Togo gesellten sich zu den nunmehr 95 Staaten, die die Todesstrafe vollständig aus ihrem Recht verbannt haben. Viele andere Staaten haben die Anzahl der Hinrichtungen reduziert oder Exekutionen gestoppt.
Leider gibt es immer wieder auch Rückschläge: Erst am Donnerstag dieser Woche entschieden Verfassungsrichter in Südkorea, dass die Todesstrafe verfassungskonform sei. Zwar wurden in dem Land seit 1998 keine Menschen hingerichtet, es werden aber weiterhin Todesurteile ausgesprochen. Zurzeit befinden sich 57 Menschen in südkoreanischen Todeszellen.
"Trotz dieser Entscheidung fordern wir die Regierung von Südkorea auf, auch in Zukunft keine Hinrichtungen durchzuführen und die Todesstrafe abzuschaffen. Jeder Schritt zurück würde das internationale Ansehen Südkoreas enorm beschädigen. Als eines der wirtschaftlich stärksten Länder sollte Südkorea mit gutem Beispiel voran gehen und das Recht der Menschen auf Leben achten," sagte Roseann Rife, stellvertretende Direktorin des Asien-Pazifik-Programms bei Amnesty International.
Amnesty International setzt sich seit über 30 Jahren gegen die Todesstrafe ein. Die Todesstrafe ist eine Verletzung des Rechts auf Leben und eine endgültige, grausame, unmenschliche und entwürdigende Bestrafung. Sie ist unumkehrbar und es bleibt stets ein Risiko, dass Unschuldige hingerichtet werden.
Oliver Hendrich und Thomas Hensgen von der Amnesty-Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe nahmen am Weltkongress gegen die Todesstrafe teil. Ihre Eindrücke und Erkenntnisse vom Kongress schildern Sie in einem Blog auf der offiziellen Facebook-Seite von Amnesty International in Deutschland:
Bericht vom 4. "Weltkongress gegen die Todesstrafe"