Frauenrechtlerin in Gefahr

Am 23. Oktober 2011 wurde die Frauenrechtsverteidigerin Shampa Goswami von mehreren Männern bedroht. Zuvor hatte sie einer anderen Frau, die in der Stadt Satkhira im gleichnamigen Distrikt von einer Gruppe von Männern vergewaltigt worden war, zur Seite gestanden.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Shampa Goswani entsprechend ihren Wünschen Schutz vor weiteren Übergriffen erhält.

  • Ich fordere Sie höflich auf, umgehend eine umfassende Untersuchung der Repressalien gegen Shampa Goswami zu veranlassen.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass MenschenrechtsverteidigerInnen in Bangladesch, die sich unter anderem für die Überlebenden sexueller Gewalt einsetzen, ihrer legitimen Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungsversuchen nachgehen können.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Call on the authorities to ensure that Shampa Goswami receives protection from further harassment in strict accordance with her wishes.

  • Call on the authorities to ensure that a thorough investigation into the harassment of Shampa Goswani is launched immediately.

  • Call on the authorities to ensure that human right defenders in Bangladesh, including those supporting survivors of sexual violence, are able to conduct their legitimate human rights work without fear of reprisals or harassment.

Sachlage

Im Mai 2011 erfuhr die 32 Jahre alte Lehrerin Shampa Goswami, Angehörige der weithin bekannten Menschenrechtsorganisation Odhikar, dass eine ältere Frau von mehreren Männern vergewaltigt worden war. Sie besuchte die Frau wiederholt im Krankenhaus, um nach ihr zu schauen, und gab ihr den Rat, sich an die Polizei zu wenden. Dies lehnte die Frau jedoch ab.

Die Polizei erfuhr schließlich doch von dem Verbrechen und nahm vier Männer unter der Anschuldigung der Gruppenvergewaltigung fest. Im September wurde Shampa Goswami von einem Nachbarn am Telefon bedroht, der sie aufforderte, sich für die Freilassung der Männer einzusetzen. Schließlich, so der Anrufer, engagiere sie sich für die Menschenrechte. Der Nachbar sprach Shampa Goswami auch persönlich an, erhielt jedoch von ihr die Auskunft, dass sie nichts für die Männer tun könne. Spätere Telefonanrufe des Nachbarn ignorierte die Frauenrechtlerin.

Seitdem haben die Drohungen gegen Shampa Goswani erheblich zugenommen. Am 23. Oktober saß sie mit einem engen Freund der Familie in einem Ladenkolal, als sich ihr vier unbekannte Männer näherten, sie belästigten und anzügliche sexuelle Bemerkungen machten. Als Shampa Goswani daraufhin das Lokal verließ, folgten ihr zehn bis zwölf Männer, darunter auch der Nachbar, der sie angerufen hatte. Die Männer umzingelten die Lehrerin und verlangten von ihr, mit ihnen zu kommen. Shampa Goswani versuchte, die Polizei zu Hilfe zu rufen, doch die Männer nahmen ihr das Handy weg und schleppten sie auf das Dach eines nahen Gebäudes, wohin sie zuvor auch den Freund der Familie gebracht hatten. Dort zwangen die Männer die beiden, sich nebeneinander zu setzen. Anschließend machten sie unter Beschimpfungen mit einem Mobiltelefon Fotos von Shampa Goswani und dem Freund der Familie. Sie versuchten, von Shampa Goswani Geld zu erpressen, indem sie ihr androhten, die Fotos der Presse zuzuspielen. Schließlich kam ein zufällig am Gebäude vorbei schlendernder Passant hoch auf das Dach und konnte die Männer überzeugen, Shampa Goswani und den Freund der Familie gehen zu lassen.

Am nächsten Morgen unterrichtete Shampa Goswani die Menschenrechtsorganisation Odhikar von dem Zwischenfall, und am 25. Oktober wandte sie sich an die Polizei der Wache von Satkhira. Die Lehrerin befürchtet, dass die Männer sie erneut angreifen könnten. Von der Polizei hat sie bislang keinen ausreichenden Schutz erhalten.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Shampa Goswani entsprechend ihren Wünschen Schutz vor weiteren Übergriffen erhält.

  • Ich fordere Sie höflich auf, umgehend eine umfassende Untersuchung der Repressalien gegen Shampa Goswami zu veranlassen.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass MenschenrechtsverteidigerInnen in Bangladesch, die sich unter anderem für die Überlebenden sexueller Gewalt einsetzen, ihrer legitimen Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungsversuchen nachgehen können.

[APPELLE AN]

POLIZEIPRÄSIDENT
Hassan Mahmood Khandker
Police Headquarters
Phoenix Road
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Inspector General / Sehr geehrter Herr Poleizpräsident)
Fax: (00 88) 02 712 5840
E-Mail: ig@police.gov.bd

POLIZEIPRÄSIDENT VON SATKHIRA
And Aslam Khan
Officer in Charge
Satkhira Police Station
(korrekte Anrede: Dear Superintendent of Police/ Sehr geehrter Herr Polizeipräsident)
E-Mail: spsatkhira@police.gov.bd

MINISTERIN FÜR FRAUEN UND KINDER
Dr Shirin Shamin Chaudhury
Minister of Women und Children’s Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrte Frau Ministerin)
Fax: (00 88) 02 716 2892
E-Mail: sminmowca@gmail.com oder lamisa@bol-online.com

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VOLKSREPUBLIK BANGLADESCH
S.E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Bengalisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. Dezember 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Appell an:

POLIZEIPRÄSIDENT
Hassan Mahmood Khandker
Police Headquarters
Phoenix Road
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Inspector General / Sehr geehrter Herr Poleizpräsident)
Fax: (00 88) 02 712 5840
E-Mail: ig@police.gov.bd

POLIZEIPRÄSIDENT VON SATKHIRA
And Aslam Khan
Officer in Charge
Satkhira Police Station
(korrekte Anrede: Dear Superintendent of Police/ Sehr geehrter Herr Polizeipräsident)
E-Mail: spsatkhira@police.gov.bd

MINISTERIN FÜR FRAUEN UND KINDER
Dr Shirin Shamin Chaudhury
Minister of Women und Children’s Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrte Frau Ministerin)
Fax: (00 88) 02 716 2892
E-Mail: sminmowca@gmail.com oder lamisa@bol-online.com

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER VOLKSREPUBLIK BANGLADESCH
S.E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Bengalisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. Dezember 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Gewalt gegen Frauen ist eine in Bangladesch verbreitete und sich verschärfende Menschenrechtsverletzung. Die Medien berichten häufig über Vergewaltigungen, doch wagen es die Opfer aus Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen häufig nicht, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Von staatlichen Behörden und Institutionen erhalten vergewaltigte Frauen keine ausreichende Unterstützung. Sie wenden sich deshalb meist an Menschenrechtsorganisationen und MenschenrechtsverteidigerInnen, die ihrerseits häufig von Einschüchterungsmaßnahmen und Anschlägen bedroht sind, ohne auf die Unterstützung der Behörden zählen zu können.