Morddrohungen
Der Bruder eines Mannes, der Zeuge einer offensichtlich außergerichtlichen Hinrichtung in Puerto de San Felipe im mexikanischen Bundesstaat Baja California wurde, hat eine Morddrohung erhalten. Er, die Angehörigen eines weiteren Zeugen und auch die des Mordopfers befinden sich in großer Gefahr.
Appell an
GENERALSTAATSANWÄLTIN
Marisela Morales Ibáñez
Av. Paseo de la reforma 211 – 213
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06500, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin)
Fax: (00 52) 55 5346 0908 (nach Fax fragen: "Me da tono de fax, por favor!")
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx
VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gral. Guillermo Galván Galván
Secretario de Defensa Nacional
Manuel Avila Camacho Esq con Av.
Industria Molitar S/N, Col. Lomas de Sotelo,
Miguel Hidalgo, México D.F., C.P. 11640, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 52) 55 5557 5571
E-Mail: ggalvang@mail.sedena.gob.mx
Sende eine Kopie an
STAATLICHE MENSCHENRECHTSKOMMISSION
Comisión Nacional de los Derechos Humanos de México
E-Mail: correo@cndh.org.mx
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich fordere Sie dringend auf, in Absprache mit den Betroffenen angemessene Maßnahmen zum Schutz von Alonso Ruíz Lara und seiner Familie sowie der Familie von Guillermo Audelo Murrieta zu ergreifen.
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Führen Sie bitte unverzüglich eine Untersuchung der Morddrohung durch und stellen sie sicher, dass die Männer und ihre Familien weder weitere Morddrohungen erhalten noch als Vergeltung für das Anzeigen von Militärangehörigen unbegründeter oder böswilliger Strafverfolgung ausgesetzt werden.
- Ich fordere außerdem, dass eine vollständige, unverzügliche und unparteiische Untersuchung der offenbar systematischen Schikanierungen und Übergriffe sowie der Misshandlungen und Folter der Familien von Guillermo Audelo Murrieta und Alonso Ruíz Lara durch die Zivilbehörden durchgeführt wird. Hierzu gehört auch das Aufklären der Tötung von Guillermo Audelo Murrieta sowie der Foltervorwürfe seitens der Familienangehörigen. Die Ergebnisse müssen veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling on the authorities to ensure that Alonso Ruíz Lara, his family, and the family of Guillermo Audelo Murrieta, receive all necessary protection, in accordance with their wishes.
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Calling for an investigation into the death threat, and assurances that the men and their families are not subject to death threats and malicious or unfounded prosecutions in reprisal for their complaints against military officers.
- Calling for a full, prompt and impartial investigation by the civilian authorities into the apparent pattern of harassment and ill-treatment and threats against members of the Audelo Murrieta and Ruíz Lara families, including the clarification of the killing of Guillermo Audelo Murrieta and the alleged torture of family members, for the results to be made public and those responsible to be brought to justice.
Sachlage
Am 13. November erhielt Alonso Ruíz Lara ein Schreiben, das drei gemalte Kreuze enthielt. Zwei der Kreuze waren versehen mit den Namen von Guillermo Audelo Murrieta, der am 20. August 2011 getötet wurde, sowie dem Namen von Jesús Manuel Moreno, der am 13. November 2011 starb. Das dritte Kreuz war mit dem Namen von Alonso Ruíz Lara selbst beschriftet worden. Die Familie gibt an, dass es nach der sexuellen Belästigung der Ehefrau von Guillermo Audelo Murrieta durch einen Soldaten bereits zu mehreren Fällen von Schikanierung durch die Mitglieder der 19. Infanteriekompanie der mexikanischen Armee in San Felipe (XIX Compañía de Infantería No Encuadrada) gekommen war. Die Familie von Guillermo Audelo Murrieta hat bereits Anzeige erstattet. Bisher wurden allerdings keine Schritte unternommen, um die Familie zu schützen. Jesús Manuel Moreno, dessen Name in der Morddrohung ebenfalls genannt wurde, war der Bruder der Ehefrau von Guillermo Audelo Murrieta. Er starb, nachdem es einen Brand in seinem Haus gegeben hatte. Amnesty International liegen keine weiteren Informationen über die genauen Todesumstände vor.
Am 20. August hielt Guillermo Audelo Murrieta sich mit seinen beiden Freunden Julio César Ruíz Lara und Lorenzo Antonio Ruíz Lara, beides Brüder von Alonso Ruíz Lara, in einem Hotel auf. Ihr Zimmer wurde von Soldaten durchsucht, die Guillermo Audelo Murrieta töteten. Weitere Informationen zum Tathergang sind noch unklar und werden derzeit von der staatlichen Menschenrechtskommission (Comisión Nacional de Derechos Humanos – CNDH) sowie einer Militärbehörde untersucht. Die beiden anderen Männer wurden während der Razzia festgenommen. Sie geben an, dass Guillermo Audelo Murrieta gefoltert und danach außergerichtlich hingerichtet wurde und dass sie selbst ebenfalls gefoltert und ihnen mit dem Tod gedroht wurde, wenn sie jemandem von der Tat erzählen würden. Den Männern werden Vergehen in Verbindung mit Drogen und Feuerwaffen zur Last gelegt, und sie befinden sich aufgrund dessen weiterhin in Haft. Sie haben Anzeige erstattet wegen der Art und Weise, wie sie behandelt wurden. Scheinbar soll durch die Morddrohung gegenüber Alonso Ruíz Lara versucht werden, seine Familie sowie die von Guillermo Audelo Murrieta davon abzuhalten, dass sie weiterhin gegen Militärangehörige aussagen und ihre Anzeige wegen Schikanierung durchsetzen.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich fordere Sie dringend auf, in Absprache mit den Betroffenen angemessene Maßnahmen zum Schutz von Alonso Ruíz Lara und seiner Familie sowie der Familie von Guillermo Audelo Murrieta zu ergreifen.
