Paul Rhoades hingerichtet

Ergebnis dieser Urgent Action

Am Morgen des 18. November vollstreckte der US-Bundesstaat Idaho seine erste Hinrichtung seit 17 Jahren. Es ist außerdem die zweite Hinrichtung in diesem Bundesstaat seit 1957. Der 54-jährige Paul Rhoades wurde durch die Giftspritze getötet, nachdem er über 20 Jahre im Todestrakt verbracht hatte.

Hinrichtungsraum

Hinrichtungsraum

Am Morgen des 18. November vollstreckte der US-Bundesstaat Idaho seine erste Hinrichtung seit 17 Jahren. Es ist außerdem die zweite Hinrichtung in diesem Bundesstaat seit 1957. Der 54-jährige Paul Rhoades wurde durch die Giftspritze getötet, nachdem er über 20 Jahre im Todestrakt verbracht hatte.

Sachlage

Paul Rhodes war am 25. März 1987 im Alter von 30 Jahren festgenommen und angeklagt worden, in den Monaten zuvor drei Menschen ermordet zu haben. Bei den Opfern handelt es sich um die Lehrerin Susan Michelbacher sowie um Stacy Baldwin und Nolan Haddon, zwei Kaufhausangestellte. Paul Rhoades wurde in zwei getrennten Verfahren wegen Mordes an Stacy Baldwin und Susan Michelbacher jeweils zum Tod verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Mord an Nolan Haddon erging gegen ihn eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Begnadigungsausschuss des Bundesstaats Idaho lehnte Paul Rhoades’ Antrag auf eine Begnadigungsanhörung ab und leitete die Empfehlung, keine Begnadigung zu gewähren, an Gouverneur Otter weiter. Die Rechtsbeistände von Paul Rhoades versuchten, einen Hinrichtungsaufschub bei den Gerichten zu erwirken und stellten die Verfahren zur Injizierung der Giftspritze in Idaho in Frage. Doch auch der Oberste Gerichtshof der USA (US Supreme Court) wies das letzte Rechtsmittel am 17. November ab.

Den Medien zufolge wurde Gouverneur Otter mit Appellschreiben zur Verhinderung der Exekution „überflutet“. Diese wurden unter anderem auch von der Europäischen Union, dem Vatikan oder der Regierung der Schweiz versandt.

Rund 100 Personen protestierten vor dem Gefängnis gegen die Hinrichtung.

Die Exekution wurde etwa eine Stunde später als geplant vollstreckt. Die Verzögerung ergab sich daraus, dass ein Richter des Bundesstaates zunächst einen weiteren Antrag in Erwägung zog, letztendlich aber doch ablehnte. Die Strafvollzugsabteilung des Bundesstaats Idaho gab bekannt, dass sie „die gerichtlichen Todesurteile gegen Paul Ezra Rhoades“ vollstreckt habe und dass der Verurteilte um 9:15 Ortszeit für tot erklärt wurde.

Nach der Hinrichtung veröffentlichte Gouverneur Otter seine Stellungnahme: „Meine Gedanken und Gebete sind gerichtet an die Opfer, ihre Hinterbliebenen, die Mutter von Paul Eszra Rhoades und allen, die von diesen Verbrechen betroffen sind. Herr Rhoades konnte über 20 Jahre lang vollen und ungehinderten Gebrauch von seinem Recht auf ein ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren machen. Das Gerichtsverfahren nahm seinen Lauf und Herr Rhoades wurde für seine Taten zur Verantwortung gezogen. Der Bundesstaat Idaho hat sein Bestes gegeben, um dieser ernsten Verantwortung mit Respekt, Professionalität und insbesondere Würde für alle Beteiligten gerecht zu werden“.

Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1977 sind in den USA 1.277 Personen hingerichtet worden, 43 von ihnen im laufenden Jahr.

Vielen Dank allen, die versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.