Frauenrechtlerin benötigt Schutz

Bangladeschs Ministerin für Frauen und Kinder gab Amnesty International gegenüber an, dass die Polizei die Drohungen gegen die Menschenrechtlerin Shampa Goswami untersuche. Da Shampa Goswami sich aber weiterhin in Gefahr befindet, ruft Amnesty International die Ministerin auf, ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich begrüße es sehr, dass Sie als Ministerin für Frauen und Kinder auf die Eilaktion und den Fall von Shampa Goswami reagiert haben.

  • Ich fordere Sie höflich auf dafür zu sorgen, dass Shampa Goswami entsprechend ihren Wünschen Schutz vor weiteren Übergriffen erhält.

  • Ich bitte Sie außerdem darum, umgehend eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Übergriffe auf Shampa Goswami zu veranlassen und die Verantwortlichen unter Einhaltung der internationalen Standards für faire Prozesse vor Gericht zu stellen.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass MenschenrechtsverteidigerInnen in Bangladesch, die sich unter anderem für die Überlebenden sexueller Gewalt einsetzen, ihrer legitimen Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungsversuchen nachgehen können.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Welcoming the response from Bangladesh’s State Minister for Women and Children’s Affairs, Dr Shirin Sharmin Chaudhury.

  • Calling on Dr Shirin Sharmin Chaudhury to ensure that Shampa Goswami receives protection from further harassment whilst fully respecting her wishes.

  • Urging Dr Shirin Sharmin Chaudhury to ensure that a thorough, independent and impartial investigation into the harassment of Shampa Goswami is launched immediately and those found responsible are brought to justice in proceedings which meet international fair trial standards.

  • Calling on Dr Shirin Sharmin Chaudhury to ensure that human rights defenders in Bangladesh, including those supporting survivors of sexual violence, are able to conduct their legitimate human rights work without fear of reprisals or harassment.

Sachlage

Die Lehrerin und Menschenrechtlerin Shampa Goswami arbeitet für die bekannte Menschenrechtsorganisation Odhikar. Nachdem sie eine Frau, die angab, vergewaltigt worden zu sein, ermutigte, zur Polizei zu gehen, wurde sie selbst von einer Gruppe von Männern bedroht. Am 26. Oktober startete Amnesty International eine Eilaktion und rief die bangladeschischen Behörden auf, sicherzustellen, dass Shampa Goswami sich in Sicherheit befindet und die Drohungen gegen sie untersucht werden. Kurz darauf reagierte die Ministerin für Frauen und Kinder, Frau Dr. Shirin Sharmin Chaudhury, auf die Eilaktion eines Mitglieds des Netzwerks und gab an, dass die örtliche Polizei in Shampa Goswamis Heimatort Satkhira im südwestlichen Bangladesch den Fall gemeinsam mit dem Ministerium untersuche und den Drohungen gegen die Menschenrechtlerin nachgehen werde.

Amnesty International begrüßt die Reaktion der Ministerin. Da Shampa Goswami sich jedoch nach wie vor in Gefahr befindet, fordert Amnesty International, dass sie entsprechend ihren Wünschen Schutz vor weiteren Übergriffen erhält.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich begrüße es sehr, dass Sie als Ministerin für Frauen und Kinder auf die Eilaktion und den Fall von Shampa Goswami reagiert haben.

  • Ich fordere Sie höflich auf dafür zu sorgen, dass Shampa Goswami entsprechend ihren Wünschen Schutz vor weiteren Übergriffen erhält.

  • Ich bitte Sie außerdem darum, umgehend eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Übergriffe auf Shampa Goswami zu veranlassen und die Verantwortlichen unter Einhaltung der internationalen Standards für faire Prozesse vor Gericht zu stellen.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass MenschenrechtsverteidigerInnen in Bangladesch, die sich unter anderem für die Überlebenden sexueller Gewalt einsetzen, ihrer legitimen Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungsversuchen nachgehen können.

[APPELLE AN]

MINISTERIN FÜR FRAUEN UND KINDER
Dr Shirin Sharmin Chaudhury
Minister of Women und Children’s Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrte Frau Ministerin)
Fax: (00 88) 02 716 2892
E-Mail: sminmowca@gmail.com oder
lamisa@bol-online.com

KOPIEN AN
Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S.E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Bengalisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. Dezember 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Appell an:

MINISTERIN FÜR FRAUEN UND KINDER
Dr Shirin Sharmin Chaudhury
Minister of Women und Children’s Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrte Frau Ministerin)
Fax: (00 88) 02 716 2892
E-Mail: sminmowca@gmail.com oder
lamisa@bol-online.com

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S.E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Bengalisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. Dezember 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Im Mai 2011 erfuhr die 32 Jahre alte Lehrerin Shampa Goswami, Angehörige der weithin bekannten Menschenrechtsorganisation Odhikar, dass eine ältere Frau von mehreren Männern vergewaltigt worden war. Sie besuchte die Frau wiederholt im Krankenhaus, um nach ihr zu schauen, und gab ihr den Rat, sich an die Polizei zu wenden. Dies lehnte die Frau jedoch ab.

Die Polizei erfuhr schließlich doch von dem Verbrechen und nahm vier Männer unter der Anschuldigung der Gruppenvergewaltigung fest. Daraufhin erhielt Shampa Goswami persönlich sowie am Telefon zahlreiche Drohungen. Die Situation eskalierte am 23. Oktober, als sie und ein enger Freund der Familie von zehn bis zwölf Männern bedroht wurden. Die Männer schleppten sie auf das Dach eines nahen Gebäudes und zwangen die beiden dort, sich nebeneinander zu setzen. Anschließend machten sie unter Beschimpfungen und anzüglichen sexuellen Bemerkungen mit einem Mobiltelefon Fotos von Shampa Goswami und dem Freund der Familie. Sie versuchten, von Shampa Goswami Geld zu erpressen, indem sie ihr androhten, die Fotos der Presse zuzuspielen. Schließlich kam ein zufällig am Gebäude vorbei schlendernder Passant hoch auf das Dach und konnte die Männer überzeugen, Shampa Goswami und den Freund der Familie gehen zu lassen. Am nächsten Morgen unterrichtete Shampa Goswami die Menschenrechtsorganisation Odhikar von dem Zwischenfall, und am 25. Oktober wandte sie sich an die Polizei.