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Führen Sie bitte unverzüglich eine Untersuchung der Morddrohung durch und stellen sie sicher, dass die Männer und ihre Familien weder weitere Morddrohungen erhalten noch als Vergeltung für das Anzeigen von Militärangehörigen unbegründeter oder böswilliger Strafverfolgung ausgesetzt werden.
- Ich fordere außerdem, dass eine vollständige, unverzügliche und unparteiische Untersuchung der offenbar systematischen Schikanierungen und Übergriffe sowie der Misshandlungen und Folter der Familien von Guillermo Audelo Murrieta und Alonso Ruíz Lara durch die Zivilbehörden durchgeführt wird. Hierzu gehört auch das Aufklären der Tötung von Guillermo Audelo Murrieta sowie der Foltervorwürfe seitens der Familienangehörigen. Die Ergebnisse müssen veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
[APPELLE AN]
GENERALSTAATSANWÄLTIN
Marisela Morales Ibáñez
Av. Paseo de la reforma 211 – 213
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06500, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin)
Fax: (00 52) 55 5346 0908 (nach Fax fragen: "Me da tono de fax, por favor!")
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx
VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gral. Guillermo Galván Galván
Secretario de Defensa Nacional
Manuel Avila Camacho Esq con Av.
Industria Molitar S/N, Col. Lomas de Sotelo,
Miguel Hidalgo, México D.F., C.P. 11640, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 52) 55 5557 5571
E-Mail: ggalvang@mail.sedena.gob.mx
KOPIEN AN
STAATLICHE MENSCHENRECHTSKOMMISSION
Comisión Nacional de los Derechos Humanos de México
E-Mail: correo@cndh.org.mx
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. Januar 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Laut der Familie von Guillermo Audelo Murrieta kam es im Sommer 2010 zu einem Vorfall, bei dem ein Leutnant der 19. Infanteriekompanie die Ehefrau von Guillermo Audelo Murrieta sexuell belästigte. Als ihr Ehemann den Soldaten bat, aufzuhören, fanden bei der Familie daraufhin mehrere Hausdurchsuchungen durch Militärangehörige ohne richterliche Genehmigung statt. Am 1. Mai 2011 drangen Soldaten in der Abwesenheit von Guillermo Audelo Murrieta in sein Haus ein. Sie nahmen seinen 16-jährigen Sohn Guillermo Audelo Amador sowie zwei weitere jeweils 18 und 16-jährige Personen fest, die sich zu dieser Zeit im Haus befanden. Sie wurden über 15 Tage lang in Haft gehalten. Die beiden 16-Jährigen wurden auf einem Militärstützpunkt festgehalten und scheinbar gefoltert, damit sie Informationen über Guillermo Audelo Murrieta preisgeben. Ihnen wurden unter anderem Plastiktüten über den Kopf gezogen. Daraufhin erstatte die Familie Anzeige bei der staatlichen Menschenrechtskommission (CNDH). Im Juni 2011 setzte sich die staatliche Ombudsstelle für Menschenrechte (Procuraduría de los Derechos Humanos) dafür ein, dass der Antrag auf Schutz seitens der Familie durchgesetzt wird. Bisher wurden allerdings noch keine Schritte zu deren Schutz unternommen.
Am 19. August 2011 führten 16 Soldaten ohne richterliche Genehmigung auf der erneuten Suche nach Guillermo Audelo Murrieta eine Razzia in seinem Haus durch. Der Einsatzleiter stieß gegenüber der Familie Morddrohungen aus. Die Ehefrau von Guillermo Audelo Murrieta wurde festgenommen und des Drogenbesitzes angeklagt. Die Familie gab an, dass ihr die Drogen durch die Soldaten untergeschoben worden seien. Sie wurde danach gegen Kaution freigelassen, ein Urteil steht aber noch aus.
Etwa 50.000 mexikanische Soldaten wurden während der Präsidentschaft von Felipe Calderon mit Polizeiaufgaben betraut, um das organisierte Verbrechen, das für zehntausende Tote verantwortlich ist, zu bekämpfen. Dieser militärische Einsatz ließ die Zahl der Berichte über Menschenrechtsverletzungen drastisch ansteigen. Dazu gehören "Verschwindenlassen", außergerichtliche Hinrichtungen, Folter sowie willkürliche Festnahmen. Das Versagen der Militärjustiz sowie des Zivilrechtssystems bezüglich der wirksamen und unparteiischen Untersuchung von Berichten über Übergriffe durch Militärangehörige führt dazu, dass Angehörige der Armee Menschenrechte verletzen können und sie rechtlich nicht für ihre Taten verantwortlich gemacht werden. Die Regierung ist nach wie vor nicht bereit, das Ausmaß der systematischen Verbrechen und der Straflosigkeit anzuerkennen oder sicherzustellen, dass sorgfältige Ermittlungen angestellt werden. Die Folge ist, dass nahezu allen Opfern von Übergriffen durch Militärangehörige der Zugang zur Justiz bzw. die Möglichkeit eines wirksamen Rechtsbehelfs verwehrt bleibt.