Angola: Tausende Familien nach Zwangsräumungen obdachlos
Familie vor zerstörten Häusern in der Gemeinde Kiamba Kiaxi in Luanda, Angola, 2004
© Oxfam-Novib The Netherlands
Die Häuser von etwa 3.000 Familien in den benachbarten Siedlungen Iraque und Bagdad in der Gemeinde Kilamba Kiaxi der angolischen Hauptstadt Luanda sind zwangsgeräumt worden. Die Häuser der Familien wurden zerstört und ihr Besitz vernichtet. Die Menschen blieben ohne Unterkunft zurück.
Die massiven Zerstörungen fanden zwischen dem 20. und 26. Juli 2009 statt. Sie machten die Siedlung Bagdad dem Erdboden gleich und hinterließen schwere Schäden in der Siedlung Iraque. Die Menschen in Iraque müssen weitere Räumungen befürchten.
Bewaffnete Polizisten, Soldaten und Mitglieder der Präsidentengarde begannen am 20. Juli um drei Uhr Morgens die Menschen aus ihren Häusern zu vertreiben. Anschließend mussten sie mit ansehen, wie ihre Häuser zerstört wurden. Einige wurden geschlagen, als sie versuchten die Zerstörung zu stoppen.
Während der Räumung bedrohte die Polizei diejenigen, die sich weigerten das Gelände zu verlassen. Einige Anwohner errichteten behelfsmäßige Unterkünfte aus den Ruinen ihrer Häuser, die jedoch kurze Zeit später erneut zerstört wurden. Am 25. Juli steckte die Polizei die letzten Unterkünfte in Bagdad in Brand.
Laut Aussage des Vizegouverneurs von Luanda erhalten die Vertriebenen weder eine alternative Behausung noch eine Entschädigung . Er warf den Bewohnern von Iraque und Bagdad vor, das Land rechtswidrig genutzt und die Häuser illegal erbaut zu haben. Das private Konsortium Projecto Camama soll auf dem Land Luxuswohnungen errichten.
Etwa 1.000 Familien waren bereits seit Juli 2007 nach Räumungen in Iraque und Bagdad obdachlos geworden. Keine Familie hat je eine Entschädigung für ihre Verluste erhalten.
Handeln Sie jetzt!
Werden Sie aktiv! Fordern Sie den sofortigen Stopp der Zwangsräumungen.
Schreiben Sie an den Gouverneur der Provinz Luanda und fordern Sie ihn auf:
-
sofort alle widerrechtlichen Zwangsräumungen zu stoppen und menschenrechtskonforme Richtlinien für Umsiedlungen zu entwickeln,
- Slumbewohner an allen Entscheidungen zu beteiligen, die ihre Lebens- und Wohnsituation betreffen, sicherzustellen, dass die Opfer von Zwangsräumungen effektiven Zugang zu Rechtsmitteln und eine angemessene Entschädigung in Form von Geldzahlungen oder Ersatzwohnraum erhalten.
Senden Sie Ihre Briefe, Faxe oder Emails an:
Ihre Excellenz Francisca do Espírito Santo
Governadora Provincial de Luanda
Gabinete da Governadora
Governo da Província de Luanda
Largo Irene Cohen (Largo da Mutanga)
Luanda, Angola
Fax: +244 222 333 902/ 334 051
Email: gepegpl@hotmail.com
Anrede: Sua Excelência