Menschenrechtler freigelassen

Ergebnis dieser Urgent Action

Der Menschenrechtsverteidiger Daniel Deuzoumbe Passalet ist am 30. Dezember 2011 ohne Anklageerhebung aus der Haft entlassen worden. Noch geschwächt von seinem Hungerstreik kehrte er nach N’Djamena zurück.

Daniel Dezoumbe Passalet, Vorsitzender der Organisation "Menschenrechte ohne Grenzen"

Daniel Dezoumbe Passalet, Vorsitzender der Organisation "Menschenrechte ohne Grenzen"

Der Menschenrechtsverteidiger Daniel Deuzoumbe Passalet ist am 30. Dezember 2011 ohne Anklageerhebung aus der Haft entlassen worden. Noch geschwächt von seinem Hungerstreik kehrte er nach N’Djamena zurück.

Sachlage

Das Obere Gericht von N’Djamena ordnete am 30. Dezember 2011 nach zweitägiger Verhandlung in der Stadt Moussoro die Freilassung von Daniel Deuzoumbe Passalet an. Die Richter gelangten zu der Einschätzung, dass die Beweislage für eine Anklageerhebung gegen den Menschenrechtsverteidiger nicht ausreiche. Daniel Deuzoumbe Passalet kehrte noch am Tag seiner Haftentlassung gemeinsam mit anderen MenschenrechtlerInnen, die der Verhandlung zur solidarischen Unterstützung ihres Kollegen beigewohnt hatten, nach N’Djamena zurück. Die Staatsanwaltschaft legte Einspruch gegen die Entscheidung des Gerichts ein. Auch Daniel Deuzoumbe Passalet focht den Gerichtsbeschluss an, um auf diesen Weise sicherzustellen, dass die Anklagebehörde das weitere Verfahren nicht unnötig verzögert.

Daniel Deuzoumbe Passalet ist Vorsitzender der tschadischen Menschenrechtsorganisation "Menschenrechte ohne Grenzen" (Droits de l’Homme Sans Frontières – DHSF). Er war am 19. Dezember 2011 wegen eines Interviews festgenommen worden, das er tags zuvor dem Sender Radio France Internationale gegeben hatte. Gegenstand des Interviews war der Tod von zehn männlichen Gefangenen, die im September 2011 im Gewahrsam der Nationalgendarmerie des Tschad gestorben waren. Der Menschenrechtler hatte ausbleibende strafrechtliche Schritte im Zusammenhang mit den Todesfällen moniert. Aus Protest gegen seine Inhaftierung war Daniel Deuzoumbe Passalet in den Hungerstreik getreten. Körperlich wirkte er bei seiner Freilassung noch sehr geschwächt, psychisch soll es ihm allerdings gut gehen. Bei den Mitgliedern und UnterstützerInnen von Amnesty International bedankt er sich herzlich für die Unterstützung.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.